BACKBONE #011 – Jung Handwerker Nachfolger Unternehmer | Mike Schuhknecht & MB Kältesysteme GmbH
(0:00 - 0:53)
Freut mich, dass du heute hier im Backbone Podcast bei mir bist. Ich bin bei dir zu Gast hier in Oederan. Genau, richtig.
In Sachsen. Freut mich sehr. So, das ist vielleicht zu starten.
Sag ein paar Sätze zu dir, was soll man wissen? Erstmal vielen Dank für die Einladung hier in den Podcast. Ich habe mir tatsächlich schon die ein oder andere Folge auch mal angehört. Freut mich.
Ziemlich spannende Partner oder Gesprächspartner besser gesagt mit dabei gewesen. Was sollte man zu mir wissen? Ich bin Mike, 27 Jahre jung, bin aktuell Geschäftsführer einer Kältefirma in Oederan. Wir betreuen viele Gewerbekunden, viele private Kunden, sorgen für, das nenne ich immer als Aufhänger, eine kühle Atmosphäre in Form von Klimaanlagen, Wärmepumpen, alles mögliche.
(0:54 - 1:05)
Ich bin ein Tierfreund, wir haben selber Katzen und freue mich, wie gesagt, heute hier zu sein in dem Podcast. Ist ja spannend. Lass uns gleich mal so rein starten.
(1:05 - 1:27)
Wie siehst du dich eher? Siehst du dich mehr als Handwerker, Unternehmer, Problemlesse, Ingenieur vielleicht? Ich würde sagen, dass man das A nicht ganz abgrenzen kann. Also man ist eigentlich, sage ich mal, in der Position überall gefragt. Man kennt das ja, bei größeren Firmen gibt es Abteilungen und hier sitzt eigentlich die Abteilung für alles.
(1:27 - 2:05)
Zum Thema Technik, Handwerk. Man muss natürlich auch rausfahren beim Kunden schauen, ist das überhaupt umsetzbar? Wo bringt man die Kollegen dann auch eigentlich hin? Oder was müssen die letztendlich dann auch ausführen, wo sie dann sagen, was hast du dir eigentlich überlegt? Das funktioniert doch gar nicht. Ich möchte mich eher als Unternehmer sehen, merke aber, dass man aktuell doch eher so in der Selbstständigkeit ist, wo man trotzdem noch viel tun kann oder tun muss, wo man auch noch sehr darauf angewiesen ist, dann die einzelnen Prozesse zu regeln, sehr, sehr viel im Tagesgeschäft auch noch aktiv ist.
(2:06 - 2:55)
Und ein Ziel ist auf jeden Fall da, auch mehr vielleicht im Operativen zu sein, zu schauen, okay, wie ist die Ausrichtung der Firma, wo kann man hingehen? Aber es überschneidet sich alles. Also ich würde fast sagen, dass sich alles so die Waage hält. Okay.
Vielleicht, wenn dich jetzt heute jemand besucht, gibt es irgendwas Besonderes, was man jetzt nicht so von einem Kettetechnikbetrieb erwarten würde, wenn man dich heute besucht? Also ich würde auf jeden Fall sagen, dass wir in der Umgebung ein sehr junges Team sind, die Angestellten, klar, sind alle älter als ich, außer unser Azubi. Aber so von der Idee her versuchen wir jetzt auch in den nächsten Jahren, auch in den nächsten Monaten mehr im Bereich Digitalisierung zu machen. Ich versuche, das Thema KI bei uns ein bisschen mitwirken zu lassen.
(2:56 - 3:06)
Und ich denke, das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche und vielleicht auch generell im Handwerk. Vielleicht auch so ein bisschen einfach anders anzusetzen. Richtig, sind junge, sind modern, innovativ.
(3:07 - 3:29)
Genau. Ja, auch so Kooperationen mal mit anderen Leuten einzugehen, vor allem auch mit Sollateuren vielleicht zusammenzuarbeiten, weil wir auch das Thema festgestellt haben, dass viele Leute, die jetzt den Strom günstig vom Dach bekommen, dann nach Lösungen suchen, wo sie den Strom dann auch günstig nutzen können. Und dann sind wir meistens als Klimaanlagenanbieter und Installateur eine gefragte Spezies.
(3:30 - 3:50)
Verstehe. Ja, lass uns mal so ein bisschen zurückgehen. Wie hat das so alles bei dir angefangen? Wie kam so deine Begeisterung auch für die Technik? Also es hat eigentlich weit, weit angefangen in der schulischen Bildung schon, wo ich gesagt habe, okay, das Thema Technik interessiert mich allgemein.
(3:50 - 4:27)
Ich wollte von Anfang an eigentlich in Richtung Motorenentwicklung, Konstruktion gehen und hatte da auch versucht, bei einem großen deutschen Hersteller hier in Deutschland auch in ein duales Studium zu kommen. Das hatte zu der Zeit allerdings nicht so gut funktioniert, weil ich dann mich im Assessment Center nicht ganz durchsetzen konnte. Mir ging es genauso.
Das wollte ich auch machen. Und hatte dann quasi die Ideen, die nicht ganz so gefruchtet hatten, dann dort in dem Assessment Center. Und bin tatsächlich gar nicht böse, dass das nicht geklappt hat, weil es jetzt doch ja auch relativ viel Umschwung in der Branche auch gibt.
(4:28 - 4:44)
Und ich hatte dann relativ zeitig mich damit beschäftigt, auch während der Schullaufbahn, mir dann quasi einen Praxispartner zu suchen. Beziehungsweise wollte ich von Anfang an ein duales Studium machen. Und da hatte ich dann immer Angebote zugesendet bekommen.
(4:44 - 4:58)
Und da war unter anderem dann auch ein Planungsbüro im Bereich Heiz- und Klimatechnik dabei. Und das war aber weit, weit weg von mir gewesen, wo ich gesagt habe, okay, das muss es auch bei uns in der Umgebung geben. Hatte mich dann bei zahlreichen Firmen beworben.
(4:59 - 5:17)
Und bin dann zu einem Anlagenbauer gekommen, der auch deutschlandweit unterwegs ist, auch in der Nähe meines Heimatortes eine Niederlassung hatte, wo ich mich dann beworben hatte. Das war damals alles zusammen mit einem BA-Studium. Und ich kannte das aber von dem Automobilhersteller, dass das auch mit einer FH zum Beispiel funktioniert.
(5:18 - 5:47)
Das schimpfte sich damals Triales-Studium, quasi Ausbildung, Meister und Studium. Ah, ich wollte dich schon fragen, weil ich gesehen habe, dein Studium und deine Ausbildung sind parallel gelaufen. Genau, richtig.
Also eigentlich wäre das so gar nicht möglich gewesen, weil ich habe den Meister begonnen, bevor ich eigentlich den Berufsschulabschluss hatte oder den Gesellenabschluss. Und da gab es eine Sonderregelung. Wir durften quasi dann schon mal Planko anfangen mit dem Meister, unter Voraussetzung, dass wir die Ausbildung schaffen.
(5:47 - 5:54)
Klar, und hättest du es nicht geschafft, hättest du den Meister abbrechen müssen. Genau, richtig. Und ja, so kam dann das eine ins andere.
(5:56 - 6:14)
Und ich hatte eigentlich jetzt nie so den Wunsch, dass ich sage, okay, ich will jetzt in die technische Gebäudeausrüstung oder Gebäudeenergie und Klimatechnik. Aber mich hat das dann auch während des Studiums, während der Ausbildung dann immer mehr begeistert, weil es auch super vielseitig ist. Also man ist wirklich in jedem Bereich vom Gebäude unterwegs.
