BACKBONE #013 – Vom Porsche-Ingenieur zum Unternehmer – Für Familie & Freiheit | Felix Drews
(0:00 - 0:22)
Ja, Felix, freut mich, dass du hier heute im Backbone Podcast mit dabei bist. Wir sind hier heute bei dir in Heilbronn. Ich bin gespannt, was ich über dich Neues erfahren werde.
Vielleicht auch für die Zuschauer zuhörer nochmal Backbone Podcast, alles rund um Unternehmertum, vielleicht auch der Weg dahin. Hat schon viele spannende Gäste. Felix, lass uns vielleicht so starten.
(0:22 - 1:18)
Sag ein, zwei Sätze zu dir und danach gehen wir weiter in den Schragenhagel. Sehr gerne. Ich bin genau dieser Weg zum Unternehmer.
Felix Drews, bin mit meiner Frau zusammen hier in Heilbronn unterwegs, habe zwei Kinder, bin jetzt 34, habe letztes Jahr den Exit aus dem Autohersteller Porsche gemacht. Genau, kann man jetzt mal so sagen, bin Immobilienunternehmer. Wir haben verschiedene Firmen, verschiedene Geschäftszwecke.
Hauptzweck, was wir am meisten machen, ist Immobilienhandel, also kaufen, verkaufen und unsere Kapitalanleger glücklich machen. Sehr gut, dann lass uns gleich in den Fragenhagel starten, damit die Leute sich so ein bisschen kennenlernen. Ich fange jetzt mal mit den ersten Fragen an.
Frühaufsteher oder Nachtäule? Mittlerweile Nachtäule. Bauchgefühl oder Echse? Ganz klar Echse. Risiko oder Sicherheit? Aktuell leider noch Sicherheit, Wunschrisiko.
(1:21 - 8:50)
Porsche oder Freiheit? Die ist schon schwieriger, glaube ich. War die Freiheit, ja. Angestellter oder Unternehmer? Auch ganz klar Unternehmer, auch wenn es im Kopf manchmal schwer war.
Das kann ich mir vorstellen. Geld oder Zeit? Absolut die Zeit. Ein Buch, das dich verändert hat, also zu deinem wichtigsten Buch, was du gelesen hast? Jetzt kann ich natürlich den Klassiker sagen, Robert Kiyosaki.
Ist mir jetzt sofort im Kopf gefallen, aber wenn ich jetzt darüber nachdenke, das wichtigste Buch für mich war The Secret. Schwer zu lesen, aber es war so viel wahr und ich habe dann einfach immer im Universum bestellt und es ist alles so gekommen. Sehr gut.
Die beste Entscheidung? Die beste Entscheidung meines Lebens? Dass ich damals nach England gegangen bin zu Bentley, weil das hat, glaube ich, den Stein ins Rollen gebracht, sich weiter beentwickeln zu wollen. Spannend, da steigen wir auf jeden Fall später ein bei Bentley. Und jetzt noch so als letzte Frage, worauf bist du stolz? Ich bin stolz, dass ich das Ganze mit meiner Frau gemeinsam erleben darf und dass auch mittlerweile wir den hundertprozentigen Support haben von der Familie, also dass wir das einfach gemeinsam flexibel gestalten können und nicht irgendwie Werten von anderen, sondern nur unsere eigenen Werte leben und entwickeln dürfen.
Sehr spannend, gut, dann lassen wir uns jetzt ein bisschen tiefer einsteigen. Wenn man jetzt mal so auf dich schaut, wer bist du, wenn man jetzt mal die Immobilien wegwerft? Ganz klar, ich bin Familienpapa. Also ich versuche wirklich jeden Tag möglichst am Morgen aufstehen ohne Wecker, erst mit den Kindern spielen, dann auch gerne Sport.
Das klappt manchmal nicht immer, aber am liebsten dann, wenn die Kinder im Kindergarten sind, Sport und dann erst arbeiten. So gesehen, ich bin ein sehr umgänglicher Mensch, ich rede auch mal gerne zu viel, ehrlicherweise. Ich merke mittlerweile, dass ich auch ein inspirierender Mensch für andere bin, insbesondere mit meiner Frau gemeinsam, also jetzt gar nicht ich als Felix, sondern wir auch als Team.
Und ich fühle mich auch mittlerweile nicht immer nur als Felix, aber es ist echt wirklich toll, wenn man wohin geht und man als Paar wahrgenommen wird, was in der Vergangenheit nicht der Fall war. Meine Frau wurde irgendwie immer mit mir verglichen und das wandelt sich gerade so ein bisschen. Da bin ich einfach stolz und sie hat auch Support dafür.
Fällt mir sehr gut. Lass uns dann noch ein bisschen tiefer weiter einsteigen. Wenn du so guckst, was treibt dich an? Tatsächlich die Freiheit.
Ich habe vor ein paar Wochen darüber nachgedacht, wie möchte ich meinen Alltag gestalten und da stand drin, zweimal die Woche Fitnessstudio, zweimal die Woche laufen gehen und einmal Golf spielen. Wenn man jetzt einfach nur die Zeit zusammenzählt, dann weiß man, das klappt nicht mit acht Stunden Arbeiten oder zehn Stunden Arbeiten, Kinderbetreuung und allen anderen Hobbys, die man auch noch hat. Das heißt, man muss die Zeit auf jeden Fall reduzieren.
Entweder man arbeitet effizienter oder man muss jemanden einstellen und wir haben uns definitiv entschieden, jemanden einzustellen. Das hatten wir schon. Wir geben dieser Person jetzt aber deutlich mehr Verantwortung, sodass man sich auch ein bisschen rausnehmen kann.
Ja, ich glaube auch schon der Gamechanger ist, wenn man sich auch die Zeit schon flexibler einteilen kann und nicht jetzt genau in diesem Zeitslot im Büro sitzen muss, weil sich ein Konzern gedacht hat, wir sind wieder ganz schön im Büro, sondern weil man einfach da ein bisschen Freude gestalten kann. Aber klar verstehe ich. Es ist ja gut, wenn man solche Ziele hat, weil dann zack, das ist der Anspruch, da möchte ich hin, dass ich mir die Dinge jede Woche rausnehmen kann.
Direkter Kommentar dazu, ich war vier Tage nicht im Büro. Das letzte Mal war ich, glaube ich, am Donnerstagvormittag hier und völlig zwanglos. Wir gestalten das echt so, wie es gerade passt.
Ja, klar und gerade mit Familie muss man einfach ein bisschen flexibler denken und vielleicht auch, wenn man sagt, ich brauche jetzt mal heute ein bisschen Ruhe, weil ich irgendwas vielleicht in der Tiefe ausarbeiten muss, dann gehe ich vielleicht hierher. Das ist schön, wenn man die Flexibilität hat. Vielleicht auch so tiefer nachgefragt, wenn wir jetzt wieder so in die Richtung Unternehmer drum blicken.
War das eigentlich schon immer so dein Plan oder wie ist das so entstanden? Kam das vielleicht Zufall? Zufall würde ich es nicht nennen, geplant auch nicht. Ich komme aus einer Familie, wo doch sehr, sehr sicherheitsorientiert ist. Mein Vater war angestellter Geschäftsführer, meine Mutter Beamtin im höheren Dienst bei einer großen Zugfirma, die Passagiere betreut.
Sie ist Bauingenieurin, plant da riesige Bauwerke. Da hat alles irgendwie so seine Struktur. Die durfte ich auch erleben als Kind, kann ich auch vollkommen nachvollziehen.
Ich meine, das ist das Umfeld gewesen. Da bin ich im Leistungssport gelandet, sicherlich auch, um Anerkennung zu bekommen. Hat mega viel Spaß gemacht.
Ich will das nicht missen. Aber da war schon immer so der Punkt, ich will mehr. Ich habe es nie geschafft, aber man wollte ja Profi werden.
Das war ja der Traum. Damit war auch klar, du kannst nicht so sein wie alle anderen. Du musst in die Stadt gehen, du hast sechsmal die Woche Training, du gibst einfach Dinge auf.
Deshalb war auch immer klar, ich möchte irgendwie was machen. Als ich dann angefangen habe zu studieren, war direkt so, eigentlich wäre Unternehmertum schon cool. Aber ich mache jetzt erst mal das Studium wegen der Sicherheit.
Ich bin auch nicht weggezogen, weil es leichter war, das zu Hause zu machen. Okay. Das war schon eine Antwort.
Hat Vor- und Nachteile, soll ich verholen. Ich habe es eine Zeitlang auch bereut, habe dann aber tatsächlich in England mit einem sehr guten Freund zusammengewohnt, der mich dann auch weitergeführt hat zur ersten Immobilie. Der hat auch so einen großen Anteil an diesem Samen, der dann irgendwann gewachsen ist, gekeimt ist, sich mehr damit auseinanderzusetzen, die Verantwortung selber zu übernehmen und vielleicht auch ein Unternehmen zu gründen.
Der Wunsch war da, aber die Idee hat gefehlt und ich habe auch keinen gehabt, den ich fragen konnte. In meinem Umfeld, in meinem früheren Umfeld gibt es keinen einzigen Unternehmer, keinen Selbstständigen, gar nichts. Es sind alles Angestellte.
Das ist auch okay. Ja, das hat alles mit Auslandsberechtigung zu tun, denke ich. Aber klar, wenn du jetzt auf so einen Schritt nach Großbritannien gehst, hat natürlich auch den Vorteil, dass du dann mal rauskommst.
Mir ging es genauso. Ich bin erst ausgezogen zum Studieren, recht früh, 19 damals. Aber ich war dann zum Beispiel auch während des Studiums ein halbes Jahr in Rumänien.
Wenn du mal längere Zeit im Ausland lebst, dann gewünscht du einen anderen Blick auf Deutschland. Und klar, wenn du noch jemanden dabei hast, der dich so angetrieben hat, in das Thema Immobilien vielleicht auch so reinzukommen, ist es natürlich ideal. Du hast gerade schon ein bisschen angeschnitten.
Deine Eltern sind angestellte Geschäftsführer, Beamten im höheren Dienst. Vielleicht auch Sicherheitsbedarf. Wie bist du aufgewachsen? Wahrscheinlich gut behütet, wäre jetzt meine Vermutung, aber lass uns da mal reingehen.
(8:50 - 18:01)
Ich habe zwei Geschwister. Wir waren fünft zu fünft, einfamilienhaus, Großgarten. Also eigentlich das klassische Vorstadtleben.
Das mit dem gut behütet, ich weiß immer nicht, was das für eine Definition ist, sage ich mal. Uns hat es nichts gemangelt. Aber natürlich war der Fokus so die Kinderbetreuung, Arbeiten gehen.
Das war schon sehr geprägt vom Arbeiten. Ich bin groß geworden im Urlaub mit dem ersten Telefon auf dem Fahrrad. Also das erste Handy, noch für fünf Mark.
Ich kann mich noch erinnern, da war man in Dänemark, da war ich ganz klein. Da waren wir am Strand und mein Vater war für fünf Mark, statt Urlaub war Arbeiten angesagt. Rückblickend, ich kann es alles verstehen, aber das war so, wie ich aufgewachsen bin.
Das würde ich jetzt nicht als wohl behütet. Man war da dabei, man hat sich gekümmert, wie man konnte. Das ist jetzt nicht das, wie ich meine Kinder als wohl behütet aufwachsen möchte.
Aber das war eine Zeit und ich glaube, das war okay. Also ich habe das losgelassen und ich verstehe das auch. Lass es doch gleich da noch ein bisschen tiefer einsteigen.
Was ist denn deine Vorstellung von wohl behütet? Tatsächlich wenig bis keine Vorgaben, sondern eher so diesen Rahmen geben, wo man sich nicht selbst umbringt als Kind. Die Kinder sollen möglichst nicht meine Ängste übernehmen. Sie sollen alles ausprobieren.
Wir haben jetzt zum Beispiel keine Treppengeländer, Absicherung. Klar, eine H1 haben wir, alle anderen Türen nicht, sodass man auch mal weggehen kann. Aber die Kinder sollen so schnell wie es geht lernen, ihren eigenen Entdeckergeist zu machen.
Das klappt nicht immer, aber einfach meine Ängste sollen nicht auf das Kind übertragen werden. Gestern war ich bei Markus Wahler auf meinem Stammtisch und da ging es genau darum, so die ersten 0 bis 7 Jahre, wo man ja auch finanziell geprägt wird mit dem ersten Taschengeld, was man nicht ausgeben soll, sondern lieber in die Spardose legen soll. Da habe ich mich selbst auch erkannt.
Meine Eltern haben wahrscheinlich gar nicht mit Absicht, sondern einfach so aus der Routine raus, dass man so ein bisschen Charme gefühlt hat, wenn man das Geld ausgegeben hat, für Spaß und dann nichts mehr da war. Das gab es nicht. Dann wurde halt einfach, statt die 10 Euro auszugeben, wurde halt geguckt, ob man ein Angebot findet, wo man nur 4 ausgibt, damit man noch genügend auf der Seite hat.
So sind wir groß geworden. Ich glaube, das entspricht bei vielen der Kindheit. Ich glaube vor allem hier im schwäbischen Raum ist es sehr verbreitet.
Gut, ich komme aus Bayerisch-Schwaben. Ich kenne die Mentalität recht gut. Ich sage mal, was du gerade so bei mir getriggert hast, ist das Buch Die With Zero, das ich gelesen habe.
Da geht es eigentlich so darum, ich glaube, es trifft das eigentlich ganz gut. Man legt immer was auf die Seite, was eigentlich im Prinzip ja, was auf die Seite zu legen ist jetzt nicht schlecht, aber es ist halt ein bisschen übertrieben. Dadurch passiert ja ganz oft, dass man immer nur arbeitet hier im schwäbischen Raum.
Und dann ist man irgendwann vielleicht 60, 70, 80 und hat unglaublich viel Geld auf der Seite, weil man immer auf die Seite gelegt hat, aber es wird so ein bisschen vergessen zu leben. Und es passt so gut zu dem Die With Zero auch zu sagen, ich tue auch mal das Geld einsetzen, um mir eine Erfahrung, ein Erlebnis zu erlauben, welches einfach dann ganz viel Erinnerungsdividende bietet. Ja, da muss ich gerade so dran denken.
Aber du hast gerade schon gesagt, eher keine Unternehmen in deiner Familie, oder? Nee, also Angestellte, die sich hochgearbeitet haben, ja, aber keine hundertprozentige Selbstverantwortung mit, wenn ich das hier an Karren fahre, bin ich Privatinsolvent. Also nee, Unternehmensgründung oder Übernahmen haben wir gar nicht in der Familie. Auch im Freundeskreis nur die Gescheiterten, ja, und das war dann auch irgendwie immer so die Begründung, warum es nicht geht.
Und auch das nicht empfohlen wurde, es selber auszuprobieren. Ja, es ist auch so ein tief deutsches Problem. Wir sind ja da einfach so sozialisiert mit der Schule, mit mach keine Fehler.
Und wir vergessen ganz, dass durch Fehler machen wir lernen. Und wie lernt ein Mensch das Laufen durchhinfallen und wieder aufstehen? Und das sollten wir einfach ab und zu mal zu den Amerikanern schauen, welche da einfach dich nicht für das Scheitern verurteilen, sondern sagen, es muss ab und zu ein Scheitern stattfinden, dass schlussendlich dann irgendwann auch eine erfolgreiche Unternehmung rauskommt. Ich habe dazu tatsächlich jetzt letztens, also das hat man schon mal gehört, aber das war so eindricksam.
Einmal ist quasi eine Erkenntnis, das zweite Mal ist ein Fehler und das dritte ist ein System. Aber ich kann doch bei allem ausprobieren und eine Erkenntnis sammeln. Und das hat mir wieder gezeigt, ich muss mutiger sein.
Also nicht Angst haben, dass es ein Fehler wird, weil ich habe es ja noch nicht gemacht, also kann es nicht das dritte sein. Es ist erst mal beim Ersten. Ich denke auch, wenn du das auch immer wieder in der Denkweise, im Mindset-Thema, wenn man schon so ein bisschen meint, es wird ein Fehler, dann nutzt auch einer.
Das ist schon, wie man rangeht. Bei mir ist es tatsächlich jetzt auch das dritte Unternehmen schon. Also ich habe schon zwei davor in den Sand gesetzt, beziehungsweise jetzt nicht dramatisch, aber sie haben sich einfach nicht gerechnet.
Ebay-Shop, Negi-Börn-Bereich, 3D-Druck. Und schlussendlich, du hast schon immer ganz viel mitgenommen. Und ohne die ersten zwei gäbe es heute nicht die Nummer drei.
Auch wenn die ersten zwei nicht so erfolgreich waren. Vielleicht auch da nochmal. Wie wurde über Geld gesprochen bei euch in der Familie? Ich denke eher, wie du es gerade schon ein bisschen angeschnitten hast, in die Richtung immer gut auf die Falte legen, oder? Eigentlich sogar das noch nicht mal.
Es wurde gar nicht über Geld gesprochen. Das war wirklich immer ein Tabuthema. Ich bin ja nicht aus dem Ländler, ich bin ja zugezogen.
Ich komme aus Braunschweig. Meine Familie ist einmal von der Küste, von meiner Oberküste und einmal Berlin. Und das hat schon geprägt.
Also ich bin schon noch mit quasi der Mauer im Kopf groß geworden. Weil der väterliche Großteil der Familie kam aus Berlin-Ost, nur mein Opa nicht. Und da wurde immer dem Geld nachgetrachtet.
Sprich, die, die aus Ostberlin waren, das war auf den Familienfeiern immer so, man hat nicht darüber geredet, aber es war immer so ein indirekter Vorwurf, du bist ja im Westen gewesen. Weil ich bin ja auch nach der Wende geboren. Aber aufgrund dessen hat keiner in diesem Bereich, weder mein Onkel noch mein Vater, über Geld gesprochen.
Das ist meine Meinung. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Vielleicht müsste ich mal mit meinem Vater demnächst darüber sprechen, warum das so ist.
Aber es war nie ein Thema. Wirklich gar nicht. Auch als ich mal gefragt habe, als es der Berufseinsteiger war, wie viel verdienst du denn jetzt eigentlich? Dann kriegst du eine Antwort, geht dich nichts an.
Das war so, es ist auch heute noch, wir haben noch nie darüber gesprochen, wie viel er verdient hat. Das kann man sich herleiten, weil man ja einfach dann irgendwann seine Erfahrung sammelt und das dann auch ins Verhältnis setzen kann. Es war also genügend da.
Man hätte da auch komplett darüber sprechen können, aber da war der Angst vor dem Neid größer als die Erwartungshaltung, dass man da was Gutes draus machen kann. Ja, es ist auch diese negativen Glaubenssätze zu Geld natürlich auch aus dem DDR-Bereich geprägt, wo halt dann der Kapitalismus generell noch sehr verteufelt wurde. Aber wir haben in Deutschland generell auch ein Riesen-Neid-Thema, wo viele dran arbeiten müssten hier.
Einerseits das Neid-Thema, andererseits, dass man auch über Geld spricht. Weil über Geld sprechen heißt dann nicht nur über Geld sprechen, sondern auch über Investitionen, Aktien, Immobilien. Aber auch natürlich dann, wie kann man mehr Geld verdienen? Unternehmertum, Selbstständigkeit und sowas wird einfach oftmals viel zu wenig thematisiert und auch nicht offen.
Das heißt, bevor es so Formate wie Backbone gibt oder auch generell andere Formate auf YouTube, Podcasts, einfach solche Themen mal thematisiert werden. Und wenn man jetzt niemanden so im Umfeld hat, dass man das so auch so ein bisschen da Anklang finden kann und so auch wieder was lernen kann. Ne, sehr spannend.
Gibt es irgendeinen Satz von deinen Eltern, der dich heute noch begleitet? Vielleicht auch einen Glaubenssatz, was die dir so mitgegeben haben? Also wenn er jetzt direkt aus der Kindheit, also wirklich was Negatives, fällt mir jetzt nicht an. Eher so dieses Pass auf, dass dir nichts passiert, so nach dem Motto. Also eher so dieser Schutzgedank.
(18:01 - 18:25)
Aber das sind jetzt keine wirklich negativen Glaubenssätze, die sie selber jetzt auf mich übertragen haben. Die haben einfach durch ihr Verhalten eher gezeigt, dass man die Sicherheit doch nicht außer Acht lassen sollte. Jetzt im Erwachsenenalter, bevor ich gekündigt habe, da war tatsächlich so die Empfehlung, den Job bei Porsche würde ich auf gar keinen Fall kündigen.
(18:26 - 21:03)
Das kam schon, aber da war ich ja schon über 30. Aber an sich war die Erziehung das ganze Leben so, dass die Sicherheit schon sehr wichtig ist. Wenn du jetzt heute so auf dich guckst, bist du eher ein Sicherheitsmensch oder eher der Risikotyp? Oder vielleicht doch, wie hat sich das die letzten Jahre verändert? Das wäre jetzt auch ganz spannend.
Alleine wäre ich auf jeden Fall der Sicherheitstyp. Das muss ich ganz klar sagen. Also die Erziehung kann man nicht leugnen.
Das finde ich mittlerweile auch nicht schlimm. Ich habe echt keinen Fall versucht, das abzulegen. Es klappt nicht.
Es ist auch okay. Auch in den Kalkulationen, die wir jetzt beruflich machen, da bin ich eher der Sicherheitsorientierte. Aber durch meine Frau und meinen Geschäftspartner sehe ich dann genau das Gegenteil.
Die sind deutlich mutiger. Und so finde ich auch den Weg, das entspannter angehen zu können. Das ist ein Prozess.
Ich werde, wenn ich ehrlich zu mir selber bin, nicht der Vollunternehmer mit Risiko, Diarist, Zero. Das ist schön, möchte ich gerne machen. Aber ich möchte jetzt nicht sieben Firmen an die Wand fahren, weil ich sieben Startups gegründet habe, Geld eingesammelt habe, mit der Hoffnung, es klappt.
Ich merke, das wäre ich jetzt nicht. Also ein Startup gründen, finde ich, ist inspirierend. Mental weiß ich, dass ich das zumindest zum heutigen Stand nicht können werde.
Ja, ich glaube auch, also mit mir ist das sehr ähnlich. Wenn man auch dann sagt, man hat vielleicht eine Familie im Hintergrund, dann liegt es vielleicht einem ein bisschen nahe, mehr sicherheitsorientiert zu denken. Der andere Fakt ist, da müsste man gar nicht.
Da habe ich zum Beispiel kein Problem. Also ich sage ganz klar, sicherlich auch durch viele Gespräche mit meiner Frau, mir kann nichts passieren. Ich bin ausgewählter Ingenieur.
Ich habe bei Porsche gearbeitet. Ich habe bei Audi gearbeitet. Ich war bei Bentley.
Ich war bei Volkswagen. Ich habe verschiedene Stationen gemacht. Also für weniger Geld kann ich immer wieder arbeiten gehen.
Man wird irgendwann wieder an diesen Punkt kommen, weil man ist ja eigentlich nur aus dem Zug ausgestiegen. Man kann ja immer wieder einsteigen. Es ist halt nur die Frage, an welchem Bahnhof man dann gerade ist und wann man abgeholt wird.
Aber der Weg geht ja trotzdem wieder dann dahin, wo man dann hin will. Das ist ein schönes Bild. Und ich denke immer, bei mir ist da ganz oft die Frage, was kann im schlimmsten Fall passieren? Und auch in Gesprächen mit meiner Frau, die eher sicherheitsorientiert ist als ich, habe ich immer gesagt, du, ich bin auch ausgewählter Ingenieur.
Ich will Arbeit finden in irgendeiner Art und Weise. Und klar, vielleicht muss man ein bisschen kleinere Brötchen backen, aber ich sehe jetzt den Abfall nicht dahinter. Man hat Erfahrung in verschiedenen Bereichen.
(21:04 - 22:40)
Die Bereiche sind gesucht. Man hat ja immer eine Fortweckoption eigentlich. Ich hatte ja einen Coach und Mentor an der Seite, mehrere Mentoren, die mich auch davon überzeugt haben, an mir selbst zu arbeiten.
Natürlich können die meine Entscheidung nicht treffen, aber die haben mich daran ermutigt, da einfach weiterzugehen. Und dieses Sicherheits... Es ist ja eigentlich nur ein Spiegel, in den man guckt. Ich darf es einfach nicht für jemanden anders machen.
Solange ich es für mich mache, ist auch alles in Ordnung. Ich glaube auch, das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, dass du Dinge für dich machst und dich nicht versuchst zu verstellen oder jemandem zu gefallen. Das ist ganz wichtig.
Vielleicht warst du gerade zu deinem Mentor angesprochen. Da können wir auf jeden Fall mal einen Gruß an Alexander Lang aussprechen. Ich glaube, der hat dich auch ganz lange begleitet.
Man kennt ihn auch. Ja, ich habe ja mehrere Mentoren. Ich kann auch offen sprechen.
Einmal damals mein Freund, mit dem ich in England war, der Thomas. Der war sehr inspirierend. Den habe ich im Studium kennengelernt.
Dann der Markus Wahle. Das ist für mich ein Riesenmentor, insbesondere was die Gelassenheit angeht, was die finanzielle angeht. Ich habe auch am Anfang Themen gehabt, wie ich mein erstes Mobil kaufe.
Da hat mich zwar der Thomas auch in die Hand genommen, aber diese Gelassenheit, was für Ziele man im Leben braucht, rückwärts gedacht, das hat die Sicherheit gelöst, sage ich mal im Sinne von, dass man anfangen kann. Dann jetzt die Umsetzung, die habe ich mit Alex gemacht. Irgendein Mentor wird wiederkommen oder der eine Mentor verschärft sich.
(22:42 - 25:48)
Ich denke, es ist eigentlich immer ein sehr schlauer Schritt. Habe ich auch schon benutzt, den ein oder anderen. Du lernst am einfachsten von Leuten, die einfach schon ein paar Schritte weiter sind.
Klar, die einen sagen, da mache ich keine Fehler. Das ist in gewisser Weise richtig, aber ich sehe das immer als Abkürzung. Wenn du dann jemanden hast, du bist vielleicht bei einem Immobilier, der hat 20 und der kann dir schon mal total viel beibringen und dir vielleicht auch manchmal die Angst nehmen, diese ersten Schritte zu machen.
Irgendwann ist man vielleicht auf einem ähnlichen Level, dann braucht man wieder jemanden, um auf das nächste Level zu kommen. Oder der dann einfach sagt, der hat vielleicht nur Eigentumswohnungen, ich will jetzt mehr in Häuser gehen, also brauche ich jemanden, der mit mehr Familienhäusern einfach auch Erfahrung hat. Und so ist es denke ich immer eine gute Abkürzung, um auch schneller voranzukommen und vielleicht manchen großen Fehler auszulassen.
Ja, also man sollte dann ab und zu auch mal wirklich dem Mentor vertrauen. Man muss gestehen, das haben wir auch nicht immer gemacht. Dafür zahlt man immer den Preis.
Aber das gehört dazu. Ja, auch in der Lernkurve, die Zusammenarbeit mit Mentoren. Wir haben auch schon sehr teure Fehler gemacht.
Deshalb war es auch irgendwann gar keine Möglichkeit mehr, eigentlich angestellt zu sein, weil diese Summen, die man dort in Häkchen verloren hat, eigentlich ist es ja nur ein Lernen, die Lernkurve, in dem Moment habe ich das nicht so gesehen. Auf den Blick war es einfach der Preis fürs Lernen. Das hätte ich niemals mit einem angestellten Gehalt reingeholt.
Keine Chance. Nee, kann ich mir vorstellen. Lass uns so einen kleinen thematischen Zwitsch machen.
Du hattest vorhin schon die diversen Autobauer erwähnt. Lass uns das so am Anfang anknüpfen. Was hat dich so fasziniert in die Richtung Maschinenbau zu gehen, aber auch so an Motoren vielleicht auch? Also ich war schon immer sehr technikaffin.
Ich war als Kind schon jedes Jahr eigentlich im Technikmuseum mehrfach. Entweder mit meiner Mutter, meinem Vater, der ist ja leidenschaftlicher Eisenbahner. Meine Mutter baut Brücken.
Da sind wir schon als Kinder zu Brückeneinschuben gefahren. Teilweise natürlich auch von ihr selbst geleitet. Es ist faszinierend, als kleiner Bub da an der Baustelle zu stehen, manchmal mal einen Helm bekommen.
Das passiert ja auch jetzt allgemein nicht häufig. Wir durften häufig solche Events miterleben. Das hat die Faszination zum Entwickeln.
Meine Eltern machen beide was Technisches. Teilweise auch betriebswirtschaftlich, aber immer so den technischen Bezug. Das hat mich nie losgelassen.
Obwohl ich sehr viel Sport gemacht habe, das hat mich dann auch in der Oberstufe fürs Abitur immer gemerkt, dass ich da was machen möchte. Das jetzt wirklich Motorin werden, das hat sich erst im Studium ergeben. Das war jetzt nicht so, dass ich am ersten Tag gesagt habe, ich möchte Motoren entwickeln.
Ich habe eher gedacht, ich werde Konstrukteur, bis ich die erste Vorlesung und den ersten Strich gemacht habe und festgestellt habe, das kann ich überhaupt nicht. Ich fühle das auch nicht. Ich habe das dann ad acta gelegt.
(25:48 - 29:26)
Ehrlicherweise bin ich nur durch Zufall da reingerutscht, weil es damals Maschinenbauforum gab. Da habe ich mich eingebracht. Ich habe auch sehr viel davon profitiert und wollte da was zurückgeben.
Dadurch bin ich dann auf eine Stelle bei Volkswagen aufmerksam geworden. Das war gar nicht der Plan, da hinzugehen. Ich habe mich dann zwar beworben, weil es mir empfohlen wurde, Sicherheit.
Ich habe mich dann beworben und hingegangen. Ehrlicherweise war das kein Bewerbungsgespräch, weil die fanden meinen Lebenslauf so straight und gut, dass sie mir eigentlich nur den Arbeitsplatz gezeigt haben und gesagt haben, du fängst in zwei Monaten hier an. Die haben gar keine Fragen zu meiner Person gestellt.
Die haben keine Fragen gestellt, was ich mir vorstelle, sondern eigentlich nur, wann ich anfangen kann und welche Aufgaben ich übernehmen will. Dann haben sie mir einen Katalog gezeigt. Dann durfte ich damals die Motoröle entwickeln.
Ich habe dann als Werkstünder halbtags gearbeitet, 20 Stunden die Woche. Ich wurde komplett ins Team integriert für zwei Jahre. Da gab es auch einen Mentor.