(6:16 - 6:47)
Und die Nische, gerade auch zur Kältetechnik, habe ich dann eigentlich während der Meisterschule dann mehr oder weniger für mich entdeckt, weil ich dann über ein Nebengewerbe, was ich mir angemeldet hatte, dann auch mit anderen Firmen, die in dem Bereich schon tätig gewesen sind, als Bauhelfer oder Subunternehmer mitgearbeitet hatte oder Praktika, besser gesagt, auch gemacht habe. Und fand ich super spannend. Habe ich mich zu der Zeit tatsächlich geärgert, dass ich nicht schon von Tag 1 in dem Bereich gewesen bin, Ausbildung gemacht habe, Meister.
(6:48 - 7:06)
Aber letztendlich konnte ich dann durch die Praktika viel Praktisches mitlernen. Und auch im Studium hatte ich die ein oder anderen Sachen über die Kältetechnik und Klimatechnik mit dabei, wo ich sage, okay, da hatte ich schon einen groben Überblick. Also fasziniert mich nach wie vor.
(7:07 - 7:22)
Thema Wärmepumpen war zum Beispiel auch ein großer Bestandteil von meiner Diplomarbeit. Und muss ich sagen, es ist ein ziemlich spannendes Thema, nach wie vor ein spannendes Thema. Vielleicht auch nochmal eine Rückfrage.
(7:23 - 7:35)
Viele sind ja gerade im Studium eher sehr, sehr theoretisch unterwegs. Da war es dann bei dir echt etwas ganz Besonderes. Mit einerseits Ausbildung, dann noch Meister hinterher, konntest du die Theorie wirklich mal mit der Praxis intensiv verzahnen.
(7:35 - 7:57)
Richtig. Und ich muss sagen, dass das auch ein sehr, sehr guter Kombinationspunkt ist, wo wir auch immer sehr gutes Feedback von den Professoren und Laboringenieuren an der FH bekommen hatten, die gesagt haben, das ist ein komplett anderes Arbeiten mit den Leuten, die das in der Praxis schon mal gesehen haben, als man das nur im Buch sieht. Also es hat wirklich sehr, sehr viel gebracht.
(7:57 - 8:14)
Vor allem, man betrachtet ja wirklich in allen Bereichen eigentlich immer dasselbe. Und man hört es aber auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Es wird natürlich anders erklärt für einen Auszubildenden als für einen Meister und für einen Ingenieur letztendlich.
(8:14 - 8:41)
Und das hat auch in der Verarbeitung, sage ich mal, sehr, sehr geholfen. Das kann ich mir vorstellen. Jeder, der die Möglichkeit hat, finde ich, der in so einem Bereich, gerade vielleicht auch perspektivisch in die Planung auch gehen möchte, bietet sich das immer an, irgendeinen Praxispartner zu suchen, sei es nur in den Semesterferien da, über ein Werkstudium, weil man dann wirklich auch mehr weiß, wovon man dann auch redet, wenn man dann fertig ist.
(8:41 - 8:55)
Aber ich will nicht sagen, dass man dann top ausgebildet ist. Jemand, der 20 Jahre auf der Baustelle war, der macht einem trotzdem was vor, egal welchen Abschluss man hat. Aber es ist trotzdem, sage ich jetzt mal, kein Fehler da, die Praxis mitzunehmen.
(8:55 - 9:06)
Nee, bin nicht bei dir. War auch bei mir so. Ich habe auch immer versucht, wenn Zeit war, als Werkstudent zu arbeiten oder in den Ferien einfach um mehr Praxis zu sammeln und auch Kontakte in der Industrie damals zu knüpfen.
(9:07 - 9:17)
Es macht sich ja auch sehr gut im Lebenslauf, wenn man solche Praktika auch nachweisen kann. Nee, bei mir war es sonst so. Ich konnte dadurch auch ein Auslandsstudium, ein Praxissemester konnte ich dann in Rumänien zahlen.
(9:18 - 9:28)
Und zwar auch nur deswegen. Ja, wollte ich tatsächlich auch machen. Hat mir dann der Meister aber ein bisschen den Strich durch die Rechnung gemacht, weil ich immer da sein musste und 70% Anwesenheitspflicht hatte.
(9:28 - 9:40)
Und das wäre ich nicht zugelassen gewesen zur Prüfung. Aber der Anlagenbauer, wo ich quasi das Dualstudium gemacht hatte, der hat auch eine Niederlassung in der Schweiz. Und das hätte mich sehr gereizt, mir das da drüben mal anzugucken.
(9:41 - 9:50)
Spannendes Land. Ja, schade, dass es nicht funktioniert hat. Aber ich meine, man weiß nie, was das Leben oder der Wertegang dann noch hergibt.
(9:50 - 10:42)
Vielleicht auch nochmal, so viele sehen auch so das Thema Energietechnik generell, aber auch Handwerk, Klima als sehr, sehr trocken an. Was haltet es dich besonders dran, neben dem, dass es abwechslungsreich ist? Auf jeden Fall die Herausforderung, die man, sage ich jetzt mal, auch immer bei den Kunden dann auch hat, die das Problem haben und auf der Suche nach einer gewissen Lösung sind, das zu erarbeiten und auch die Vielseitigkeit an technischen Lösungen, auch Energiekonzepte zu entwickeln, zu sagen, okay, man hat einmal vielleicht eine gewisse Abwärme oder einen gewissen Zustand in der Firma und wie kann man sowas vielleicht auch nutzbar machen für Betriebsvorgänge, die eh schon da sind und die dadurch dann auch Kosten einsparen. Also generell diese Verknüpfung von einzelnen Punkten finde ich super, super spannend.
(10:43 - 11:09)
Klar, die reine Theorie ist trocken, aber das gepaart dann mit den Problemen, die draußen in der Wirtschaft dann auch zur Verfügung stehen oder gelöst werden müssen und den einzelnen Kunden, natürlich auch Kundenkontakt und den Mitarbeitern, rundet das Ganze, finde ich, extrem ab. Ich denke auch, wenn du nochmal so richtig eigene Projekte konzipierst und die Anlagen auch noch auslegst, dann kommt das, was du da vielleicht auch mal gelernt hast, so ein bisschen im Einsatz. Richtig.
(11:09 - 11:27)
Und dann ist es auch viel, viel plastischer als ohne. Ich muss sagen, natürlich gab es da in dem Bereich auch eine starke Entwicklung. Also es gibt immer mehr Sachen, die vorgefertigt sind, die natürlich vom Hersteller einfach abrufbar sind, die für 95 Prozent der Anwendung dann auch passen.
(11:28 - 11:49)
Das seltenste ist, dass man da viel planen muss. Dafür sind wir wahrscheinlich auch zu klein, dass wir jetzt sagen, okay, wir haben jetzt riesengroße Kühlkomplexe, die da aufgebaut werden müssen, aber perspektivisch ist das auf jeden Fall ein interessantes Thema, was wir uns auch angucken. Und wäre natürlich spannend, dass man das, was man irgendwo mal in der Theorie gelernt hat, dann auch mal anwenden kann.
(11:50 - 12:21)
Wobei man oft auch merkt, auch wer im Studium gemerkt hat, dass das wirklich viel graue Theorie ist und tatsächlich in der Praxis auch vieles dann überschlagen wird und auch mit Anhaltswerten gerechnet wird. Wo man jetzt keine Flüssigkeitsdichte in einem bestimmten Betriebspunkt ausrechnet, sondern sagt, okay, das passt mit dem groben Wert und funktioniert da genauso. Und dann gibt es die eine oder andere Sicherheit, die dann gezogen wird und dann funktioniert es letztendlich.
(12:21 - 12:34)
Weil man sich ja auch nicht zu sehr dann verlieren darf in so einer Kalkulation oder Projektausstellung. Ja klar, man hat eine gewisse Erfahrung, weiß, was schon vergleichbar an Projekten funktioniert hat, eine gewisse Empirie und kann sich daran orientieren. Richtig, ja.