Das war jetzt ein beruflicher Mentor. Der Stefan hat mich in die Hand genommen. Der kam aus der Motorenentwicklung.
Der ist rausgegangen in die Motorölentwicklung, aber die reine Motorenentwicklung war vor seinem Steckenpferd. Mit dem habe ich heute auch noch Kontakt. Der hat mich in die Hand genommen und hat mir dann ein paar Leute vorgestellt.
Die paar Leute haben dann dazu geführt, dass man Ideen bekommen hat, was man machen könnte, wenn man fertig ist. Dann habe ich die Stelle bei Bentley auch im Maschinenbauforum gesehen, habe mich da beworben, habe da noch Tipps bekommen, wie ich mich im Forschungsgespräch gut positionieren kann. Da wurde ich eingestellt, bin rübergegangen.
Dieser Berufsbezeichnung Applikationsingenieur, also Calibration Engineer, ist eigentlich Betragensoftwareentwicklung, also Bedatung von Softwarefunktionen im Motorsteuergerät bis zur Serie. Also auch von der Idee weißes Papier bis in Serie. Das hat mich sehr fasziniert.
Das war eine sehr, sehr tolle Zeit. Manchmal vermisse ich es auch. Das ist schon etwas, was man auch nicht privat machen kann.
Das Budget fehlt jedem Menschen. Das kann ein Konzern finanzieren, aber nicht man selber. Vielleicht ein bisschen wie eine grüne Spielwiese.
Ja, das ist es auf jeden Fall. Ich habe auch zu einer Zeit angefangen, wo gerade Deutschland ein Thema war mit dem Abgas-Skandal. Da warst du mal 13 vielleicht? 15 hat es angefangen, September 15.
In meiner allerersten Woche bei Audi wurde dann auch das Büro durchsucht. Das war dann schon am Anfang ein bisschen komisch. Ich muss aber gestehen, das hat irgendwie auch Spaß gemacht, an der Lösung zu arbeiten.
Ich habe 2007 noch gar nicht gearbeitet. Das heißt, ich war noch raus. Ja, klar.
Du warst noch ganz frisch. Aber das war cool. Da habe ich viel gelernt.
Auch fürs Leben. Dass man trotz Kontrolle keine Angst haben muss. Das gehört ja auch dazu.
Die Reise ging dann immer weiter. Weltweit reisen. Und das war am Ende doch das, was ein bisschen problematisch für Familie ist.
Wenn du 14 bis 19 Wochen im Jahr nicht zu Hause bist. Ich kenne das Problem von mir in der Nacht. Das fand ich irgendwann tatsächlich nicht mehr so toll.
Wenn man sich den Bestand nebenbei aufgebaut hat oder allgemein Business nebenbei, dann kommt man irgendwann mehr in dieses, ich muss nur noch ein paar Euro zusätzlich verdienen. Eigentlich kann ich es auch nur. Diese Wahlmöglichkeit.
(29:27 - 33:22)
Ich verstehe. Lass mich da noch ein bisschen einsteigen. Was sind die kulturellen Unterschiede vielleicht auch zwischen diesen verschiedenen Marken? Oder ist das alles eins? Während die anders als Audi, Audi anders als VW.
Hast du da irgendwelche Nuancen gefunden? Kulturell ist es ein himmelweiter Unterschied. Volkswagen war definitiv. Da muss man auch die geografische Lage verstehen.
Volkswagen ist normal Niedersachsen. Dann gibt es die Zulieferer. Aber es gibt keinen weiteren Hersteller.
Dann in Baden-Württemberg haben wir Mercedes, Bosch als großen Zulieferer, Audi, Neckar, Sulm und Porsche in der Nähe von Stuttgart oder auch in Stuttgart selber. Aber die Entwicklung ist jetzt in der Nähe. Da war es immer so, dass wenn man sich mal weiterentwickeln wollte, dann hat man sich in Baden-Württemberg mal umbeworben.
Das heißt, dieses ganze Hierarchische war deutlich weniger als jetzt in Wolfsburg. Da war alles ein bisschen vorgegeben, wie man das machen möchte. In Süddeutschland war es schon so, man wechselt auch.
In England war es ganz krass. Wenn man einfach keinen Bock hat, dann geht man einfach zum nächsten Hersteller. Da ist auch diese Bindung örtlich, die war ehrlicherweise fast für jeden Mitarbeiter, Kollegen egal.
Da ging es eher darum, wo verdiene ich mehr Geld, wo habe ich mehr Flexibilität mit der Familie oder wo geht es mir besser. Das habe ich mir auf jeden Fall auch abgeschnitten vom Kopf her. Geh dahin, wo du Lust hast.
Sonst wäre ich wahrscheinlich auch in Braunschweig geblieben. Aber nachdem ich in England den ersten Monat da war, wusste ich sofort, ich werde definitiv nie wieder in Braunschweig arbeiten und leben wollen. Ich verstehe vielleicht auch diese Mentalität, die ganz häufig auch in Deutschland ist.
Vielleicht ist das mein Kirchturm, wo ich geboren bin und dann vielleicht noch eine Stunde außenrum, eineinhalb Stunden außenrum. Wir haben sogar ein Grundstück schon reserviert gehabt für ein Baugebiet, was erst in fünf Jahren. Wir haben dann die Möglichkeit gehabt, es zu kaufen.
Wir haben es dann nicht mehr gemacht, weil wir dann schon hier gewohnt haben. Aber ja, von der Planung her war es eigentlich immer fertig studieren, Job da, Haus kaufen, nie vorher noch heiraten, Haus kaufen, Kinder kriegen. Der ganz klassische Plan.
Ja, das war auch für mich okay, weil ich kannte das ja nicht anders. Das hätte ich jetzt auch persönlich, ich hätte das nicht schlimm empfunden, weil das wäre ja mein Leben gewesen. Ja, schon klar.
Vielleicht auch da nochmal so, hattest du auch so einen Moment in der Zeit, wo du gesagt hast, das macht dir so viel Freude, ich will es mein ganzes Leben machen? Ja, klar. Das kann ich wirklich damals sagen. Mein erster Chef bei Audi, der war ein sehr, sehr leidenschaftlicher Entwickler.
Der hat mich damals mitgenommen. Wir waren in Granada, das ist so das Automecca in Europa. Ich kenne die schöne Stadt.
Ja, nicht nur schöne Stadt, sondern auch schöne Landschaft. Da kann man mit dem Auto bis ins Skigebiet hochfahren im Sommer. Die Radars da, gell? Genau.
Da ist ja jeder Autohersteller, also wirklich jeder. Jeder Autohersteller, jeder Motorradhersteller, die Fahrradfahrer, die da im Sommer trainieren für Triathlon, Winter, also wirklich alle. Das ist ein riesen, einfach Automecca.
Nicht nur Auto, sondern es ist auch ein sportliches Trainingslager. Das ist alles ein bisschen Performance getrieben. Das merkst du auch in der Stadt.
Schöne Studentenstadt. Wo ich gesagt habe, das ist so geil, das könnte ich jedes Jahr machen. Das nutzt sich auch nicht ab.
Fun Fact, das nutzt sich doch irgendwie ab. Wie alles, leider. Aber das war wirklich cool.
Mit dem R8 damals noch hochgefahren, Spaß gehabt, Party gemacht. Natürlich viel gearbeitet, aber am Ende in diesem Team spielte dieser Spaß immer eine Rolle. Ich glaube, das war auch aus meiner Sicht das beste Arbeitsteam bei Audi, was man auch haben kann.
(33:22 - 33:51)
Das bildet sich einfach. Alle waren relativ neu dabei in dem Team, weil die Abteilung so ein bisschen umgestrukturiert wurde. Dann denkst du im ersten Moment, das ist für immer.
Das ist saugeil. Wir werden einfach alle älter. Das funktioniert nicht.
In einem normalen Arbeitsleben bleiben 15 Leute nicht zehn Jahre zusammen. Das war für vier, fünf Jahre richtig cool. Dann entscheidet der Erste.
Ich gehe heiraten. Ich kaufe mir ein Haus. Ich möchte noch mal einen anderen Job machen.
(33:52 - 34:26)
Dann zerfällt diese Gemeinschaft schon. Wir haben alle noch guten Kontakt miteinander. Das war schon ein besonderer Lebensabschnitt.
Aber irgendwann geht es auseinander in andere Bereiche. Mir war das klar, aber dem einen oder anderen aus der Gruppe nicht. Man träumt ja davon, dass es ewig so bleibt.
Das war die Antwort dazu. Man hat eigentlich davon geträumt. Das könnte ja immer so sein.
Irgendwann kam dann so ein bisschen Realität. Das leitet super über zu meiner nächsten Frage. Ich glaube, es kam vorhin schon ein bisschen raus, der Fokus auf die Familie.
(34:27 - 34:36)
Ich denke, es hängt bestimmt auch damit zusammen, wann deine ersten Zweifel kamen. Ich bräuchte etwas anderes. Du hast angeschnitten sehr viele Geschäftsreisen gehabt, sehr viel weg gewesen.
(34:38 - 35:23)
Ja. Ich sage wahrscheinlich auch dann so ein bisschen der Impuls, den Grund zu sagen, ich denke mal darüber nach, will ich mein weiteres Leben machen. Man muss dazu wissen, meine Frau ist Regionalmanagerin in Süddeutschland gewesen, zu dem Zeitpunkt, wo wir beide viel reisen.
Eigentlich haben wir uns nur an Wochenenden gesehen. Also ich war Montag bis Freitag oder auch mal zwei Wochen am Stück oder drei Wochen am Stück auf einer Dienstreise. Sie ist Montag bis Donnerstag, Montag bis Freitag immer irgendwo in Süddeutschland gewesen.
Meistens Heidenheim oder Ulm. Wir haben eigentlich eine Wochenendbeziehung geführt, obwohl wir eine gemeinsame Wohnung hatten. Wenn wir dann hier waren, sind wir direkt wieder in die Heimat gefahren, weil irgendwie Termine waren.
Das war auch schön, das war cool. Man hat ein Dienstauto gehabt. Also alle so Annehmlichkeiten, die man so als Status hat.
(35:25 - 43:43)
Aber spätestens mit dem ersten Kind war klar, das funktioniert nicht auf Dauer. Ich stelle mir einfach eine andere Art zu leben jetzt vor, auch Zeit mit dem Kind zu haben. Nicht nur irgendwo zu parken.
Also ich bin von der Schweiz erproben nach Hause gefahren. Ein paar Tage später kam das erste Kind. Rückblickend, das war ein maximales Risiko, dass es nicht klappt, dass ich dabei bin bei der Geburt.
Also zwar ein bisschen Glück auch. Ich habe zwar immer einen Schlüssel gehabt, aber rückblickend, man fährt trotzdem vier, fünf Stunden. Und am Ende hat von wir fahren ins Krankenhaus, das hat nur vier Stunden gedauert.
Also ich hätte das technisch nicht geschafft, wenn es soweit gewesen wäre. Da war aber immer noch kein Umdenken mit, wir müssen jetzt Unternehmertum haben. Sondern es war nur, okay, das wird nicht auf Dauer funktionieren.
Lass uns doch mal noch mal ein bisschen Gas geben, mit den Wohnungen kaufen für den Bestand. Da war jetzt nichts für das Unternehmen gedacht, es war einfach nur mal langfristige Entwicklung. Und wenn man zweitens feststellt, die Dienstreise funktioniert überhaupt nicht mehr.
Also das ist einfach anstrengend, wenn einer mit zwei Kindern zwei Wochen zu Hause ist. Und es wohnt ja hier keiner. Also meine Schwiegereltern, die helfen uns oft, aber die haben auch ein Leben und die sind auch noch berufstätig.
Also ich kann ja nicht erwarten, dass ich zur Dienstreise fahre und jemand anders mit Urlaub. Nee, das geht nicht. Wahrscheinlich auch ein bisschen weiter weg, oder? Fahrtstreckenmäßig.
Braucht ja ja 450 Kilometer, so was in vier, viereinhalb, fünf Stunden. Das macht man auch mal nicht so schnell. Ich bin sehr, sehr dankbar.
Meine Schwiegereltern helfen da sehr. Was heißt helfen? Die sehen es auch als ihre Aufgabe. Es ist gar nicht so, dass es jetzt eine reine Hilfe ist.
Die wollen dabei sein. Meine Eltern helfen auch, wo sie können. Aber die haben auch ihr eigenes Leben.
Klar, dass man jetzt nicht seinen gesamten Urlaub dauerhaft plant für die Enkelkinder. Der eine macht es, der andere nicht. Aber das muss intrinsisch kommen.
Das fordere ich. Du kannst ja keine zwingen. Und das ist auch verständlich.
Die freuen sich jetzt vielleicht ein bisschen, dass die großen Kinder langsam raus sind und wollen da auch vielleicht ein bisschen Freiräume haben. Wer weiß? Ja, meine Eltern haben sich entscheiden lassen. Das ist auch noch nicht so.
Da sind es auch acht Jahre. Aber natürlich hat man da das ein oder andere, was man nachholen möchte. Ja, klar.
Was man halt als Paar vielleicht nicht gemacht hat. Das hat mich am Anfang gestört. Mittlerweile kann ich es irgendwie nachvollziehen.
Muss ich ja nicht gutheißen. Ich akzeptiere es aber. Ja, das kenne ich.
Das kenne ich auch selber. Einfach auch teilweise, wenn es darum geht, dass jemand ein anderes Mindset hat. Ich finde es nicht gut, aber ich akzeptiere es.
Das hat ja das haben. Aber wenn ich so meine Familie gucke. Lass uns so ein bisschen nochmal in die Richtung Unternehmer werden gehen.
Wir haben Wochen angeschnitten. So erste Impulse in Richtung Immobilien gab es eigentlich so mit deinem Freund in Großbritannien, als ihr da dann vor Ort wart. Gab es auch so einen Impuls, den du festmachen kannst, wo du gedacht hast, jetzt könnte ich mir was Selbstständiges, vielleicht Unternehmerisches vorstellen.
Soll ich es da mal so reinführen? Es war in England. Man muss dazu wissen, ich habe am Anfang aufgrund, also die wirtschaftliche Lage, das war 2016. Brexit war beschlossen, aber noch nicht vollzogen.
Man hat einfach auch schon den Arbeitsmarkt technisch gemerkt, dass es da ein bisschen angespannter ist. Bentley hat zu dem Das hat die Millionen gekostet und VW hat die ganze Zeit Geld reingepumpt, aber man konnte keine Mitarbeiter groß einstellen, sondern nur ausgewählt. Lange ist er da weiter durftig, aber man hat schon auch gemerkt, der ein oder andere wird entlassen.
Das war anstrengend und deshalb habe ich allein in einem Haus gewohnt. Der Tomas war mit seiner damaligen Freundin, hat er in einem anderen Haus gewohnt. Die haben sich getrennt und dem war sein Haus zu groß.
Tomas, wir haben uns zwar lange nicht mehr gesehen, aber wie wäre es, du ziehst bei mir ins Haus ein, du willst ja eh weg. Dann hatten wir zu zweit ein ganzes Haus. In England ziemlich teuer.
Es war eine geile Erfahrung, aber es war teuer. Ich musste am Ende das Haus alleine bezahlen. Ehrlicherweise auch Wohnraum Mangel.