(12:35 - 12:53)
Lass uns da vielleicht so ein bisschen reingehen. Bevor du das Unternehmen hier übernommen hast, warst du erst noch, wenn ich es richtig gesehen habe, technischer Projektleiter. Was war das für deine Rolle? Und wie vielleicht hat dich das auch vorbereitet? Technischer Projektleiter, im Grunde genommen, kann ich das aufteilen in zwei Bereiche.
(12:54 - 13:08)
Einmal in der Firma, wo ich quasi die Ausbildung genossen habe und einmal jetzt quasi in der MB Kältesysteme. Vorher war es im Grunde genommen so, dass man wirklich das reine Projektgeschäft hatte. Also man hatte die Aufgabe, die klar war.
(13:08 - 13:36)
Man hatte im Grunde genommen auch schon eine Planung, die im Hintergrund stand, die man prüfen musste als Ingenieur. Aber da war dann letztendlich die Aufgabe, dieses Thema dann beim Kunden auch umzusetzen. Und da ging es im Grunde genommen eigentlich nur um die entsprechende Koordinierung einzelner Baustellen, dass die Leute quasi zu tun hatten, dass sie wissen, worum geht es, was muss gemacht werden, was sind die Eckpfeiler, die Übergabepunkte, die feststehen müssen.
(13:36 - 13:52)
Man musste gucken, dass man die Materialdisposition im Blick hatte, dass die Rechnungen quasi alle eingegangen sind und freigegeben wurden und, und, und. Also eigentlich alles rund ums Projektgeschäft. Hier war es dann tatsächlich schon eigentlich alles rundherum.
(13:53 - 14:33)
Dadurch, dass die ersten Jahre mich da auch schon darauf vorbereitet haben, später den Betrieb dann auch zu übernehmen, hatte ich eigentlich von Anfang an quasi Blick auf alles. Man hat angefangen, mit einzelnen Projekten dann schon mal zu kalkulieren, die dann auch durchzusprechen mit dem Kunden, zum Kunden auch rauszufahren, sich das anzugucken, kleine Planungen dazu zu machen, gerade wenn wir jetzt Büros klimatisieren, mit dem Erstkontakt zum Kunden, meistens kommt es über Anfragen, dann aus Empfehlungen oder über unsere Internetseite, die jetzt noch stark aufgeschüpft werden muss. Hat noch so einen guten alten 90er-Jahre-Flair.
(14:33 - 15:15)
Genau, richtig, wo wir noch ein bisschen was tun müssen, aber es verirren sich trotzdem immer mal ein paar über die Internetseite dann auch zu uns. Und ja, dann die ganzen Anlagendaten vor Ort schon mal aufzunehmen und auf der Grundlage dann zusammen mit dem Hersteller eine Planung auszuarbeiten, ein Angebot zu erstellen, zum Kunden damit zu gehen und das dann im Grunde genommen auch in den Auftrag zu bringen. Vielleicht auch da nochmal so, gab es da so ein spezielles großes Projekt, wo du gesagt hast, da habe ich richtig Verantwortung gespürt? Also während … Ich glaube, irgendwann ist was so ein bisschen herausgestiegen für dich, oder wo du eine große Lernkurve hattest.
(15:17 - 16:38)
Ja, also es gab ein Projekt, wo ich die ganze Zeit dann eigenverantwortlich auch gearbeitet habe, auch während des Studiums, und da war die größte Lernkurve zu wissen, okay, wie wichtig ist es eigentlich, seine Personalkosten zu kennen. Also das ist wirklich ein Faktor, der so ein Projekt, egal wie es kalkuliert ist, da sehr gut dastehen lassen kann oder auch sehr schlecht, wenn man das aus dem Auge verliert, wo tatsächlich dann die Stunden, die auf so einem Projekt dann auch sind mit den Monteuren beziehungsweise mit den Ingenieuren und und und Planungen, dass man das auch wirklich immer im Auge behält, weil dort war es so gewesen, dass wir kein Projekt leider quasi auch vor Ort hatten von uns, sondern das immer nur per Fremdfirmen ausgeführt hatten und da relativ wenig, sage ich jetzt mal, Kontrollmechanismen hatten, die dann auch gucken konnten, okay, wie gut läuft das eigentlich auf der Baustelle, sind die auch wirklich die ganze Zeit da, funktioniert das? Und das war wirklich ein sehr, sehr spannendes Thema, auch schmerzliches Thema, da zu merken, okay, wie funktioniert das eigentlich und wie gut muss man da auch hinterher sein und das Controlling da an der Stelle auch begleiten, dass das auch funktioniert. Ja klar, wenn dann, sage ich mal, 80 Prozent vom Kontingent der Stunden verbrauchsam ist und nicht bei 80 Prozent des Projektfortschritts, dann wird es schwierig.
(16:38 - 16:54)
Dann wird es schwierig, ja, und da irgendwie dann Druck zu erhöhen und zu sagen, okay, ihr müsstet jetzt das alles nur noch in den 20 Prozent der Zeit oder diese 50 Prozent Restleistung in 20 Prozent der Zeit schaffen, ist dann nahezu unmöglich. Und dann liegst du halt drauf. Richtig.
(16:55 - 17:23)
Und das lernt man halt dann auch, dass es das nächste Mal nicht mehr macht. Ja, richtig, also das, wie gesagt, das war dann die schmerzhafte Seite, aber das ist wirklich ein Punkt, wo man immer drauf gucken muss, die Stunden, das muss schon passen. Okay, fällt dir darüber hinaus noch was ein, was so einen guten Projektleiter, einen guten technischen Projektleiter von einem durchschnittlichen unterscheidet? Also generell erst mal einen Überblick zu behalten, vielleicht nicht nur auch über das eigene Gewerbe, sondern auch über alle anderen Gewerke.
(17:23 - 18:49)
Also man merkt das viel bei Baustellen, die verschiedenste Gewerke ja eigentlich immer unter einen Hut bringen müssen, dass man schaut, okay, wo hat man Schnittmengen, wo kann man sich da unterstützen und dass man sagt, okay, man muss nicht immer nur gerade gradlinig seinen eigenen Stiefel durchdrücken, sondern guckt vielleicht auch mal, wie wäre es besser für andere Gewerke, wenn die vielleicht auch davor schon mal was montieren, wenn wir eigentlich, sag ich jetzt mal, Montageebene weiter drunter sind, dass wir dann nichts mehr demontieren müssen, was wir vorher schon mal mit viel Mühe quasi installiert hatten. Das ist auf jeden Fall ein großer Punkt und natürlich, dass man das planbar hat, dass man das in einer gewissen Ordnung auch, wie soll ich sagen, über die Bühne bringt, dass man sagt, okay, man terminiert das für sich, man hat einen eigenen zeitlichen Ablauf, wo man sagt, okay, das macht natürlich nur in der und der Reihenfolge Sinn, dass man a, Personal schonen kann, dass man vielleicht auch Lagerplätze schonen kann und dass man auch nicht so viel vorhalten muss, sondern dass man auch immer nach Baufortschritt dann auch entsprechend Abschlagsrechnungen beispielsweise stellen kann, dass man immer positiv in einem Projekt ist. Und klar, ich denke, es ist auch wichtig zu sehen, wie weit die anderen gerade noch von den anderen abhängig sind, dass man nicht auch schon in der Woche davor merkt, oh, wir sind noch gar nicht so weit und ich kann jetzt meine Leute nicht auf ein anderes Projekt ansetzen, weil ich sie nicht so rechtzeitig gesehen habe beispielsweise.
(18:50 - 19:21)
Das kann man vielleicht sogar, fällt mir noch was ein, neben dem Überblick, ganz wichtig auch die Kommunikation. Kommunikation mit anderen Gewerken, auch mit den Leuten vor Ort, dass man sich da immer abstimmt, wie ist der aktuelle Stand, was braucht man vielleicht noch, was wurde vergessen und dass man da wirklich immer alle, die daran beteiligt sind, mit abholt beziehungsweise denen die Informationen zur Verfügung stellen kann, wie der aktuelle Baufortschritt dann auch ist. Danke auch für die Ergänzung, sehr spannend.
(19:21 - 19:30)
Lass uns so ein bisschen einen Switch machen. Heute bist du ja Geschäftsführer und auch Gesellschafter von der MB-Kältetechnik. Ich hoffe, ich sage es richtig.
(19:31 - 19:37)
MB-Kältesysteme, ja. Systeme, so rum, genau. Wie kamst du zu diesem Schritt? Nimm uns da so ein bisschen mal ab.
(19:39 - 20:28)
Also ich muss sagen, diese Zeit, vor allem auch in der Meisterschule, das war ein Teilzeitmeister gewesen, es waren viele Kommilitonen, nenne ich es jetzt mal, oder Mitstreiter dabei gewesen, die in einem väterlichen Betrieb gearbeitet haben, oder in einem familiären Betrieb, wo man schon diesen Grundgedanken und diesen Grundspirit mitbekommen hatte, so dieses eigene. Und diese eigenen Baustellen, eigene Projekte, natürlich auch die finanziellen Möglichkeiten in dem Bereich zu sehen und vor allem auch der eigene Herr mehr oder weniger zu sein. Klar, man ist, wenn man in dem eigenen Unternehmen ist oder als Selbstständiger, dann nicht immer der eigene Herr, weil man trotzdem ja auch immer im Dienste des Kunden unterwegs ist und der einem dann auch mehr oder weniger ein bisschen in der Hand hat.
(20:30 - 20:48)
Aber das hat mich dann von Anfang an gereizt. Ich muss sagen, ich habe während des Studiums Thema Selbstständigkeit oder Nebengewerbe für mich auch schon ein bisschen so entdeckt. Ich war eine Zeit lang im Vertrieb tätig, wo ich sagen muss, okay, war eine Branche, wo ich mich relativ schnell dann auch nicht gesehen hatte.
(20:49 - 21:13)
Allerdings das Thema Vertrieb, Verkauf, Schulungen etc., dort relativ gut auch abgebildet wurde. Mit dem Umfeld hat sich das eigentlich relativ deutlich dann auch gezeigt, dass das ein Thema ist, was ich sehr, sehr interessant finde. Finde ich spannend.
Mir ging es ähnlich. Ich war beim ersten Unternehmen auch nebenberuflich selbstständig während meines Studiums. Bei mir war es ein Ebay-Shop beziehungsweise.
(21:14 - 21:29)
Da habe ich so diese ganz grundlegenden Dinge gelernt, Buchhaltung, aber auch klassisch ein Satz, der mir da nie aus dem Kopf geht, ist der Gewinn liegt immer im Einkauf, gerade im Handel. Finde ich sehr spannend. Gerade da hat man noch ein bisschen mehr Zeit, auf sowas nebenher zu treiben.
(21:31 - 21:52)
Sehr spannend. Lass uns dann an den Punkt gehen, wo du gesagt hast, jetzt habe ich für mich entschieden, ich will das Unternehmen übernehmen. Wie hat sich das angefühlt? Tatsächlich ist es natürlich immer mit super viel Aufregung verbunden, weil es ja trotzdem auch ein großer Schritt ist und man sich dann ja auch für eine gewisse Zeit erst mal verpflichtet.
(21:53 - 22:24)
Und auch eine ziemlich große Verantwortung in dem Bereich übernimmt. Ich muss tatsächlich sagen, dass dieser Weg dahin bis zur Übernahme, bis quasi dann die Tinte trocken war auf dem Kaufvertrag, das war alles relativ okay. Das lief so nebenbei, wo man so gesagt hat, okay, man freundet sich immer mehr damit an, man sieht die Zahlen, man weiß ungefähr, wo man dann letztendlich ankommt und was man letztendlich dann auch leisten muss, dass man sich das dann auch letztendlich trägt.
(22:25 - 23:05)
Aber mit dem Punkt, wo es dann auch wirklich hieß, man ist jetzt komplett alleine und man macht das jetzt alleine, man hat jetzt zwar trotzdem noch jemanden als Berater, also der ehemalige Geschäftsführer steht mir trotzdem noch beratend zur Seite, wenn ich ihn jetzt für was brauche. Dann ist das ja so vertraglich geregelt. Aber es ist trotzdem nochmal ein Unterschied, auch in der Verantwortung, wenn man dann sagt, okay, wow, krass, also du bist dann jetzt auch verantwortlich, dass jetzt die Monteure, wo auch ja Familien hinten dranhängen, da auch davon abhängig sind, dass man Arbeit dran schafft, dass das funktioniert, dass das läuft, dass man das auch positiv vorantreibt.
(23:06 - 23:21)
Also das war nochmal ein krasser anderer Schritt, wo einem das dann auch nochmal so ab dem Punkt so bewusst wurde, wo man so sagt, jetzt nicht Angst, aber halt trotzdem… Vielleicht auch den Druck, der Verantwortung. Ja, genau, Druck oder auch der Respekt dem Gegenüber. Ich muss sagen, das legt sich dann immer mal.
(23:21 - 23:48)
Man hat immer mal so den Punkt, wo man so sagt, krass, wie sieht es eigentlich in dem und dem Monat aus, wenn man jetzt vielleicht für die Zeit auch noch keinen festen Auftrag hat, wo man dann sagt, okay, jetzt müsste man doch nochmal ein bisschen kurbeln in dem Bereich. Aber ich finde es extrem spannend, es ist extrem herausfordernd und es macht, finde ich, auch extrem Spaß. Klar, man muss in die einzelnen Strukturen reinkommen.
(23:48 - 24:14)
Es gibt gewachsene Strukturen immer in den bestehenden Unternehmen ja schon, wo man sich dann auch immer ein bisschen mit angleichen muss, natürlich auch immer eigene Sachen wieder mit reinbringen möchte, wo es dann vielleicht auch mal ein paar Stoßpunkte geben kann. Aber ich denke, das schleift sich alles ein. Und tatsächlich ist es auch gut, wenn es immer mal ein paar Punkte gibt, wo man drüber stolpert, weil das auch immer Anreize sind, Sachen mal neu zu denken und anders zu machen.
(24:15 - 24:30)
Klar, und im Endeffekt ist es immer unter Minderheiten ganz oft iterativ. Du startest bei einem gewissen Ausgangspunkt, versuchst dich immer weiter zu verbessern, gehst einen neuen Weg, manchmal möchtest du auch, weiß nicht, der beste Ansatz, aber gut, du probierst es und wirst wieder besser. Try and error, ja.
(24:30 - 24:37)
So ist es. Ja, lass uns da vielleicht auch nochmal so zurückblicken. Es sind jetzt ein paar Monate vergangen.
(24:37 - 25:05)
Gibt es irgendwas, was dich vielleicht besonders überrascht hat, was du noch nicht so erwartet hast, was auf dich zukommt? Also mir war von Anfang an bewusst, dass man viele verschiedene Themen betrachten muss und dass man eigentlich ja dann die Personalabteilung ist, die Finanzabteilung, Rechnungsabteilung, Projektabteilung, Managementabteilung, eigentlich ja alles in einem. Ja, das sind alle Nüancen sozusagen. Richtig, ja.