Deshalb hatte ich auch das Haus alleine, weil es gab keine Alternative. Keiner wollte einen Ausländer, der zwar einen Arbeitsvertrag hat, aber kein Konto hat. Mittlerweile kann ich viele verstehen, die hier kommen als Ausländer, gut ausgebildet, die hier arbeiten wollen.
Die Bürokratie gibt es nicht nur hier, die gibt es auch in England. Der ist immer um 5 Uhr aufgestanden. Das war wirklich echt anstrengend, weil ich war ja noch in diesem Sicherheitsnetz.
Ich arbeite, ich mache Karriere, ich mache Party. Cool, ich bin hier, Party, Pub. War cool.
Die Kollegen haben mich auch mal mitgenommen. Das ist in England einfach sehr schnelllebig. Du lernst dich kennen, gehst in den Pub.
Danach ist es auch genauso schnell wieder vorbei. Das ist alles in Ordnung. Ja klar, die Pubs schließen früh.
Mein Onkel von mir ist Brite, daher kenne ich das da drüben ganz gut. Das war eine geile Zeit. Der Thomas hat mich mitgemacht.
Der war damals schon sehr fokussiert, was er im Leben erreichen will. Klar, einmal beruflich, aber vor allem ist er jeden Morgen aufgestanden, so Miracle Morning. Jetzt sind wir beide bei DWS, die beiden Gänners, 5 Uhr aufstehen, eine Stunde für sich.
Ich mache es nicht, ich mache es auch heute nicht, nur wenn es sich mal ergibt. Ich mache es halt im Laufe des Tages. Er hat das konsequent um 5 Uhr morgens gemacht, vor der Arbeit.
Das ist so ein Konflikt, wenn du bis 10 Uhr schlafen möchtest. Er war nicht schlafen. Wir waren ja arbeiten, nicht studieren.
Ich bin eineinhalb Stunden später aufgestanden. Das hat aber auch dazu geführt, er ist natürlich früh ins Bett gegangen. Das heißt, unser Rhythmus war auf jeden Fall unterschiedlich, aber er hat mir dann jeden Tag erzählt, was er gelesen hat, was er für Erkenntnisse hat, wie viel er gespart hat von seinem Geld und was er dann machen wird.
Er hat tatsächlich das so umgesetzt. Er ist zurück nach Deutschland gegangen, hat sofort angefangen Immobilien zu kaufen, sobald er konnte. Das war so der Punkt, wo ich festgestellt habe, könnte ich vielleicht auch machen.
Aber ich habe noch keine Handlung davon abgeleitet, sondern ich habe gesagt, okay, selbstständig werden wäre eigentlich ganz cool. Vielleicht auch eher so ein bisschen das Role Model für dich. Kann ja funktionieren, weil du hast ja immer von deiner Familie gehört, gescheitert, gescheitert, gescheitert, kann nicht funktionieren.
Und er ist so ein bisschen, er fängt jetzt an, er macht es, läuft bisher ganz ordentlich. So als Positivbeispiel. Ja, auf jeden Fall.
Ich meine, er hat so viel Geld gespart. Der hat das Thema Leben dort eigentlich so weggelassen. Ich habe den dann immer irgendwo mitgenommen.
Ich möchte mir noch das angucken. Dann sind wir noch in die Wandern gefahren. Ich habe mir ganz England angeguckt in der Zeit.
Schottland und Wales. Ich wollte alles anschauen. Also ich war jedes Wochenende weg oder fast jedes Wochenende.
Er nicht. Ich habe ihn dann irgendwo gezwungen mitzukommen, weil ich gesagt habe, du kannst doch nicht hier sein und keine Erinnerungen gesammelt haben. Aber er ist halt mit einem Batzen Kohlen nach Hause gefahren, den er meinte, er möchte den investieren.
Und ich hatte danach noch auch einen Mieter, auch in Inder, der war genau so. Der hat quasi alles gespart, um sich was aufzubauen. Das war schon ein ganz anderes Leben wie meins.
Ich hatte ja nicht so Ziele. Ich wollte ja nur Karriere machen. Ja.
Ja, und dann sind wir nach Hause. Und 2018 saß er dann bei mir hier, wo wir jetzt sind, in Heilbronn. Er saß bei mir auf dem Balkon und hat mir erklärt, er macht jetzt die Mokäische Masterclass und er kauft jetzt ganz viel Immobilien.
Ich so, ja, okay, wann hast du angefangen? Ja, ich bin schon fertig. Das hat mich schon überrascht, dass er das nicht erzählt hat. Ja, ich habe jetzt schon 13 Wohnungen gekauft.
Und dann ist er schon ein bisschen die Killer, die haben dir gefallen. Ja, ich habe ein Aktiendepot. Okay, aber das ist jetzt nicht unternehmerisch, Felix.
Ja, und ein Jahr später hat es bei mir dann auch Klick gemacht, dass wir was machen müssen. Da war es jetzt noch nicht so, dass ich das genauso machen möchte, aber das hat sich dann einfach über die Jahre entwickelt. Lass mich da noch einen ganz kürzen Einschub machen, wenn du so zurückblickst.
Ich glaube, ihr wart vielleicht die beiden Extreme. Du, der es vielleicht sehr viel sehen wollte, dass du jedes Wochenende unterwegs warst und er, der nur gespart hat. Ich sage mal, ich sehe immer ein bisschen die Gefahr, wenn jetzt der, der nur spart und investieren will, dass der sich überhaupt nichts auch mal erlaubt mitzunehmen.
(43:44 - 46:20)
Also was meine ich damit ganz konkret? Er ist in seinem eigenen Hamsterrad, immer mehr Geld zu verdienen, immer erfolgreicher zu werden, aber er vergisst dabei zu leben. Und ich denke, wahrscheinlich so ein Mittelweg wäre ganz gut gewesen vielleicht. Hat er mir tatsächlich auch immer so gespiegelt, dass er das gerne machen würde, aber er auch so seinen eigenen Zwängen unterliegt.
Dazu muss man wissen, er ist in Ungarn geboren und, also, ich weiß nicht, ob ich jetzt einen Podcast erzähle, aber ein niedriger, dreistelliger Betrag, 2010 oder 2011, glaube ich, als wir studiert haben. Da ist er, also ich meine, die Wohnung hat ungefähr, Leben hat ungefähr 70 Prozent seiner Kosten ausgemacht. Also war der Antrieb sehr groß, aber auch der Mangel war sehr groß.
Und das abzulegen, mittlerweile ist es deutlich besser geworden. Aber hast du so einen Mangelglaubenssatz und erlaubst dir gar nicht. Ja, und der arbeitet aber da dran.
Also, der ist sich diesem Mangel bewusst, aber er kann nicht. Also, der hat überlebt, unterliegt so ein bisschen dem Zwang. Sagt dann immer, ist toll, wenn wir das immer ihm vorleben.
Also, ich, ehrlicherweise, ich habe auch das durch meine Frau gelernt. Ich habe meine Frau mit 19 schon kennengelernt. Das heißt, aber die kam aus einem ganz anderen Umfeld mit einfach, ich muss mein Leben leben, weil ich hätte es sonst genauso gemacht.
Ich hätte genauso gespart. Ich hätte weniger gemacht. Aber ja, meine Frau, die hat da einen großen Einfluss darauf gehabt, dass man das Leben auch genießen muss.
Und ich bin da sehr dankbar für, weil sonst viele Jahre mit wenig Erfahrung. Bei mir ist das auch ganz witzig. Meine Schwiegereltern sind eher so die Fraktion des vielen Arbeitens und vielleicht nicht ganz so viele Erinnerungen schaffen.
Und meine Eltern sind genau das Gegenteil. Arbeiten auch viel, ja, aber da steht auch ganz viel die Freizeit im Fokus und das Erfahren. Und das ist immer ganz witzig.
Ich habe dann so die beiden Extremen versucht, immer so ein bisschen, auch mit meiner Frau, so den Mittelweg zwischen den beiden Extremen zu finden. Ja, kann ich sehr, sehr gut nachfinden. Lass uns so in diesem Bereich noch eine letzte Richtung gehen.
Wie war so dieser Moment, wo du gesagt hast, jetzt gibt es kein Zurück mehr. Du hast gekündigt und jetzt startest du durch. Du meinst das Gefühl? Das Gefühl, aber auch so, was war so der Punkt davor, also die Entwicklung dahin und dann das Gefühl? Also ich habe ja mit Immobilienhandel angefangen und Kurzzeitvermietung.
Das war eigentlich eine andere Reihenfolge. Erst Kurzzeitvermietung und dann Immobilienhandel. Und da haben wir halt festgestellt, man kann, also wir haben die Fähigkeit, Immobilien zu kaufen, zu finden, zu finanzieren, auch zu einem guten Kurs.
(46:21 - 48:35)
Und da war dann irgendwann auch so der Erkenntnis, das müsste man größer machen, um da auch leben von zu können. 2024 ist ja mein zweiter Sohn geboren und eine Woche nach der Geburt habe ich die erste GmbH gegründet. Und dann noch einen Monat später haben wir die ersten zwei Wohnungen gekauft zum Handeln.
Da war klar, das ist nur noch auf Zeit. Also das, dann war so die Überlegung, er kommt, wenn die Elternzeit durch ist, dann müssen wir fertig sein. Also zwei bis drei Jahre haben wir jetzt geschafft.
War ein harter, steiniger Weg, aber insbesondere mental. Aber der Punkt, als dann die Kündigung unterschrieben war, das war einfach nur Erleichterung, weil genau darauf hat man ja hingearbeitet. Also dann war auch nicht mehr so, boah, jetzt habe ich Angst oder so, sondern ich habe das tatsächlich ja 2024 schon visualisiert, dass ich kündigen werde.
Das waren einfach nur noch plant und gewusst. Ja, witzigerweise, das ganze Thema Kündigung ist halt im Konzern auch so prozessual. Und ich hatte ja die Möglichkeit, mich doch mit einem Arbeitgeber einvernehmlich zu einer Lösung zu finden, zu einem Zeitpunkt X, der mir gefallen hat und auch der Firma gefallen hat.
Aber das hat dann so, dass ich auch keine Lücke jetzt groß hinterlassen habe. Das war trotzdem ein Prozess, den ich auch nicht beschleunigen konnte, aber auch nicht verlangsamen konnte. Also es lief einfach genau so, wie es halt im Konzern läuft.
Und das war dann tatsächlich nach der Unterschrift ein bisschen frustrierend, dass man wusste, okay, jetzt muss ich noch so und so viele Monate warten, dass ich dann voll einsteigen kann. Und bei der Arbeit witzigerweise, als ich das verkündet habe, das hat keinen gewundert. Gar keinen.
Die haben schon die Veränderung vielleicht bemerkt. Das kamen fast alle mal in so herzlichen Glückwunsch. Endlich.
Da hat man auch gemerkt, die Leute sind nicht so richtig ehrlich. Also nicht einige schon, aber viele nicht. Die freuen sich für einen, die insgeheim wollen die selber auch.
Und da kamen wirklich sehr viele, haben dann gefragt, wie. Erzählt mal ein bisschen die Geschichte. Jetzt sind wir ein Dreivierteljahr, bin ich jetzt nicht mehr dabei.
Ich kenne jetzt keinen weiteren. Zwei Leute, die haben das eh nicht mehr. Aber vorher haben wir schon gemeinsam gemerkt, dass das in die richtige Richtung geht.
(48:35 - 48:44)
Die sind auch nicht mehr da. Aber ansonsten, die, die so am stärksten interessiert waren, die sind immer noch genau da, wo vorher. Weil die nicht in die Umsetzung gekommen sind bisher.
(48:45 - 51:10)
Vielleicht machen sie auch was, aber man kriegt es nicht nach außen mit. Ja, ich sag mal, ganz oft ist es halt so, dass wir Menschen einfach Schmerz brauchen und dann hast du bereits eine super Veränderung. Und die Veränderung ist ja dann schlussendlich die Umsetzung.
Und meistens ist der Schmerz dann im Angestelltenverhältnis einfach noch nicht groß genug. Oder man sieht dann wieder den Dienstwagen vor dem Haus stehen und dann fällt man wieder so ein bisschen zurück, was zu verändern. Oder dann kommt der nächste Bonus und man fällt wieder zurück.
Ich hatte Glück irgendwie immer, dass sich so eine Person, die sehr nah in meinem Umfeld war, sich plötzlich sehr stark verändert hat und mich damit auch inspiriert hat. Also bei Porsche gab es diesen Kollegen auch. Ich war noch bei Audi, der war bei Porsche.
Wir hatten die gleichen oder ähnliche Aufgaben. Auf jeden Fall Schnittmengen, ich habe damals initiiert, dass man sich da mal über Markenaustausch macht. Und er hatte auch Immobilien gekauft.
Und er hatte aber Immobilien in sehr viel Größerem, auch noch sehr viel größer als wir jetzt machen. Also wirklich sehr viel größer, mit guten Nullen. Und er hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es eine Stelle bei Porsche gibt, die zu mir passen würde.
Und ich ja grundsätzlich den Wunsch gelegt habe, irgendwann mal bei Porsche zu arbeiten. Das war einfach so mein Traum. Dann habe ich mich beworben, wurde genommen, haben einen Vertrag unterschrieben, haben gesagt, gut, ich fange am 1.9. an.
Dann sagt er ja, ich nicht, ich bin ab 1.7. raus. Und ja, der ist jetzt erfolgreich auch Immobilienhändler im Saarland. Also der Arthur, der war auf jeden Fall eine Inspiration.
Der ist auch bei uns im Netzwerk, falls du den jetzt noch nicht kennst, der Arthur Kaufmann. Ach, Kaufmann, okay. Ja, super Inspiration gewesen.
Und der hat ja auch so familiärer Hintergrund. Kannst du auch mal einladen. Aber so der familiäre Hintergrund, der hat mich sehr inspiriert.
Jetzt kommen wir wirklich zu behütet. Ich meine, am Ende war es ja schon eine behütete Kindheit. Alles entspannt, ohne großen Mangel eigentlich.
Und da habe ich immer gesagt, als ich bin hingekommen und gedacht, wenn der Arthur das kann, dann muss ich mich auch weiterentwickeln. Das ist dein zweites Role Model, was du jetzt hattest. Ja, genau.
Das war bei der Arbeit und das war auch cool. Die Kollegen, die haben das irgendwie nicht verstanden, dass der Arthur cool ist. Die haben immer so, ach komm, der hat dann immer über seine Immobilien geredet.
(51:12 - 52:33)
Langweilig. Ja, ich fand das ganz im Gegenteil, ich fand das sehr inspirierend. Der inspiriert auch weiter viele Leute, die haben ja auch einen Podcast mit MRD.
Fand ich sehr spannend. Und der war auch bei mir schon mal auf dem Stammtisch, weil ich meine hier in Heilbronn den Immobilienstammtisch von dem Location, da war die Hütte voll. Weil das einfach inspirierend ist, wenn jemand in dem Alter so ein großes Rad aufbaut und eine tolle Firma gründet.
Ich erinnere mich, glaube ich, entweder war es Arthur oder sein Geschäftspartner. Mit einem von beiden war ich in einer kleinen Kennenlernrunde beim DBS-Event in Frankfurt vor zwei Jahren. Da fand ich ihn damals auch sehr inspirierend.
Wahrscheinlich der Karsten dann. Ja, wahrscheinlich. Ich kann es wirklich widerspiegeln, war ein inspirierendes Du.