(25:05 - 25:44)
Aber was ich tatsächlich krass finde, wie vielseitig auch das Thema Personal vor allem ist, also auch der Umgang dann auch mit Menschen, dann auch auf die Leute zuzugehen, auf die Inventäre zuzugehen und das alles auch unter einen Hut zu bekommen, denke ich, unterschätzt man vielleicht manchmal. Und auch generell halt, auch das Kommunikative, also sich dazu vernetzen, in dem Bereich auch aktiv zu werden, immer wieder neue Leute zu aktivieren oder zu akquirieren, auch Interessenten. Also ich sage immer gerne, dass es günstig ist, wenn halt jeder einmal am Tag dann auch erfahren hat, was man so macht.
(25:44 - 26:23)
Auch wenn man dann jemandem Neues dazugewinnt in dem Schnitt und so versuche ich das dann auch nach draußen zu tragen, auch das Thema, wo man vielleicht auch von der Vision her mal hin möchte. Also man sagt, okay, ist das wirklich jetzt die letzte Haltestelle oder es ist vielleicht die erste Haltestelle und nur ein Teil von etwas Größerem und das finde ich sehr spannend. Und ja, also man hat immer Vorstellungen, wie was ist und ich finde, das ist tatsächlich in dem Bereich schwierig, alles von Anfang an irgendwie in dem Bereich schon mal durchgespielt zu haben.
(26:23 - 26:53)
Also wir hatten zum Beispiel mit meinem ehemaligen Geschäftsführer immer so das Thema, dass wir versucht haben, so viele Situationen wie möglich schon mal zu proben, die mich quasi im späteren Geschäftsleben erwarten könnten. Aber es gibt immer neue Sachen und es gibt auch eine Sache, die man vielleicht schon mal ähnlich gemacht hat, aber an einem komplett anderen Punkt, mit einem komplett anderen Zusammenhang, wo man dann kreativ werden darf und dann halt einfach eine neue Lösung finden muss. Und das finde ich, ist ziemlich spannend und unterschätzt man vielleicht auch am Anfang.
(26:53 - 27:14)
Auch wie viele Systeme dann gibt, die hier geklärt werden müssen, neben den, sag ich jetzt mal, administrativen Dingen, wo man sagt, okay, ich will eigentlich da digitalisieren, ich will da noch mich weiterentwickeln und das noch mit einbringen ins Unternehmen und dann kommt noch dieses ganze Tagesgeschäft. Klar, und dann die Brios richtig zu legen, ist gar nicht so einfach. Richtig, ja.
(27:15 - 27:46)
Vielleicht da auch noch mal so eine Rückfrage, gibt es vielleicht eine Entscheidung jetzt die letzte Mal, die dir schwergefallen ist? So eine große Entscheidung? Generelle Entscheidungen, wenn man zum Beispiel sagt, okay, man hat jetzt Angebot oder Aufträge, man weiß eigentlich seine aktuelle zeitliche Situation, vielleicht auch die Personalsituation, man weiß aber auch, wie dynamisch gerade auch das Geschäft ist. Also wenn es mal Verschiebungen von Baustellen gibt, dann bei Aufträgen auch mal Nein zu sagen. Finde ich ziemlich schwierig.
(27:46 - 28:04)
Schwierig. Also man ist tatsächlich ja immer auch dann dahingehend gesehen, okay, das geht noch und das können wir auch da noch irgendwo reinschieben und dann zu sagen, nee, schaffen wir nicht mehr oder halt zu sagen, schaffen wir in einem halben Jahr mit der Gefahr, dass der Kunde sagt, nee, das ist mir zu spät, dann machen wir es lieber nicht. Klar, und dann ist vielleicht das halbe Jahr rum und du denkst, jetzt bräuchte ich den Auftrag.
(28:04 - 28:55)
Richtig, ja. Und dann im Nachgang aber zu sagen, wenn man was angenommen hat, zu sagen, nee, ich schaffe das jetzt nicht mehr, ist auch blöd, weil man dann, sag ich jetzt mal, langfristige und langwierige Kundenbeziehungen vielleicht auch wieder aufbricht, wenn man sagt, okay, dann ist man ziemlich unzuverlässig, weil man dann zu dem Zeitpunkt nicht liefern kann, ist schwierig, ja. Also es gab eine Entscheidung, wo ich im letzten Jahr noch einen Auftrag angenommen hatte, das war eine Sanierung von einem Markt, der einen Brandschaden hatte, wo ich gesagt habe, okay, so richtig passt es eigentlich nicht rein, aber es ist ein super spannender Auftrag und dafür dann extra Kapazitäten immer freigeräumt und dafür auch anderen Service quasi liegen lassen, wo man manchmal stets auch die Frage stellt, okay, bereut man das vielleicht, weil der Service vor allem bei Bestandskunden dann manchmal auch gelitten hat.
(28:55 - 29:14)
Und das ist dann natürlich nicht so schön, wo man dann halt immer irgendwie das alles noch unter einen Hut bekommen muss, dass man die eine Seite... Ja, das macht man schon ein bisschen am Scheideweg, gell? Ja, richtig, ja. Die eine Seite besänftigen, das andere dann trotzdem noch irgendwie mit reinbekommen, dann vielleicht auch Leihpersonal halt eingesetzt, wo man... Was abgeben vielleicht auch. Richtig, ja.
(29:14 - 29:47)
Wo man aber vorher noch nicht so die Qualität einschätzen konnte, ob man denen das wirklich zutrauen sollte und aber halt mit dem ersten Projekt dann trotzdem alles auf eine Karte setzt, ist letztendlich gut ausgegangen, hätte aber auch anders sein können. Und das muss man sich dann trotzdem auch immer bewusst sein, was hätte passieren können und ob man vielleicht nicht sogar besser und ruhiger geschlafen hätte in der Zeit, wenn man gesagt hätte, nee, wir machen das lieber nicht. Ja, dieser Hinweis zum ruhigen Schlafen, der dient oft gut oder ist oft gut, dass man sich daran orientieren kann.
(29:48 - 29:55)
Das macht das Leben leichter. Ja, vielleicht so eine andere Richtung mal zu gehen. Du hast das Unternehmen mit einer Holding übernommen.
(29:55 - 30:26)
Wie kam es dazu? Puh, also es kam relativ zeitig dazu, dass ich gesagt habe, okay, es würde Sinn machen, das über eine Struktur zu kaufen, auch unter dem Hintergrund, dass ich mich mit dem Thema schon relativ lang auch beschäftigt habe, auch über Podcasts zum Beispiel. Erfolg ist kein Zufall, wenn man das hier an der Stelle nennen darf. Dass es da immer so Themen gab, wie man eine strukturierte Unternehmensform oder Unternehmensführung dann auch bauen kann.
(30:26 - 30:43)
Und ich habe es tatsächlich auch gemerkt, jetzt auch in der Übernahme, der ehemalige Geschäftsführer hat das quasi alles im Privateigentum gehabt. Und da ist natürlich die Struktur, wie ich es jetzt über die Holding habe, perspektivisch günstiger. Es ist jetzt nicht geplant, das jetzt, sag ich jetzt mal, in x Jahren dann zu verkaufen.
(30:43 - 31:19)
Hier ist das Ziel, das vielleicht eher zu einer Gruppe zu erweitern, dass man sagt, okay, man hat jetzt einen speziellen Bereich mit der Kältetechnik. Wir haben aber sehr, sehr viele Schnittmengen auch mit anderen Gewerken, wo ich mir sage, okay, im Zuge der Nachfolgeregelung und vielen Betrieben, die oft kurz oder lang eh vor der Frage stehen, wie soll es weitergehen, dass man verschiedene Bereiche sich halt noch mit dazukaufen kann. Klar.