Ich glaube, ich vergesse es auch auf Instagram, wenn ich mich nicht täusche. Der dritte im Bund ist ja auch mittlerweile dabei, der Michael. Der ist ein bisschen ruhiger, macht nicht so viel öffentlich nach außen.
Ich habe das immer vor Augen gehabt. Ich muss das auch machen. Ich muss nicht das Gleiche machen, aber ich muss auch was machen.
Ich will mehr. Aber nicht Geld, sondern ich will mehr Freiheit. Weil ich dann ja gesehen habe, was der nämlich macht.
(52:34 - 52:59)
Er geht jeden Tag mit seinen Kindern spielen. Ich dachte mir, das will ich auch. Jedes Mal, wenn ich zur Arbeit gefahren bin, also wenn ich keine Omas und Profis hatte, dann habe ich meine Kinder eigentlich nicht gesehen.
Ich bin morgens um 5.30 Uhr weggefahren und bin um 18.30 Uhr nach Hause gekommen. Keine Chance. Wenn man Glück hat, waren die Kinder übermüdet abends noch wach.
Das ist jetzt aber auch kein tolles Spiel. Ne, du, da gebe ich dir ganz recht. Leiter zweck und über.
(52:59 - 1:00:36)
Ich springe jetzt mal ein bisschen weiter. Willst du noch was? Ja, gerne. Ich sage mal, wenn ich jetzt schon an unser Vorgespräch denke, wo wir uns so ein bisschen unterhalten haben, da ist so ein Satz mir hängen geblieben.
Der Gewinn steht niemals über der Familie. Ich denke, es passt so gut zu dem, was du gerade gesagt hast. Mit dir ist wichtig, deine Kinder auch einfach mehr zu sehen.
Wie schafft man das, dahin zu kommen, die Zeit zu haben, die Freiheit zu haben vor allem, es auch umzusetzen? Ja, eine gute Frage. Direkt aus dem Bauch einfach machen. Also das muss einfach ein hoher Wert bei sich selber sein.
Wenn man das wirklich möchte, dann geht es auch. Da sagt die Erfahrung einfach, wenn du es nicht willst, dann wirst du immer eine Ausrede finden. Ich bin ehrlich, am Anfang dachte ich, ich müsste noch viel mehr machen, aber irgendwann hat meine Frau mir das auch gespiegelt.
Du, es ist wichtiger, du bist aktiv da. In Summe vielleicht weniger Zeit, aber du bist aktiv da, du spielst aktiv, bist nicht parallel die ganze Zeit am Handy, telefonieren. Klappt nicht immer, das schaffe ich auch nicht jeden Tag.
Aber diese Zeit zu nehmen. Also morgens einfach, morgens ist Kinderzeit. Ich lasse das auch schwer los, wenn meine Frau sagt, ich möchte die Kinder in den Kindergarten.
Ja gut, dann fahren wir halt zusammen. Also morgens ist mir das schon mittlerweile sehr, sehr wichtig, weil da weiß ich einfach, die Kinder sind aufnahmefähig, die sind nicht müde. Das ist echt toll.
Ihr habt beide noch Energie für den ganzen Tag. Wurde noch nichts geklaut? Als Papa ist man schon mal müde. Je nach Alter.
Ja, aktuell, es war ja warm, dann ist es auch wieder früh aufstehen. Spätestens 6 Uhr, eher 5.30 Uhr. Bei 40 Grad, das ging nicht.
Der Kleine hat es nicht gepackt, länger zu schlafen, weil wegen der Helligkeit. Dann zieht man morgens am Abend, die Decke wird runter, Papa aufstehen, ich will runter. Und das ist wirklich schön.
Und das weiß ich, dass ich das im Angestelltenverhältnis nicht hätte. Deshalb möchte ich da auch nicht wieder zurück, weil diese Flexibilität ist unbezahlbar. Und ich habe, wenn die Kinder ausziehen, also ich bin jetzt 34, das erste Kind ist 4, das zweite Kind ist 2. Also wenn wir einfach mal plus 16, von mir aus auch plus 18 rechnen, dann sind die Kinder 20.
Ich bin dann 52 und dann kann ich immer noch alles machen. Also mit 52 ist ja nicht mein Leben vorbei. Zumal wahrscheinlich die Kinder mit 12 sowieso nicht mehr so viel Interesse haben oder auch vielleicht schon mit 10 nicht.
Ja, man sagt so, bis 12 sind eigentlich die Jahre, wo man viel Zeit hat. Wahrscheinlich sogar noch früher, weil die ja in der Schule gehen und dann vielleicht auch irgendwie, keine Ahnung. Freunde, die ja schon Freunde kennen, dann schauen wir nachmittags raus.
Also eigentlich sind es ja nur jetzt so 4, 5, 6 Jahre, die jetzt noch wirklich sehr, sehr intensive Zeit tagsüber brauchen. Und die möchte ich da sein. Und ob ich da jetzt dann 200.000, eine halbe Million, 5 Millionen, also ich würde es mir nicht verzeihen, wenn ich auf diese Beziehung verzichten würde für Geld.
Ja, du kannst dich ja auch nicht umdrehen. Die Zeit ist weg, die Kinder sind entsprechend älter geworden, es ist weg. Die Chance ist nur in dem Zeit-Slot da.
Natürlich würden die Kinder das vielleicht irgendwann mal verstehen, wenn sie das selbst aufarbeiten. Ja, das ist richtig. Aber du bist ja auch nicht geprägt.
Das möchte ich einfach nicht. Die haben nicht deine Werte, wurden vielleicht von irgendwelchen anderen Leuten großgezogen mit deren Erfahrung, Schatz. Außerdem möchte ich meinen Kindern mitgeben, dass das Geld zwar sehr, sehr wichtig ist, es ist sehr wichtig, weil Zeit kann man sich nur kaufen gegen Geld.
Also von mir aus ist es ein Angestellter, eine Assistentin, vielleicht auch eine Reinigungskraft oder von mir aus einfach nur mal jemand, der Zeit mit einem verbringt. Ich wohne ja neben einem Altenheim, da kann man sich das quasi kaufen, Zeit, indem man einfach einen Zusatzbonus bucht. Dann kriegt man noch irgendwie jemanden, der mit einem Karten spielt.
Das ist jetzt nicht verwerflich, dass man sich Hilfe sucht gegen Geld. Das möchte ich, dass meine Kinder das lernen, dass man das wertschätzt und dass man dafür auch gerne Geld ausgeben darf. Egal ob jemand anders sagt, mach das nicht, das kannst du selber machen.
Wie oft ich mir anhören musste, wir haben eine Reinigungsfirma bei uns zu Hause, also ich würde ja keinen in mein Haus lassen. Aber sechs Stunden zu Hause putzen macht doch jetzt meine Kinder nicht glücklich. Ja, aber ich glaube, da sind auch ganz oft so Zwänge dahinter, zum Beispiel irgendwas mit, so unterbewusst bei den Frauen, auch von ihren vielleicht auch Müttern, der Oma mitgegeben, dann bist du keine gute Hausfrau.
Solche Glaubenssätze, die dann weitergegeben wurden über die Generationen, dann können die Tasse gar nicht so richtig aus ihrer eigenen Haut. Aber ich bin da deiner Meinung. Man kann so Zeit sparen und das ist endlich, was wir immer alle vergessen.
Die kostbarste Ressource für jeden von uns ist die Zeit und die wird niemals mehr. Du kannst dir mit Geld die Option kaufen, die Zeit anders einzusetzen, aber sie wird nicht mehr. Absolut.
Ich muss da sagen, weil du sagst Hausfrau, meine Frau ist genau das Gegenteil. Die kommt aus einer selbstständigen Familie. Der Papa ist jetzt nicht selbstständig gewesen, aber der hat das zu 100 Prozent unterstützt, also wirklich zu 100 Prozent.
Die kennt das gar nicht mit ich muss zu Hause. Da hat jeder angepackt, jeder hat die Verantwortung übernommen. Also der war auch, wenn man die Wäsche nicht macht, wenn man arbeitet, dann ist es so.
Da war er sehr schnell. Der will nicht unter. Also ich bin sehr dankbar, dass wir dieses Thema nicht zu Hause hatten, sondern wir haben uns da dann auch, als wir gemerkt haben, wir kriegen das zeitlich nicht mehr unter, sofort Hilfe geholt.
Da hat man dann auch so, ich sag mal, diese Hürde, über die man muss. Lass uns nochmal tiefer einsteigen, so der Moment, wo du Vater geworden bist. Was hat sich da so verändert, vielleicht auch in deinem Denken? Also bei den Frauen weiß ich, dass sich auch das Gehirn umbaut während der Schwangerschaft.
Es wurde in Studien belegt, dass einfach andere Schwerpunkte die Frau dann setzt, weil das Gehirn sich verändert hat. Wie war es bei dir, als das erste Kind kam? Was hat sich verändert? Die Partnerschaft hat sich natürlich erst mal verändert, weil dann so der Fokus nicht mehr auf dem Paar, also Mann-Frau lag, sondern schon im ersten Schritt rein bedürfnisorientiert fürs Kind darin zu sein. Also wie gesagt, ich habe dann im ersten Kind war es nicht ganz so extrem der Wunsch, jetzt was zu verändern, weil man eher weitergearbeitet hat, wenn einer nur zu Hause war.
Aber man hat schon gemerkt, das passt nicht. Also das Leben so, wie es ist, das passt nicht. Wir wollen diese Zeit mit dem Kind so intensiv nutzen, wie es geht.
Und du lernst auch das erste Mal, bedingungslos zu lieben. Also das war schon eine tolle Erfahrung. Das kann man auch nicht erfahren, wenn man keine Kinder hat.
Das geht nicht. Ich bin der festen Überzeugung, dass es nicht geht. Das ist das gleiche, wie wenn man nie geheiratet hat oder nie eine Beziehung hatte zu einer Frau.
Weil meine eigenen Eltern habe ich mir nicht ausgesucht. Meine Partner habe ich mir ausgesucht. Aber meine Eltern haben ja mich geliebt.
(1:00:36 - 1:02:28)
Ich habe ja so gesehen, meine Kinder, das ist bedingungslos. Die sind am Anfang einfach für mich da. Die suchen meine Nähe.
Die wollen geborgen sein. Die brauchen mich. Und dieses Verhältnis hatte man ja vorher nicht.
Also ich nicht. Es ist auch sehr schön, dass man es vorher vielleicht nicht hatte. Aber das ist ein Gefühl, was ich bei mir definitiv... Diese Verantwortung, das ist schon echt ein großer Bauch.
Also man hat schon ein paar Tage gebraucht, um das sacken zu lassen. Und diese Verantwortung, dass man in Häkchen das alte Leben so ein bisschen hinter sich lässt. Das ist jetzt einfach... Wir haben jetzt eine Verantwortung.
Selbst wenn die ausziehen, habe ich mental sicherlich immer noch eine Verantwortung. Und sei es nur, der Fels in der Brandung zu sein, wenn irgendwas schief geht. Was ja das Ziel ist.
Also mein Ziel ist, dass meine Kinder mich immer anrufen können, wenn sie in einer Patsche stecken. Und nie Angst haben vor der Reaktion. Aber es gibt ja nicht mehr den Punkt, dass ich ohne Kinder bin.
Selbst wenn ich 90 bin. Wenn du jetzt so auf Kind Nummer 2 blickst, hat sich da noch viel verändert? Aber ja. Also im ersten Schritt vielleicht nicht, weil man am Ende ja auch erst mal nach Hause gefahren ist.
Aber der Wunsch war... Also meine Frau hat mir im Krankenhaus gesagt, wir müssen jetzt was ändern. Wir müssen uns mehr Flexibilität schaffen, um auch die Kinder betreuen zu können und auch die beruflichen Ziele erreichen zu können. Das müssen wir irgendwie harmonisieren, die Ziele.
Und das hat sich schon massiv... Also ich durfte ja einen Vortrag halten auf der Mastermind im Montafon zum Thema Familie und Business. Und das hat massiv was geändert. Also dann die Entscheidung, okay, wir machen das gemeinsam, die gab es zum zweiten Kind.
(1:02:29 - 1:02:42)
Vorher war okay, wir machen gemeinsam Immobilien für den Bestand, für die Rentenvorsorge. Und am Ende ist ja jeder selber zur Arbeit gegangen. Und war ja nicht gemeinsam bei der gleichen Firma.
(1:02:43 - 1:03:26)
Ja, genau. Und dann war die Entscheidung, okay, lass uns das zusammen machen. Ja, und vielleicht auch Synergieeffekte.
Wenn der eine mal beschäftigt ist, kann der andere am gleichen Thema weitermachen. Ja. Das war die größte Veränderung.
Also das Kind selber, man kann nicht mehr schlafen. Also das klingt jetzt erst mal komisch, aber ein Kind schläft, das andere nicht. Und dann tauscht das.
Und man ist halt einfach in Summe... Und gerade wenn es jetzt in der Arbeit zusammen sind, wird es noch schwieriger, denke ich. Körperlich war das anstrengender beim Zweiten. Also das Schlafen insbesondere, weil der Zweite ein bisschen mehr Fürsorgebedarf hat als der Erste.
Das ist jetzt auch alles ein bisschen entspannter. Jetzt ist er auch schon zwei. Aber das war so am Anfang die größte Veränderung.
(1:03:27 - 1:03:33)
Ja, das Schlafen merkt man halt. Dann fehlt die Energie am nächsten Tag. Man muss sich irgendwie so ein bisschen manchmal durchschleppen.
(1:03:33 - 1:03:38)
Ja, also bei der Frau nicht. Die hat Hormone. Irgendwie geht es dann doch irgendwie immer.
(1:03:38 - 1:04:14)
Und ehrlicherweise geht es trotzdem irgendwie immer. Das ist halt mehr innere Schweinehundsilber. Das habe ich jetzt auch im Coaching gelernt.
Du musst einfach an den Dingen arbeiten, die wirklich, wirklich vorandringen. Die Umsatz machen, die einen Impact auf deine Firma haben und nicht Buchhaltung. Das ist zwar sehr wichtig, aber das sollte ja nicht deine Hauptarbeitszeit in Arschbruch nehmen, sondern Marquise.
Es ist auch egal, welches Business. Der Vertrieb muss funktionieren. Sonst gibt es keinen Umsatz.
Und ohne Umsatz kannst du die ganzen Kosten, die hinten dran sind, ja nicht bezahlen. Mir kommt da auch so das Wort EPA gerade schon in den Hinterkopf. Einkommensproduzierende Aktivitäten.
(1:04:14 - 1:04:20)
Ja, genau. Ich kenne es als GPM, Geldproduzierende Maßnahmen. Aber ich sagte mir das gleiche aus.
(1:04:20 - 1:05:21)
Ja, ja. Was mir gerade auch so in den Familienbereich kommt. Ich nehme auch vor, bei vielen Unternehmern, dass über die Familie eigentlich wenig gesprochen wird einerseits und dass viele bei den Prioritäten die Familie nicht auf Position einsetzen, sondern das Unternehmen.
Fällt dir das auch auf? Bei dir ist es offensichtlicherweise anders, aber ist dir das auch schon aufgefallen, dass viele dann eher die Familie vielleicht hinten runterfallen lassen und das Unternehmen ist das Wichtigste? Auf jeden Fall. Ja, also wenn man, jetzt kenne ich ja mittlerweile sehr viel mehr Unternehmer. Für den Anfang auf jeden Fall.
Witzigerweise, wenn man dann tiefer mit denen reingeht ins Gespräch, sagen die meisten, sie haben da einen Fehler gemacht. Also die lieben dann trotzdem ihre Firma, die lieben ihr Baby. Aber viele von denen, die ich genau in diesem Bereich kennenlernen durfte, sagen dann, ich hätte mich gerne früher mal rausgenommen, hätte gerne mal die Verantwortung abgegeben und hätte mal gerne mehr Zeit mit meinen Kindern verbracht.
(1:05:22 - 1:05:48)
Oder hätte vielleicht der ein oder andere die es sein lassen und dafür die Zeit gehabt für die Familie und die Kinder. Du, also ich nehme auch einen Deal gerne an. Also ich meine, was soll ich machen? Also wir leben davon, dass wir was ankaufen.
Ich kann jetzt auch nicht sagen, dass ich das immer jeden Tag schaffe, dass ich ab 16 Uhr nichts mehr mache, nur mit den Kindern bis 20 Uhr danach Paarzeit. Das geht nicht immer. Manche Sachen erfordern einfach ein Handeln.
(1:05:49 - 1:06:03)
Dafür ist das Leben als Unternehmer auch nicht stringent genug. Es gibt mal den Tag, der vielleicht auch 20 Stunden hat und den, der ein bisschen kürzer ist, weil man sagt, ich mache ein bisschen was, was jetzt wichtig ist. Ja, was ich gelernt habe, ich lerne oder ich versuche auch an den Tagen, wenn es einen Erfolg gibt, einfach den Erfolg zu feiern.
(1:06:05 - 1:07:04)
Diese Zwischenziele zu feiern, vielleicht auch wenn ich jetzt ans Bild von der Wanderung denke. Ich feiere nicht nur, wenn ich auf dem Gipfel bin, sondern auch mal die Zwischenetappen. Genau, also bei der Pause, wenn man sich da hoch, dann festspottet man da schön und das ist ein toller Ausblick.
Aber es ist ja nicht der Ausblick, weshalb man hochgelaufen ist. Das ist wirklich nur dieser Weg dahin. Am Dienstag haben wir wieder unseren größten Deal unterschrieben, den wir bisher gemacht haben.
Wir haben es extra gefeiert. Wir haben eine Übernachtung gemacht. Meine Schwiegermutter hat sich um die Kinder gekümmert.
Das war wirklich richtig toll. Ihr wart in München, glaube ich, oder? Wir waren in München. Wir haben dann auch eine Nacht da gemacht, waren auf einer Dachterrasse essen und es war wirklich cool.
Am nächsten Tag frasselten die Herausforderungen direkt wieder ein. Schon auf dem Rückweg nach Hause fühlte sich das nicht an wie einen geilen Deal unterschrieben, sondern es war direkt wieder arbeiten. Ich bin so froh, dass wir wirklich dort geblieben sind und diesen Moment einmal eingebrannt haben, einfach als Erinnerung.
(1:07:04 - 1:07:31)
Ich denke, die Reise zum Gipfel soll ja auch Spaß machen. Es wäre schade, wenn immer nur diese kurzen Momente mit der Aussicht ganz oben interessant wären und dann steigt man ab und dann muss man warten, bis man auf den nächsten Gipfel kommt. Wieso darf man nicht Tisch und Drill auch Freude haben und so einen Zwischencinema feiern? Ja, und auch wenn man sich dann so ein materielles Ziel setzt.
Ich hatte zwischendurch so die Vision, ich hätte jetzt gerne eine schöne Uhr. Auf dem Weg dann habe ich gemerkt, nee, das ist gerade gar nicht das, was ich fühle. Ich will gar keine Uhr haben.
(1:07:32 - 1:08:14)
So war es dann halt nicht. Jetzt habe ich mir, ich habe ja gerade mit Golfen angefangen. Ich bin zu so einem Fitting gegangen mit dem Golf Pro, habe da ein paar Schläge geschwungen und habe gesagt, okay, die kaufe ich, weil das ist jetzt meine Belohnung.
Ich möchte geiles Equipment haben. Obwohl ich jetzt jede Woche spiele oder alle zwei Wochen, egal, das hängt halt auf zehn Jahre. Und ja, das ist jetzt die Flexibilität auch im Gehirn, wo man hingewachsen ist, dass man nicht immer sagt, ich habe mich dazu entschieden, ich mache das auf jeden Fall, sondern auch diese Selbstreflexion, will ich das überhaupt? Genau, ich mache das, was sich richtig anfühlt, für mich vielleicht auch das Richtige ist und ich lasse mich jetzt nicht von außen beeinflussen, nur weil die anderen gerade ein paar Uhren gekauft haben, muss ich nicht selber ran.
(1:08:14 - 1:10:48)
Du, ich bin mir sicher, die Uhr werde ich irgendwann kaufen. Der Zeitpunkt passt halt jetzt gerade nicht. Nee, verstehe ich.
Hast du so einen weiteren Switch machen, ein neues Themenfeld, vielleicht auch so in Richtung Mindset? Wieso denkst du das, oder vielleicht auch so, ich stelle mal eine These auf, viele Menschen denken immer, ich muss mehr arbeiten, um mehr Erfolg zu haben. Stimmt das? Stimmt natürlich nicht. Ich glaube, das ist normal.
Ich habe auch sehr lange gedacht, wenn ich länger arbeite, bin ich erfolgreicher, bin sichtbarer. Also, das kann ich sogar belegen, bei Audi hatte ich 430 Überstunden. Von den 430 Überstunden rückblickend waren die letzten 100 bestimmt nicht notwendig.
Die anderen 330 lagen aufgrund von der Personaldicke, da war wirklich viel zu tun. Und bei einer 35-Stunden-Woche, wenn du im Ausland bist und zehn Stunden arbeitest, geht das schnell nach oben. Aber die letzten, man hätte einfach mal sagen können, mache ich nicht.
Man hätte einfach lernen müssen, bei den Sachen, die nicht wichtig sind, sagen zu müssen. Auch dem Chef sagen, rentiert sich nicht für die Firma. Aber damals war ich nicht so weit.
Sondern ich habe das gemacht, was von mir verlangt wurde und es war halt zu viel. Erfolgreicher dachte man. Aber wenn man dann im Gespräch sitzt für eine Gehaltsverhandlung im Konzern, wo ja doch ein bisschen auch vorgegeben ist, wie es dann abläuft.
Dieses Jahr haben wir leider kein Geld, der Firma geht es ein bisschen schlechter und ich finde es toll, wie du dich reingehängt hast. Aber ich habe jetzt nur hier die weitere Stufe B oder C in dein Gehaltsgefüge. Du sollst eigentlich auf die nächste Etage.
Tut mir leid. Ja, ich will mich überhaupt nicht beklagen. Ich habe eigentlich, glaube ich, für mein Alter das Maximum, was man kriegen kann, erreicht in der Zeit.
Bin damit auch happy. Das ist ja auch irgendwie ein Erfolg, wenn auch nicht nach außen. Das ist ein Erfolg für mich eben gewesen.
Konnte es eh nicht teilen bei den meisten, weil es war Neid. Ich bin doch auch so alt, warum habe ich das nicht? Ja, aber du hast dich nicht getraut, mal zu wechseln. Und ich habe genauso lange studiert und unsere Lebensläufe sind gleich Jahre.
Das ist genau dieser Trugschluss. Es geht um die Leistung und manchmal muss man auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, um dann auch mal Mutbeweis, eine Opportunität anzunehmen. Das verstehen man viele nicht.
Die wollen ja immer alles gleich machen. Das geht halt nun mal nicht. Das sind alles verschiedene Individuen mit unterschiedlichen Geschichten und Präferenzen.
(1:10:48 - 1:13:19)
Tatsächlich hat sich auch in diesem Sinne dieser Präferenz. Ich habe ja gedacht, auch dann im Unternehmertum, oder fairerweise muss man sagen, wir sind aktuell eher selbstständig, weil ich habe noch keinen Geschäftsführer und ich habe noch keinen Bauleiter. Also wir machen viele Dinge selber.
Das heißt, wenn ich nicht arbeite, dann steht zwar nicht der Umsatz sofort, aber grundsätzlich passiert dann natürlich weniger. Also so gesehen bin ich noch selbstständig, noch kein Vollblutunternehmer. Aber in den letzten zwei Monaten haben wir es tatsächlich ausprobiert, einfach mal weniger zu machen.
Weil weniger ist mehr. Mein Mentor hat gesagt, du musst dir Zeit nehmen, du musst dich erholen. Du musst dich erholen, du musst mental fit sein.
Also meditieren, mehr laufen gehen, Wärmesport machen. Ich mache jetzt gerade auch so eine Challenge abnehmen oder Six-Pack-Challenge eher, weniger abnehmen. Klar, es ist Teil davon, sonst sieht man die nicht.
Ich muss trotzdem sagen, ich habe mehr geschafft in der Zeit, wo ich weniger gearbeitet habe, weil ich einfach mich fokussiert habe, das Handy nicht in die Hand genommen habe, die Antworten hingeschoben habe. Jetzt habe ich den Flugmodus drin, mich ruft keiner. Es ist toll, diese Fokussierung.
Es klappt häufig im Alltag dann manchmal nicht, weil man dann immer denkt, man verpasst irgendwas. Oder man wartet auch auf einen Rückruf, weiß aber nicht, wann er kommt. Meine Frau und ich machen das gerade beide so.
Und witzigerweise, es läuft besser als vorher. Deshalb, wir wollen jetzt diese Welle reiten, weil es wird auch wieder diesen Punkt geben, wo man denkt, scheiße, jetzt kriege ich wieder nichts hin. Ich habe vielleicht ein schlechtes Gewissen und ich mache wieder mehr.
Ich mache wieder zehn Stunden. Ich hoffe, dass wir uns dann gegenseitig mal in die Augen gucken und sagen, das ist nichts Zuführendes. Das war eine super Überleitung zu meiner nächsten Frage.
Aber ich denke, du hast es selber so ein bisschen beantwortet schon, wie wichtig Ruhe für Entscheidungen ist. Ich denke, es ist essentiell, oder? Ich habe hier einen Unternehmerkollegen im Umgang. Wir sind in so einem Einzelbüros.
Als er heute Morgen kam und mich beglückwünscht hat zu unserem Deal, weil wir natürlich auch darüber gesprochen haben, saß ich hier und habe meditiert. Mittlerweile versuche ich echt jeden Tag zumindest mal fünf Minuten einfach zu meditieren. Einfach auch versuchen, keine Umgebungsgeräusche, einfach nur mal so mit seinen eigenen Gedanken klarzukommen.
(1:13:20 - 1:13:55)
Und auch den Druck mal fallen zu lassen, im Körper zu sein. Am besten finde ich tatsächlich, ich habe einen Smartwatch, 15 Minuten einstellen und einfach nur Augen zu. Das war am Anfang so schwierig.
Klar, der Kopf, der ackert. Ich habe das Thema, das Thema. Da muss ich was machen.
Und jetzt gehe ich laufen oder meditiere. Meistens gehe ich tatsächlich laufen. Mittlerweile auch ohne Musik.
Einfach nur Natur. Ja, so geht es mir beim Spazierengehen. Das kenne ich sehr gut.
Figurin. Einfach mal in Bewegung komme, nichts tun. Vielleicht denken, vielleicht auch nicht, dass das Wasser sich gerade gut anfühlt.
(1:13:55 - 1:14:22)
Ja, und immer dann, wenn es richtig schlecht läuft. Absage der Bank, Absageobjekt, irgendwie Bauschaden, Wasserschaden. Im Grunde Wasserschaden lügt mich jetzt nicht mehr, aber sowas.
Einfach die, ein Häkchen geht was schief, wo alle sagen, ey, das ist eine Hilfsbotschaft, dann gehe ich laufen. Oder ich beende den Tag einfach mit, ich mache jetzt nichts. Klar, es gibt Singel, da musst du sofort reagieren, aber die wenigsten Sachen bedürfen ja wirklich den akuten Notarzt.
(1:14:23 - 1:15:10)
Ja, bin ich bei dir. Ich denke auch, schlussendlich muss man immer begreifen, es kann alles Mögliche auf dich einströmen, aber du hast immer die Macht darüber zu entscheiden, wie du darauf reagierst. Ja, das ist der größte Punkt, den ich gerne entwickeln möchte.
Manchmal ist man das Huhn. Also das ist auf jeden Fall so der Punkt, wo ich gerne arbeiten möchte. Witzigerweise, ich kenne einen der Entwickler verloren.
Ich hoffe, du kommst nicht vor die Flinte. Aber dieses Kopflose mit, keine Ahnung, ich laufe mal los. Manchmal verfällt man in diese Muster, auch wenn das Problem wieder zu groß erscheint, weil man es noch nie hatte.
(1:15:13 - 1:16:40)
Das darfst du mit den meisten Arbeiten als Unternehmer. Ja, einfach auch mal diesen Schritt zurück und nüchtern betrachten und entscheiden, wie ich mit der Situation umgehen möchte. Genau, also selbst entscheiden.
Nicht, dass die Umwelt... Ich bin auch immer ganz gerne bei den Storytellern. Die helfen einem da auch ganz, ganz viel, wie man in so Situationen umgehen kann, wie man seine Emotionen in so einem Fall dann auch rauskriegt und dann ganz nüchtern und gelassen reagieren kann. Also kann ich auch jedem von den Zuschauern zuschauen, das Ding schaut bei den Storytellern rein.
Da gibt es so viel zu lernen, auch gerade für Unternehmer zu tun. Lass mich mal noch so ein bisschen darüber gucken. Vielleicht noch so, wir haben es eigentlich schon, wie du mit Rückschlägen umgehst.
Ich nehme mit, dass du laufen gehst, wenn es einen Rückschlag gibt, um so rauszukommen. Ich glaube, das ist beantwortet. Jetzt noch zum Abschluss so auf dem Thema Mindset.
Was würdest du heute zu deinem 25-jährigen Ich mitgeben, wenn du so zurückblickst? Hätte er was anders machen sollen? Hätte er was früher machen sollen? Also ich habe jetzt lange nach dem Studium, habe ich dem Studium hinterher geweint. Das war wirklich eine schöne Zeit und man wollte die doch sehr lange wieder zurück. Diese unbeholfenen, also du hast keine Probleme, in Häkchen keine Probleme.
(1:16:40 - 1:20:44)
Viel Zeit, keine Verantwortung. Ja, das hatte ich jetzt nicht. Ich hatte schon auch Verantwortung und ich habe auch nicht so krass viel Zeit gehabt, aber es war alles irgendwie so locker, flockig, ohne Druck irgendwie.
Genau, das habe ich, dem habe ich lange ... Deshalb, jede Zeit war richtig so. Ich würde nichts anders entscheiden. Damals, als ich von Audi zu Porsche gegangen bin, haben alle meine Kollegen gesagt, bist du dir sicher? Machst du nicht was falsch? Da habe ich gesagt, hey, dann komme ich zurück mit mehr Geld.
Ja, also da haben die alle geguckt und das nicht verstanden und ich bin auch der Einzige gewesen, der das gemacht hat. Das gab es sonst keines in dem Zeitpunkt. Ich würde nichts anders machen.
Also klar, würde ich dem Felix mit 25, weil das ist ja gerade so am Studiumende, ich hätte dem auf jeden Fall vielleicht noch den Tipp, also nicht, dass sie es anders machen, aber den Tipp geben, höre nicht auf die anderen Leute, die nicht da sind, wo du hin willst. Genau, da auch so diesen Fokus auf die richtigen Ratgeber zu nehmen. Ist derjenige, der mir den Rat gibt, einerseits in der Position, weil er die Erfahrung hat und wähle das Gleiche, was ich möchte.