Oder man hat dann auch die Möglichkeit zu sagen, ich habe dann vielleicht auch ein Bestandsgebäude, das dann in einer UG oder einer anderen GmbH liegt und sich auch so in die Gruppe gut integrieren kann. Richtig. Ja, genau.
(31:19 - 31:40)
Und das ist auch ein Thema, dass man im Grunde genommen diese operative GmbH dann auch unterstrukturiert, dann vor allem auch, um Sicherheiten aufzubauen, um, sag ich jetzt mal, auch Vermögen aufzubauen. Das ist natürlich dann auch ein Ziel. Dann sei es jetzt mit Investments in Immobilien oder auch in andere Firmen oder Beteiligungen.
(31:40 - 31:53)
Das ist eigentlich so dieses Hauptthema, weshalb die Holding quasi umdrüber gesetzt wurde. Vielleicht noch mal zurück zum Unternehmen. Gab es etwas, was dich als erstes verändert hat? Tatsächlich ja.
(31:53 - 32:03)
Das allererste, was ich gemacht habe, war die Einführung von Tankkarten. Okay. Auch um die Kosten ein bisschen übersichtlicher zu haben, oder? Um die Kosten übersichtlicher zu haben.
(32:03 - 32:16)
Und es war immer so gewesen, dass ich quasi einen entsprechenden Bestand da haben musste oder quasi mit mir führen musste, um dann die Kollegen quasi auszubezahlen. Die haben dann immer einen Tankbeleg mitbekommen. Und ich habe das alles quasi über die Kasse geregelt.
(32:17 - 32:27)
Okay. Und das hatte halt den Nachteil, dass man das dokumentieren musste. Man hat im Grunde genommen über die Assistentin dann relativ viel Zeit noch geschluckt.
(32:27 - 32:48)
Ich selber hatte damit immer ein Thema, weil ich quasi immer Liquidität hier auch haben musste, was, sage ich mal, im Falle von einem Einbruch oder so, dann ja relativ suboptimal ist. Ja, klar. Und wir versuchen, dass auch so wenig wie möglich dann halt Gerätschaften hier sind und, und, und, dass sich das gar nicht lohnt, hier überhaupt zu gucken, ob es etwas zu holen gibt.
(32:50 - 33:03)
Und das war ein Thema, um das wirklich transparenter zu gestalten und einfacher, gerade auch im Zuge der Digitalisierung, digitale Rechnungen. Ja, wir bekommen die als gesammelte Rechnung zugeschickt. Man kann das im Programm verarbeiten und, und, und.
(33:03 - 33:15)
Und ein zweiter wichtiger Punkt, den ich angehen muss, möchte und jetzt auch in den nächsten Monaten werde, ist generell die allgemeine Digitalisierung. Ich habe ja noch recht viel Papier gesehen, muss ich gestehen. Ja, richtig.
(33:16 - 33:35)
Also jetzt alles, was auf dem Tisch draußen liegt und anhand dieser Aktendulis sind quasi alles noch Aufträge, die abgearbeitet werden müssen. Und sowas hätte ich natürlich gerne digital, dass man das immer zur Verfügung hat, dass die Kollegen vor allem auch sehen, wie ist die Wochenplanung. Natürlich gebe ich ihnen das durch, aber dass sie das auch digital auf dem Tablet sehen.
(33:35 - 33:56)
Vielleicht ein iPad mit LTE oder was auch immer. Genau, richtig, ja. Also wir haben solche Rugged-Tablets uns dann schon mal ins Auge gefasst, weil wir auch so ähnlich wie bei einem Kfz-Mechatroniker, der über einen Stecker auf die ganze Bodelektronik zugreifen kann, so ist das mittlerweile auch schon bei Klimaanlagen, dass man dort die einzelnen Daten auswerten kann.
(33:57 - 34:13)
Und das muss natürlich so eine Anwendung dann auch können, dass wir alles parat haben. Jetzt ist es immer so, wir haben Auftragszettel, die geschrieben werden zu den einzelnen Projekten. Wenn es eine Störung gewesen ist, wird das bei uns gemeldet, landet auf einer langen Liste, auf einem Zettel.
(34:13 - 34:23)
Dann wird das eingeplant, eingetaktet. Der Kollege fährt hin, schreibt dazu einen Zettel, lässt das unterschreiben. Dann müssen natürlich die Zettel erst gesammelt werden, werden hier ausgewertet.
(34:23 - 34:45)
Ja, so eine lange Kette von der Anfrage oder Auftrag bis zur letztendlich Rechnung, was man dann deutlich verkürzen kann. Und das ist jetzt Ziel, das jetzt als nächstes mit anzugehen. Hat halt immer das Problem, während des Tagesgeschäfts dann immer mit zwei Programmen parallel zu laufen, weil die alten Projekte müssen im alten Programm abgeschlossen werden.
(34:46 - 34:54)
Alles Neue dann im Neuen anzulegen, Daten zu pflegen und, und, und. Also es ist nochmal ein Riesenaufwand. Aber ich denke, das wird sich lohnen letztendlich.
(34:54 - 35:25)
Klar, vielleicht macht man auch so einen Stich, wo man sagt, ab da kommen dann die neuen Projekte, nur noch das neue System. Aber klar, ist eine Zeit lang einfach mehr Workload, bis man dann mal die Migration so hingekriegt hat. Genau.
Und halt auch das Thema, wenn es halt nicht funktioniert und die einzelnen Punkte nicht so ineinandergreifen, kann es halt auch dazu führen, dass man vielleicht dann die Prozesse noch mehr verlangsamt. Wenn irgendwelche Schnittstellen dann nicht gegeben sind. Und deswegen hatte ich dann schon auch lange Recherche betrieben, was für ein System soll kommen.
(35:25 - 35:41)
Welche Systeme, die dann auch quasi gesamtheitlich alles abbilden, was ich letztendlich auch mal machen möchte. Und die gegebenenfalls auch mitwachsen können mit einem Unternehmen. Dass man da halt einen ordentlichen Partner findet, mit dem man dann den Weg auch angeht.
(35:43 - 35:57)
Vielleicht auch das Unterblicken in die Zukunft. Wir haben jetzt schon ein bisschen Digitalisierung angesprochen. Gibt es da noch weitere Themen, wo du sagst, die willst du anpacken, verändern? Vielleicht doch moderner machen? Ja, also Thema Digitalisierung.
(35:58 - 36:06)
Einerseits diese ganze Verarbeitung von Daten. Ganze Auftragsabwicklung und Dokumente. Auftragsabwicklung und vor allem aber auch Datenerfassung.
(36:06 - 36:21)
Also wir haben jetzt natürlich sehr, sehr viele Daten, die auf Papier sind. Sehr, sehr viel Know-how, was in den Köpfen der Monteure draußen im Feld natürlich auch ist. Und da möchte ich viel, viel mehr in die Datenerfassung oder auch Datenspeicherung gehen.
(36:21 - 36:41)
Weil ich der Meinung bin, dass man gerade solche Daten auch perspektivisch dann mit KIs in der eigenen Datenbank zur Fehlerfeststellung oder Fehlerbehebung auch viel, viel besser noch nutzen kann. Wenn ich jetzt sage, okay, ich habe einen Fehler, der vielleicht nur alle vier Jahre mal auftritt, dann habe ich das vielleicht vergessen. Der Kollege, also der Monteur ist vielleicht schon vergessen.
(36:41 - 36:55)
Die Datenbank aber das vielleicht nicht. Und schildert die Symptome der Anlage, bekommt x Möglichkeiten, die im Grunde genommen durchgegangen werden können. Und finde ich, dass das dann einerseits den Service verbessert, die Geschwindigkeit auch beim Kunden.