Deshalb, also ich höre mittlerweile nur noch auf Mentoren oder auch Persönlichkeiten, die da sind, wo ich hin will oder die den gleichen Weg gehen möchten. Ja, das ist für die Mitmenschen dann immer schwierig, dass sie dann meinen, du bist ja gar nicht mehr kreditfähig und kannst keinen Rat mehr annehmen, aber du differenzierst halt, von dem du Rat annimmst und das verstehen sie ja nicht. Ja, ich muss tatsächlich gestehen, ich habe jetzt nicht meinen Freundeskreis komplett, sage ich mal, gelöscht, wie viele das dann irgendwann machen, weil sie ein bisschen, ja, ich meine nicht jetzt im Sinne von du bist jetzt raus, ich halte trotzdem Kontakt, aber wir sehen uns deutlich weniger.
Und ich habe Glück gehabt durch den Umzug, dass man da schon sehr schnell festgestellt hat, wer sind denn die Richtigen? Also ich habe ja schon direkt mit dem ersten Tag hier unten in Süddeutschland zu leben eigentlich festgestellt, ich habe echt mega Glück gehabt mit meinem Freundeskreis. Wir haben wirklich so eine tolle Verbundenheit, das reicht, wenn wir uns einmal im Jahr sehen oder zweimal. Da gibt es kein, wir müssen uns öfter sehen, komm doch mal wieder vorbei, die fahren auch hierher.
Also von anderen Freunden, die fertig waren im Studium, die haben sich nie wieder gesehen, weil du bist ja weggezogen. Ja klar, und man sagt, man hat einfach dann wenig Gemeinsamkeiten gehabt, hat sich so ein bisschen auseinandergelebt, aber dann, ich glaube, in solchen Phasen merkt man, wo wirklich eine Verbundenheit da ist und es auch reicht, man sieht sich einmal im Jahr oder eben dann auch nicht. Also wirklich, auch auf der Hochzeit, wir hatten, also ich habe meine Kumpels aus der Gymnasie der Allzeit zusammengekommen, neunte Klasse haben wir zusammen, mit denen bin ich heute.
Da entwickelt sich auch jeder weiter. Wir sind jetzt auch echt an dem Punkt, dass wir über Persönlichkeitsentwicklungen in dieser Gruppe sprechen und da ist jetzt auch keiner Unternehmer. Ich bin der Einzige, der selbstständig ist.
Viele wollen sich inspirieren lassen, viele fragen. Wie bei dir damals. Entwickeln sich, wechseln auch den Job.
Also es ist jetzt auch so, vorher war klar, ich kann nicht meinen Job wechseln, guter öffentlicher Dienst, das geht nicht. Ja, das ist der eine Freundeskreis und die anderen, von meiner Frau, die sind auch seit Jahren ein Freundeskreis, die entwickeln sich auch weiter. Aber das zeigt ja, wenn sich was im Umfeld verändert und ich sage mal, was Positives reinkommt, kann es auch die anderen anstecken.
Nicht nur die anderen können jetzt dich wieder runterdrücken, sondern du kannst auch andere nach oben heben. Absolut und bei uns ist das genau der Fall. Also wir dürfen da immer mal wieder Inspiration sein.
Klar, manchmal nervt es auch ein bisschen, wenn man da so den Spiegel vorhält, aber das gibt sich dann meistens von selbst. Ja und wenn es sich nicht gibt, dann kann man auch nicht helfen. Also wir sind jedes Jahr, fahren wir immer an Silvester zum Beispiel in Urlaub und diese Clique, dieses Jahr fahren wir nicht zusammen, hat verschiedene Gründe, aber wir sind auch alle Kinder und jeder hat so ein bisschen... Ein bisschen komplexe Worte.
(1:20:44 - 1:22:03)
Aber jeder genießt das irgendwie auch. Das war wirklich cool und selbst, wenn man mal denkt, der ist gar nicht mehr auf meiner Wellenlänge, dann hat man, also ich habe festgestellt, ich habe einfach die falschen Fragen gestellt oder ich habe gar keine Fragen gestellt. Und wenn man dann mal tiefer einsteigt, dann hat man eigentlich festgestellt, der hat auch nur was zu lösen gerade, ich muss ihm nur Zeit geben.
Das hat jetzt nichts mit mir zu tun, sondern es ist sein Thema. Ja klar, da auch manchmal einen Perspektivwechsel zu machen, ist vielleicht auch bei sich zu suchen. Lass uns jetzt zum Abschluss nochmal zum heutigen Thema einsteigen.
Heute kennt man dich vor allem für die Immobilienbranche. Gib mir mal so einen Überblick, was machen welche Unternehmen oder was macht dich vielleicht auch generell? Sehr gerne. Für mich vielleicht ist es relativ leicht.
Meine Frau, mein Geschäftspartner, der Fabian und ich, wir haben ein Firmenflecht gegründet, wo wir einmal Immobilienhandel betreiben. Also wir kaufen Mehrfamilienhäuser primär, natürlich auch meine Wohnung, aber primär Mehrfamilienhäuser und verkaufen dann die Wohnung einzeln wieder an Kapitalanleger, die einfach die Ticketgröße für das Mehrfamilienhaus nicht wollen. Meistens haben wir tatsächlich Einsteiger, die nehmen wir auch wirklich komplett an die Hand bzw.
(1:22:03 - 1:23:38)
kaufen die meistens nicht zweimal bei uns, sondern die lernen dann, wie sie es selber machen. Wir begleiten dann ein bisschen. Natürlich bezahlen wir dafür einen Obolus.
Die Firma muss ja Geld verdienen. Das muss ein Delta da sein, so ein Einkauf und Verkauf. Das macht man keinen Gewinn.
Aber man muss wirklich sagen, wir haben ein extrem gutes Verhältnis zu unseren Käufern. Einer der Käufer ist jetzt auch immer regelmäßig auf meinem Stammtisch hier, hilft, wo er kann, stellt viele gute Fragen, entwickelt sich selber weiter. Den möchte ich aber jetzt ehrlicherweise auch keine Wohnung mehr verkaufen.
Ich sehe wirklich so, ich möchte das Einsteigerprodukt verkaufen und der Einstieg ist ja meistens mit der ersten, zweiten Immobilie zu Ende. Dann ist es kein Einstieg mehr, sondern wird man ja automatisch schon wieder fortgeschrittener. Genau, da nehmen wir gerne an die Hand.
Wir inspirieren. Witzigerweise, man kennt mich und man sieht mich bei Social Media. Viele Leute kennen mich und ich kenne sie gar nicht.
Das ist schon sehr spannend. Nächste Woche gehe ich auch eine Wohnung verkaufen. Da sagt der Käufer, er möchte die Wohnung gerne kaufen.
Er möchte dann aber gerne mit uns auch noch ein persönliches Gespräch führen, wie wir dahin gekommen sind, wo wir jetzt sind. Ganz im Ernst, die haben mir den Zuschlag gegeben, weil das war so sympathisch. Das waren unsere Werte.
Ja, aber ich kenne das. Wenn ich zu einer Tagung komme und da kommt schon jemand und sagt, ach, ich kenne dich von LinkedIn, können wir uns mal persönlich kennen? Hat was Besonderes. Genau, und die zweite Firma, die wir haben, die betreibt Ferienwohnungen und Monteursunterkünfte.
(1:23:39 - 1:25:05)
Eigentlich zu 99, 95 Prozent eher Ferienunterkünfte. Die werden auch mal von einem Monteur benutzt, aber nicht der Fokus. Nicht der Fokus, genau.
Wir sind Businessreisende. Wir haben da ein Boardinghaus, mehrere Wohnungen, sind auch gerade dort in der Verhandlung für ein weiteres Boardinghaus mit 39 Einheiten. Da gibt es dann auch noch ein bisschen Wachstum.
Da haben wir auch einen starken Partner an der Seite mit der Saligruppe. Ich weiß nicht, ob du die jetzt kennst. Ja, sag mir was.
Die machen, glaube ich, auch so Möbeln zusammen. Genau, die haben auch ein echt tolles Firmenkonstrukt aufgebaut mit Ausbildung, also Akademie, Möbeln, Wäsche, Gästeservice, verschiedene weitere Sachen, was uns natürlich auch geholfen hat, weil das irgendwie auch sehr familiär war schon am Anfang. Da ist unsere Geschäftspartnerin Melanie, die sitzt auch hier um die Ecke.
Das ist auch mehr freundschaftlich als reingeschäftlich und genauso möchte ich auch mein Leben gestalten. Freunde und Geschäft klappt nicht immer. Das durfte ich auch leider schon feststellen.
Ich musste mich da auch schon einmal von einem Freund trennen, eigentlich sogar von zweien schon mittlerweile. Es war nicht einfach. Ich glaube, es ist auch am schwersten, seinem Freund zu sagen, dass das nicht funktioniert miteinander.
Aber so das Konstrukt, ja, genau. Wir haben eigentlich zwei Firmen plus ein Holding und es gibt nur ein Einzelunternehmen. Aber an sich, die Geschäftszwecke, wir haben zwei.
(1:25:05 - 1:25:21)
Okay, und sonst nehmen wir wahrscheinlich Vermittlung vielleicht noch. Nee, nee, nee, Vermittlung tun wir tatsächlich überhaupt nicht. Wir kaufen alles nur selber im Stand.
Wenn wir mal vermitteln, dann höchstens mal, wir kaufen es nicht und sagen, hier kommt der Makler. Die suchen eigentlich einen Makler und nicht jemanden wie mich. Ja, klar.
(1:25:22 - 1:25:40)
Genau, und dann haben wir natürlich noch unseren Bestand, aber das ist jetzt für mich keine reine Firma. Nee, gut, ich sage mal, wenn man ganz genau ist, ist jede Immobilie eine Firma, weil es ist immer ein kleines Geschäftsmodell. Aber klar, die private Vermietung, das habt ihr wahrscheinlich so gestartet und irgendwann gesagt, okay, die anderen Sachen machen wir in den Firmen.
(1:25:40 - 1:27:51)
Ich möchte auch noch weiteren Bestand kaufen. Also aktuell suchen wir halt, wie gesagt, mehr von den Häusern. Auch für den privaten Bestand suchen wir dann mehr von den Häusern, weil ich sehe auch, dass wir das können, das zu entwickeln.
Und da macht es dann einfach Sinn, wenn man dann 10 Familien auskauft, dann macht man einmal das Dach und muss nicht zu 10 Eigentümerversammlungen gehen. Das muss ich ehrlicherweise gestehen. Ich gehe zu eigentlich gar keiner Eigentümerversammlung mehr, außer irgendwie meiner Wohnung ist da dann Wertminderung oder so möglich, wenn ich nicht hingehe.
Aber ich möchte nicht mehr zu einer Eigentümerversammlung gehen. Also die privaten Mindfucks von Menschen, denen man aus dem Weg geht, bei der Eigentümerversammlung sieht man die alle wieder. Da sitzen ein paar ältere Herren, jüngere Herren, keiner will Geld ausgeben, aber alle wollen das Maximale haben.
Dann gibt es Leute, die keine Kohle haben. Das ist nicht mehr so meine Welt. Deshalb wir kaufen auch nur in WGs für unsere Kunden ein, wo das funktioniert.
Und wenn wir das ganze Haus haben, können wir ja selber entscheiden, wer danach die Wohnungsgemeinschaft ist. Aber ich möchte, ich habe mich ja so weiterentwickelt, deshalb ich möchte dann nicht diesen Stress haben, über etwas zu diskutieren, was eigentlich so 50 Euro kostet und dann hängt man sich daran auf. Ich verstehe, was du meinst.
Ich habe auch zwei Wohnungen und im Nachhinein habe ich, glaube ich, mehr Lust auf Mehrfamilienhäuser und weniger auf WGs und dann auch Hausverwalter, die sich einfach auch manchmal Zeit lassen. Ganz vorsichtig. Also zusammengefasst, wir kaufen, verkaufen und wir betreiben Ferienwohnungen.
Vielleicht auch deine Nachfrage, was uns für Regionen, dass man das auch so ein bisschen regional einordnen kann. Sehr gerne. Wir sind jetzt in Heilbronn.
Wir kaufen ein bis, sage ich mal, aktuell zumindest Baden-Württemberg, aber alles nur entlang von Autobahnen. Jetzt haben wir ja in Heidenheim gekauft, entlang der A7 bis Stuttgart, Heidelberg, Mannheim. Also alles, was man von uns aus in einer Stunde erreichen kann.
Heidenheim war jetzt ein Sonderfall, weil meine Frau sechs Jahre da war. Das heißt, da kannten wir uns gut aus. Aber eigentlich das Ziel, eine Stunde zum Haus fahren zu können.
(1:27:53 - 1:28:19)
Zusätzlich haben wir bei uns noch eine Heimat, weil wir kommen ja aus Niedersachsen, Braunschweig, in der Gegend. Da können wir auch kaufen. Da haben wir die Familie auch inspiriert.
Die macht mit. Mein Schwager ist mittlerweile Immobilienmakler. Meine Schwiegermutter kümmert sich bei uns tatsächlich um die ganzen Übergaben und die ganzen Mieterangelegenheiten.
Das heißt, da müssen wir auch nicht mehr wegen jeder Sache hinfahren. Das haben wir vorher schon nicht gemacht, aber vorher hast du einen Dienstleister bezahlt, der da hin geht. Es hat die Familie da auch mit am Wölkernslag gefallen.
(1:28:19 - 1:28:38)
Jetzt bleibt das Geld meiner Familie. Da unterstützt man sich entsprechend. Wir haben auch mit denen zusammen ein Haus gekauft, weil es einfach passte.
Wir sehen das schon als Familienunternehmen. Deshalb möchte ich auch nicht wachsen auf 20 Mitarbeiter. Weil dann geht das Familiäre vielleicht ein bisschen verloren.
(1:28:39 - 1:28:44)
Das weiß ich noch nicht. Das habe ich noch nicht ausprobiert. Mal schauen, wie es dir anfühlt, wenn du da stehst.
(1:28:44 - 1:28:56)
Ich möchte aber nicht immer die Person sein, auf die alle warten. Das kann man natürlich auch mit seiner Kultur in der Firma ändern oder auch vorleben. Aber es ist schon ganz schön, die Entscheidungswege sehr kurz zu halten.
(1:28:58 - 1:30:15)
Vielleicht auch mal ganz konkret gefragt. Wie findet ihr eure Projekte? Was sind eure Akquisekanäle? Makler. Ich muss ganz klar sagen, Makler.
Auch ab und zu mal private Eigentümer. Aber 95 Prozent, was wir kaufen, kommt von Maklern, die wissen, wie wir arbeiten. Und die entscheiden sich explizit für unsere Professionalität.
Das muss man auch so sagen. Natürlich telefoniert man denen auch manchmal hinterher. Aber am Ende braucht man fünf Makler, mit denen man gut kann.
Mir ist es wichtig, dass man sich menschlich gut versteht. Weil Probleme gibt es bei allen Themen in einem Deal. Egal, wie das Geschäft aussieht.
Und Makler. Verstehe ich vollkommen. Ich sage mal, wenn man auf eure heutigen Projekte schaut, merkt ihr schon, dass die Konkurrenz ein bisschen geringer wird, weil ihr jetzt nicht mehr nur ein Haus sucht.
Vielleicht ein kleines Mehrfamilienhaus oder einzelne Wohnungen. Sondern wenn es in Richtung größere Mehrfamilienhäuser geht, ist da die Konkurrenz schon geringer? Ja, auf jeden Fall. Aber da muss man es natürlich ins Verhältnis setzen.
Im ersten Schritt habe ich jetzt auch wieder im letzten halben Jahr gesehen, es sind immer die gleichen da. Also hat man irgendwie das Gefühl, die Konkurrenz ist sehr groß. Ist sie aber real nicht.
(1:30:16 - 1:31:05)
Das sind immer die gleichen fünf? Ja, so in etwa. Teilweise muss ich wirklich sagen, ich hatte so drei, vier Objekte letztes oder dieses Jahr, die ich kaufen wollte. Ich habe Angebot abgegeben und dann sagten mir immer, nee, es hat jemand ein bisschen mehr geboten.
So, dann kriege ich drei Monate später raus, hat ein Freund von mir gekauft. Ja, vielleicht nicht mit der gleichen Intention wie ich, aber hat mehr bezahlt und hat es gekauft, bestand oder macht auch einen Immobilienhandel. Ist okay, muss ich sagen.
Habe ich viel gelernt. Insbesondere, dass der Markt gar nicht so groß ist, wie man denkt. Das heißt, die Konkurrenz ist ja real auch gar nicht so riesig.
Das ist nur, wenn man dann immer in dieser Bubble hängt, dann denkt man immer, das machen alle. Ja, dabei ist es 0,1% oder weniger. Ja, das machen aber nicht alle.
Das auch zu realisieren, das ist ganz schön. Klar, jetzt eine Eigentumswohnung, wenn die online geht, da ruft doch jeder Eigennutzer an. Aber ein Mehrfamilienhaus kann doch kein Mensch bewohnen.
(1:31:06 - 1:31:42)
Ja, klar. Und vor allem auch aus der Thematik heraus, war ich richtig, war ich selber ein bisschen, war sehr große Günstige ein. Da hast du natürlich, wenn du es als Kapitalinleger suchst, eine ganz andere Konkurrenz.
Auch aus dem Grund, ein Eigennutzer, der ist auch bereit, mehr zu zahlen und bei dir sagst du dann irgendwann, ich habe hier eine Annuität. Die Annuität muss irgendwie zum Preis passen und wenn der Preis irgendwann zu hoch wird und die Annuität nicht mehr deckt, was da halt üblich ist für die Medien, dann macht es keinen Sinn mehr. Absolut.
Vor allem, wenn man dann noch von, wir haben jetzt in dem Fall von der Aktiengesellschaft gekauft, die haben ihre Buchwerte, die haben ihre Vorgaben. Da darf man nicht von abweichen. Wenn man sich dann diese Spielregeln hält, dann hat man einen Deal.
(1:31:43 - 1:32:10)
Ja. Und wenn man das nicht bedienen kann, Preis oder Bedingungen vom Vertrag, dann eben nicht. Emotionen sind da nicht so stark vertreten.
Klar, die beteiligten Menschen haben natürlich trotzdem Emotionen, aber das Gesamtkonstrukt ist weniger emotionsbehaftet. Und gerade bei einer Eigentumswohnung, der Ausblick ist so schön und dann zahlt man halt ein paar Euro mehr und das ist okay. Ich bin dann nicht mehr der Käufer.
(1:32:10 - 1:32:13)
Ja, klar. Ich kann da einfach nichts verdienen. Passt nicht zu dem, was du damit machen möchtest.
(1:32:13 - 1:32:49)
Ja, also wir können damit kein Geld verdienen, eine Emotion einzukaufen. Eine Emotion verkaufen ist völlig in Ordnung, aber eine Emotion einkaufen ist ein bisschen… Ja. Vielleicht auch nochmal tiefer zu bohren, was ist so die Kennzahl, die ihr euch anschaut, wenn es das überhaupt gibt? Also natürlich muss man erst mal gucken, was ist der Kaufpreis, wie viel Quadratmeter kriegt man für den Kauf.
Also Kaufpreis pro Quadratmeter ist sehr wichtig. Dann so, was zahlt der Mieter an Miete oder was kommt als Ertrag rein als große Kennziffer, wobei man das jetzt auch immer in Relation setzen muss zum Markt. Also es muss irgendwie beides passen.
(1:32:50 - 1:33:14)
Ist die Marktmiete jetzt 8 Euro und er zahlt 3 oder ist sie 10 Euro und er zahlt 9? Pauschal kann ich das jetzt nicht beantworten, weil es wäre auch irgendwie nicht fair. Aber grundsätzlich kann man ja mal annehmen, wenn die Miete so 20, 30 Prozent unter dem normalen Marktdurchschnitt ist und der Kaufpreis von mir ist auch 20, 30 Prozent unter. Also eigentlich der gleiche Faktor, nur ein günstiger, weil die Miete niedrig ist.
(1:33:14 - 1:33:39)
Dann kann man das kaufen, weil ich kann das entwickeln auf den Marktpreis. Ehrlicherweise ist der Marktpreis ja eigentlich real der gleiche, weil das Verhältnis ist bei meiner Rechnung immer gleich. Richtig.
Der Unterschied ist nur das, ich kann die Miete entwickeln und dadurch den Wert steigern. Genau. Jetzt müssen wir natürlich noch die Bausubstanz, das kommt so als letztes, die Bausubstanz.
(1:33:39 - 1:33:48)
Das sind Badrinnen aus den 70ern und die Elektrik. Das muss halt auch sehr passen. Da muss man natürlich auch mal einen Abschlag machen oder man muss vielleicht mal weniger renovieren.
(1:33:49 - 1:34:08)
Aber du bist schon im Team, zu sagen, ich kaufe auch mal jetzt was, wo die Realmiete einfach viel zu niedrig ist, dadurch sehr guter Preis. Aber ich weiß, ich habe da schon Referenzobjekte, die Miete ist ja eigentlich viel höher. Ich weiß, wie ich das Objekt von hier mit kleiner Renovierung dahin bringen kann und wie ich die Miete auch entwickeln kann und sehe da dann auch einen Business Case.
(1:34:08 - 1:34:15)
Genau. Genau so kaufen wir, haben wir jetzt gerade eingekauft. Natürlich ist es auch ein Prozess, das geht aber nicht von heute auf morgen.
(1:34:16 - 1:34:24)
Klar. Am Ende leben Menschen da drin und wir sind jetzt der Vermieter, wir bieten das zu Hause. Aber in dem muss es eine einvernehmliche Lösung geben.
(1:34:24 - 1:34:33)
Ja. Klar, wer seine Miete nicht bezahlt oder sagen wir allgemein den Hausfrieden stört, aber ehrlicherweise, das kriegt man sehr schnell raus. Ja.
(1:34:34 - 1:34:41)
Die Leute fallen glücklicherweise immer auf. Ja, die schreien am lautesten meistens. Und jeder kennt sie.
(1:34:42 - 1:34:50)
Meistens sagen die Nachbarn sowieso, wer es ist, wo man nicht lange suchen. Die stören sich ja auch dran, seien wir uns ehrlich. Genau.
(1:34:51 - 1:35:00)
Da haben wir auch einen Partner, mit dem wir das zusammen machen können. Wir müssen nicht immer selber alles machen, irgendwann wird es auch ein bisschen viel. Ich habe gehört, da gibt es ganz fege Leute, die bei den Mietergesprächen helfen.
(1:35:00 - 1:35:16)
Ja, wir haben jetzt aber nicht die, die wahrscheinlich dir in den Kopf fallen, sondern noch andere. Aber ich möchte auch, dass solche Themen von Mensch zu Mensch besprochen werden können und nicht einfach nur Post geschickt werden. Ja, und es ist auch lästig.
(1:35:16 - 1:35:26)
Dann kommen irgendwie Anwälte hinzu, die kosten beide Seiten Geld. Und im Endeffekt kommt man dann am Ende doch zum Vergleich. Und das hätte man eigentlich auch ohne die Anwälte zwischendrin schaffen können.
(1:35:27 - 1:35:33)
Also wir haben fast gar keine Anwälte. Also klar, es gibt Leute da draußen. Da muss es leider sein, aber ich bin da auch dabei.
(1:35:34 - 1:35:43)
Wir haben ja zwei Themen mit Anwälten und die haben beide einfach nicht bezahlt. Alles andere ist anonym. Beim Anwalt gab es gar auch Differenzen, gehört auch mal dazu.
(1:35:44 - 1:35:53)
Wenn der Mieter meint, er möchte gerne etwas Neues haben und nicht so alles bezahlen, kann man darüber reden. Das ist halt manchmal so ein bisschen der Ton die Musik. Ja.
(1:35:55 - 1:36:05)
Aber wir haben wirklich sehr gute Verhältnisse zu unseren Bestandsmietern. Und die Sachen, die wir kaufen, bisher haben wir auch keine Themen gehabt. Irgendwann wird es was geben, wird man dann auch lösen.
(1:36:06 - 1:36:18)
Aber ich möchte eher als Mensch wahrgenommen werden und nicht nur als der Unternehmer. Ja, kann ich so mal unterstreichen. Lass uns jetzt zum Abschluss noch so auf drei Fragen eingehen, die nochmal so ein bisschen tiefer gehen.
(1:36:20 - 1:36:48)
Wenn ich jetzt so schaue, vielleicht auch mit Blick auf deine Kinder, was möchtest du deinen Kindern irgendwann über dein Leben auch erzählen können? Ich habe mich getraut und ich habe ganz viel erlebt aufgrund dessen. Und zwar das, was ich selber erleben wollte und nicht das, was jemand anders für mich vorgesehen hat. Ich denke da immer an einerseits, wo gerubbelt wird, vor allem Späne.
(1:36:48 - 1:37:01)
Also nur wenn man was unternimmt, was erlebt, ja es gehen Dinge schief, aber das passiert ja nicht, wenn man nichts tut. Und klar, dann nimmt man auch so die Erfahrungen einfach mit. Ja, finde ich gut.
(1:37:03 - 1:37:18)
Lass uns noch mal weitergehen. Gibt es so einen Punkt, wo du sagen möchtest, jetzt habe ich es geschafft? Glaube ich nicht. Ich weiß ja, dass ich nicht das Ziel habe, an das Ziel zu kommen, sondern der Weg cool ist.
(1:37:19 - 1:37:31)
Von dem her wird es dann einfach ein neues Ziel geben, um einen neuen Weg beschreiten zu können. Vielleicht auch in einem anderen Bereich. Es ist jetzt nicht Immobilien, sondern es ist mehr die Familie oder eine neue Sportart oder der nächste Golfmeister, wer weiß.
(1:37:31 - 1:37:44)
Ich werde jetzt nicht sagen, ich mache das alles bis zu meinem Lebensende, weil das hat ja auch schon beim ersten Job nicht gestimmt. Ich möchte ganz viel im Leben erleben und ich möchte es vor allem frei entscheiden können. Also diese 4-Stunden-Woche.
(1:37:46 - 1:37:53)
Von Timothy Ferris. Ja, aber auch der Philipp Max Schabnack, der hat ja auch ein guter Beruf. Übrigens der einzige Mensch, den ich kenne, der das irgendwie umsetzt.
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Ich habe den mal auf einem Event kennengelernt. Jedes Mal, wenn ich ihm schreibe, sagt er, ja mir geht es gut. Also er kommt nie, auch in einem tiefgründigen Gespräch, kommt nie so, ah ja, also das Thema.
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Sondern ich habe Zeit, ich habe keine Zeit, aber ich habe Zeit für mich. Und der ist eine sehr große Inspiration für mich, das auch umzusetzen. Also nicht nur das Buch zu lesen, sondern das dann auch zu leben.
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Oder vielleicht deine eigene Version. Du sagst, ich will vielleicht keine 4 Stunden, sondern ich würde auch gern 20 arbeiten oder nur 5 oder 10, weil mir einfach auch der Prozess so viel Spaß macht, die Reise. Ich arbeite auch 30 Stunden.
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Persönlich stört mich das jetzt nicht. Es geht nur darum, diese 4 Stunden, die definiere ich für mich, die müssen Stunden. Das sind dann nicht so die Können-Stunden, sondern die müssen, damit der Ofen nicht ausgeht.
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Ja, ich verstehe, was du meinst. Dinge, die vielleicht auch gar nicht so viel Spaß machen, aber sie müssen halt erledigt werden. Genau.
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Ich denke, jetzt ein Buch hat er, aber das kannst du zum Glück outsourcen. Ja, aber trotzdem muss man ein Auge drauf haben. Oder den Kontostand muss man auch ab und zu mal checken.
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Ja, oder mal einfach auch mal dem Steuerberater auf die Finger kurz gucken. Manchmal sind es halt diese kleinen Dinge, die einen Unterschied machen, wo man dann doch jede Hand anpacken muss. Genau, und die würde ich gern auf die 4 Stunden reduzieren.
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Ja, wir sind jetzt hier im Backbone-Podcast. Daher auch so von mir die Frage, was bedeutet für dich heute Backbone, also Rückgrat zu haben? Ehrlicherweise hast du da ja schon tiefgehend nachgefragt. Ich glaube, als Zuschauer und Hörer ist es relativ klar, wo das bei mir ist.
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Und zwar, dass die Familie wichtiger ist als der nächste Deal, als das nächste Geld. Also, dass die Zeit, die gemeinsame Zeit und auch die Zeit mit jedem Einzelnen in der Familie, dass die einen höheren Stellenwert als Geld hat. Ist nicht immer leicht, weil man ja auch irgendwie weiterkommen will mit dem Unternehmen.
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Aber man macht es ja deshalb. Also muss ich auch bereit sein, den Grund auch einzulösen. Und wenn man das hinkriegt, also in dem Fall ich, dann ist das Rückgrat.
(1:39:59 - 1:40:17)
Ansonsten wäre es kein Rückgrat, weil ich mich selbst belüge. Oder vielleicht auch wieder mehr Rückgrat zu zeigen, wenn man jetzt mal eine schwächere Phase hatte. Ja, also am Ende muss man fairerweise sagen, das Rückgrat zeige ich dann, wenn es in der Firma nicht so gut läuft wie gedacht, man aber trotzdem die Zeit mit dem verbringt.
(1:40:18 - 1:40:29)
Indem man einfach seine eigenen Probleme nicht mit der ganzen Zeit nach Hause nimmt. Ja, es ist einfach so was, einzeitig noch die Zeit hinterzunehmen, wenn es gut läuft. Aber es ist schwierig, wenn es nicht gut läuft.
(1:40:30 - 1:40:40)
Und dann das Rückgrat zu beweisen, es trotzdem zu machen, wenn ich denke, das trifft es. Ja, Felix hat mich riesig gefreut, dass du heute hier warst. War ein wirklich tolles Gespräch.
(1:40:40 - 1:40:49)
Viele spannende Bereiche, wo wir auch eingetaucht sind. Ich schaue so in Richtung der Zuhörer, Zuschauer. Bleibt dran, kommentiert auch fleißig drunter, wie euch die Folge hier mit Felix gefallen hat.
(1:40:50 - 1:41:02)
Bleibt dran, es folgen viele weitere spannende Folgen. Am Dienstag war ich in Frankenthal, am Freitag bin ich in Bensheim, kommen spannende Gäste. Und bleibt weiter dran, hat mich gefreut.