(36:55 - 37:21)
Wir sind viel, viel schneller, können viel, viel besser da an der Stelle auch agieren und können natürlich auch nachhaltigere Problemlösungen dann anbieten, weil wir dann auch aus der Erfahrung her vielleicht auch schon Sachen dann verbessern können oder auch sagen können, Sie haben jetzt an der Anlage das und das Fehlerbild, das und das Symptom. Wir müssen vielleicht gar keine Fehlerfeststellung mehr machen, weil es zu 100% oder zu 99% sicher ist, dass es das und das ist. Dann können wir schon mal ein Angebot rausschicken.
(37:21 - 37:33)
Der Kunde weiß, was auf ihn zukommt und kann das vorab schon beauftragen. Wir können mit den Ersatzteilen im besten Fall schon hinfahren. Und der Kunde spart sich im Grunde genommen die Fehlerfeststellung und eine Anfahrt.
(37:34 - 37:54)
Hat in Summe, sage ich jetzt mal, ein günstigeres Angebot beziehungsweise auch eine kürzere Ausfallzeit von seinen Anlagen. Klar und im Endeffekt, es hilft ja euch schon, wenn ihr es eingrenzen könnt. Sagt, das können jetzt die drei Sachen sein, die Spareparts habe ich vielleicht gerade noch da, nehme ich die dreimal mit, denkst einer von den Fällen.
(37:54 - 38:15)
Natürlich, wenn du mal solche Daten zusammen schaffst, hilft ja total, weil du immer weiter lernst und wenn du, ich sage mal, bei einzelnen Herstellern ein bisschen stärker bist, hast du einfach dann auch viel Erfahrung, kann ich mir gut vorstellen. Richtig. Und dann andere Themen natürlich auch, KI-Agenten finde ich ein ziemlich interessantes Thema, auch im Bereich Social Media, da machen wir jetzt aktuell wenig.
(38:16 - 38:34)
Du hattest unsere doch eingestaubte Webseite erwähnt. Das ist natürlich ein Thema, wo ich sage, okay, das ist nochmal ein Zugang beziehungsweise ein Kanal, den wir jetzt noch gar nicht befeuern. Und da hoffe ich, dass ich mit KI da ein bisschen was machen kann.
(38:35 - 39:18)
Da auch Arbeit ersparen kann, dass man auch die ganze Informationsflut, die man selbst auch bekommt, dass man das auch viel, viel besser strukturieren kann. Weil wie oft ist man gerade bei einer E-Mail, die man schreiben möchte, kriegt einen Anruf mit einem anderen Thema, vergisst was und wo notiert man das? Also auf einem Zettel, ich meine klar, da hat man dann sein System, aber das dann immer griffbereit zu haben und vielleicht auch so Gedankengänge, die man während der Autofahrt vielleicht auch hat und was vielleicht auch die Entwicklung zum Unternehmen angeht, dass man sowas einfach auch als Ideen irgendwo speichern kann und das dann halt als große Brainstorm-Map zusammenfasst und dann sagt, okay, krass, ja, die Idee hatte ich schon mal. Lass uns das mal weiter verfolgen.
(39:19 - 39:30)
Das, denke ich, kann ein ziemlich spannendes Thema sein. Das Thema kenne ich. Ich nutze für solche Sachen sehr viel auch Notion, um da auch Datenbanken aufzubauen, Tabellen aber auch zu strukturieren.
(39:30 - 39:49)
Das ist ein ganz guter Anfang, wenn man da sehr viel mitmachen kann. Ich weiß nicht, ob es die endgültige Lösung ist, aber so Notion ist ein starkes Tool. Es ist immer die Frage, wie gut sowas dann halt auch wachsen kann und wie gut sowas auch weiterentwickelt wird dann von den eigentlichen Produkterstellern, sage ich jetzt mal.
(39:49 - 40:12)
Lass uns vielleicht noch so einen Blick in die Zukunft wagen vor die nächsten drei bis fünf Jahre. Wo siehst du euch? Das ist wirklich ein spannendes Thema. Also die Vision für die MB-Calde-Systeme an sich ist, dass ich uns vom Volumen her gern verdoppeln möchte, also was das Personal angeht.
(40:13 - 41:28)
Ich bin jetzt ja die ganze Zeit in dieser, sage ich jetzt mal, zweiten Führungsebene mitgelaufen, dass ich gesagt habe, okay, es gab einen Geschäftsführer und einen technischen Projektleiter. Das möchte ich perspektivisch dann auch aufbauen, allerdings mit mehr Monteuren auch, dass man sagt, okay, wir sind jetzt aktuell fünf Monteure, ein Azubi, haben für dieses Jahr noch einen Azubi dazugewonnen, dass wir das weiter ausbauen, sage ich jetzt mal, die Personalstruktur verdoppeln und an der Stelle, sage ich jetzt mal, auch im Auftrag wachsen, neue Geschäftsfelder für uns auch entdecken und die, sage ich jetzt mal, verstärkt dann auch mit befeuern. Wir hatten jetzt im letzten Jahr ein größeres Projekt in einem Geschäftsfeld, was wir vorher so noch nie gemacht haben, was aber sehr interessant war und perspektivisch auch Potenzial hat, vor allem, weil auch die europäischen Verordnungen im Bereich der Kältetechnik mehr dahingehen, dass immer weniger Kältemittel auch in Gebäuden verwendet werden sollen und dürfen und ja, da müssen wir uns, sage ich jetzt mal, auch anders ausrichten und mehr auch Richtung Kaltwasser gehen oder Sohle und das ist auf jeden Fall ein Thema, wo wir uns noch mehr ausrichten müssen.
(41:28 - 42:45)
Klimageschäft wird nach wie vor bleiben, ist nach wie vor auch ein superinteressanter Markt, auch im Zuge der Erwärmung und der Sommer, die uns ja auch in Deutschland dann erwarten, aber auch im Zuge der Digitalisierung. Es gibt immer mehr Sachen, die gekühlt werden müssen und, und, und. Also es gibt wirklich so viele verschiedene Themen schon alleine in unserer Nische Kältetechnik eigentlich, wo ich sage, okay, da ist super spannend und dann, wie gesagt, was ich ja auch gesagt hatte, ist es auch interessant zu sagen, was gibt es noch für Handwerksfelder, für, für Formen, zum Beispiel Heizungsbau, Lüftungsbau etc., die man eventuell noch ergänzen kann, nicht in der Firma an sich, sondern dann vielleicht als, als Tochter, als Tochter oder als, als Nebengesellschaft, dann aber auch mit dem Ziel, dass man sagt, dass die eigenständig auch laufen können, nicht, dass man sich dann achtfach teilen muss in jede Gesellschaft, um dann irgendwas zu machen, sondern wirklich dann halt eher die administrativen Aufgaben dann halt geht und sagt, okay, man baut halt dieses, dieses Konstrukt von außen her auf, diesen, diesen Ansprechpartner, der eigentlich in jeder Lage helfen kann, egal, was man als Kunde für ein Problem hat, bauen wir jetzt natürlich ja schon auf mit Kooperationspartner, was auch sehr, sehr gut funktioniert.
(42:45 - 43:13)
Aber wenn sich so eine Chance ergibt, dass man sagt, okay, man hat vielleicht einen Handwerksbetrieb, wo es zu schade wäre, dass der dann einfach aufhört und dass man den, den Mitarbeitern eine Perspektive gibt und auch den Kunden eine Perspektive gibt, dann zu sagen, okay, man erweitert das entsprechend. Vielleicht, lass uns da gleich nochmal tiefer reingehen, gib uns vielleicht nochmal so einen Überblick über die Branchen, wo ihr tätig seid und so die Anwendungen. Also ich meine, dass vielleicht auch die Zuhörer das nochmal so ein bisschen besser verstehen.
(43:14 - 43:43)
Ihr macht Kältetechnik, was noch? Oder was in der Kältetechnik? Wir machen Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik. Wärmepumpentechnik an sich ja relativ einfach zu erklären, beziehungsweise jetzt durch den, den aktuellen Stream, der da in dem Bereich auch gefahren wird, ja relativ gut erklärt ist in der breiten Masse. Also Anlagen zum Heizen, egal welcher Anwendungsfall, ob das jetzt Industrie ist, der Privatkunde, ob das größere Mehrfamilienhäuser sind, vollkommen egal.
(43:43 - 43:59)
Dort arbeiten wir dann meistens mit Heizungsbauern zusammen, die die Anlagentechnik im Gebäude machen. Und wir beschäftigen uns dann wirklich mit reiner Kältetechnik, also gesplittete Wärmepumpen. Da vielleicht auch nochmal drauf eingegangen, es gibt ja den Unterschied zwischen Monoblock und Kältemittel-Splitt-Wärmepumpen.
(43:59 - 44:08)
Hat den Vorteil, die können im Winter nicht wegfrieren. Was man ja eindrucksvoll in Berlin gesehen hat, dass es da doch Probleme geben kann. Und wir sind ein riesen Fan davon.
(44:08 - 44:36)
Leider geht der Trend dahin, jetzt auch wegen natürlichen und erneuerbaren, natürliche Kältemittel nicht erneuerbar, erneuerbare Energien und natürliche Kältemittel, zu den Monoblocken, weil wir da andere Sicherheitsstandards einhalten müssen. Ja, also das als ein großes Thema. Dann Kältetechnik, sag ich jetzt mal, Normalkühlung, Tiefkühlung, im Lebensmittelbereich, also die ganzen Bäcker, Fleischereien bei uns in der Umgebung, die wir da betreuen.
(44:37 - 45:24)
Aber auch Industriekühlung, sei es technische Prozesse, die gekühlt werden müssen, sei es Säuretechnik, die gekühlt werden muss, mit verschiedensten Systemen, wassergeführt, Sohle geführt, Kälte geführt, also als Direktverdampfungssysteme. Bedeutet also Innen- und Außeneinheit dazwischen Kältemittel, was den einzelnen Prozess dann herunterkühlt. Und natürlich aber auch Klimaanlagen in gewerblichen Bereichen, also sei es Büroflächen, sei es Banken, Arztpraxen, alles Mögliche eigentlich, wo wir Lösungen anbieten können, aber auch beim Privatkunde oder auch in größeren Gewerbeflächen, wo wir vielleicht auch Denkmalprobleme haben, weil kein Außengerät platziert werden darf, wo wir Lösungen für haben und, und, und.
(45:24 - 45:38)
Also spannendes Thema, super vielseitig und alles, was halt eigentlich gekühlt werden muss, alles, was kalt machen soll, können wir eigentlich abdecken. Okay. Lass uns vielleicht nochmal tiefer auf die Wärmepumpe einsteigen.
(45:38 - 46:16)
Wieso spielt das so eine entscheidende Rolle, bei der Energiewende? Warum vielleicht auch vermeidlich? Ich sage mal so, im Grunde genommen spielt es ja eigentlich in dem Punkt rein, dass man sagt, okay, man möchte dieses Potenzial an CO2-Ausstoß ja auch irgendwie in den Griff bekommen und setzt dann ja dort mehr auf erneuerbare Energien. Natürlich muss man dann auch immer sehen, woher kommt der Strom aus der Steckdose. Ist das jetzt letztendlich nur eine Milchmädchenrechnung, die auf dem Papier gut aussieht, letztendlich aber eigentlich keine erneuerbare Lösung ist? Wenn man aus der Krulle kommt, schwierig.
(46:16 - 46:51)
Es ist natürlich immer schwierig, dann zu sagen, natürlich ist es ein super interessantes System in Bezug auch auf die Wirtschaftlichkeit. Natürlich ist das alles immer davon abhängig, wie gut sind auch die Betriebskosten so einer Anlage. Wenn man das in Deutschland vergleicht mit einem recht hohen Strompreis, lohnt sich das an der einen oder anderen Stelle natürlich nicht so schnell wie in angrenzenden europäischen Ländern beispielsweise, wo die Wärmepumpe schon viel, viel verbreiteter ist.
(46:52 - 47:22)
Ich finde, dass man das jetzt nicht als die Lösung für alle Probleme sehen sollte, sondern eher auch in Kombination. Es gibt tatsächlich keine Anlage, die wirklich für jeden Gebäudetyp, für jeden Anwendungsfall passt, sondern jedes Gebäude, jeder Anwendungsfall muss und sollte auch für sich betrachtet werden. Vielleicht ist es auch eines dieser großen Missverständnisse, dass man so die Wärmepumpe als Allzweckwaffe sieht und nicht dann sagt, das hängt vom Gebäude ab.
(47:22 - 47:38)
Das muss ich auch kombinieren. Vielleicht brauche ich noch eine Fußbodenheizung oder dergleichen. Genau, das ist sowieso empfehlenswert, weil je niedriger das Delta T, also die Temperaturtifferenz zwischen der Außentemperatur und der Solltemperatur im Vorlauf der Heizung ist, desto effizienter ist natürlich auch die Anlage.
(47:40 - 48:31)
Aber das ist wirklich ein interessanter Punkt und ich finde, man sollte, bevor man vielleicht auch über das Thema Wärmepumpe und neue Heizungen nachdenkt, eher an einer ganz anderen Stelle oder Schraube drehen, dass man sagt, okay, eigentlich brauche ich die Anlage ja nur, um den gewissen Energieverlust in dem Gebäude oder in der Anwendung auszugleichen. Wenn ich dort vielleicht schon mal anfangen kann, das zu optimieren, sei es mit Dämmmaßnahmen, mit Investitionen in verbesserte, ja, eigentlich Dämmmaßnahmen, kann man ganz gut zusammenfassen. Wenn man da einen riesigen Punkt machen kann und dann über das Thema Wärmepumpe nachdenkt mit vielleicht angepassten Wärmeübergabesystemen und Wärmeverteilsystemen, kann man da ein sehr, sehr gutes Thema aufrechterhalten.
(48:32 - 49:06)
Und ich muss auch sagen, muss es wirklich auch immer eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sein oder kann es nicht vielleicht auch eine Luft-Luft-Wärmepumpe sein? Nichts anderes als eine Klimaanlage. Alle Klimaanlagen, die es heute auf dem Markt gibt, können eigentlich kühlen und heizen und heizen tatsächlich auch super effizient. Also wir haben Anlagen, die auch bei minus neun Grad als SCOP, also sage ich es mal, saisonalen Effizienzpunkt für die Wärmepumpe locker über vier und fünf liegen, gerade auch in den Übergangsbereichen und da jede Sole-Wasser- oder Luft-Wasser-Wärmepumpe in den Schatten stellen.
(49:07 - 49:54)
Und die sind wirklich super interessant, auch in Kombination zu fossilen Wärmeerzeugern. Wenn ich jetzt sage, okay, ich habe jetzt ein altes Gebäude, wo es sich vielleicht auch jetzt auf kurz oder lang nicht lohnt, da eine Wärmepumpe zu installieren, kann man doch mal drüber nachdenken, auch eine Klimaanlage zu nutzen, in die Räume, wo es darauf ankommt, wo man sich jetzt auch hauptsächlich auffällt, Wohnzimmer, Schlafzimmer, bietet sich natürlich auch noch für die Kühlung perspektivisch und wenn man damit 65% erneuerbar abdecken kann, bekommt man die sogar aktuell auch über die KfW gefördert mit 30%. Vielleicht da auch so eine Frage, die mir spontan kommt, wieso haben wir Deutschen so ein Problem mit Klimaanlagen? Also ich sage mal im gewöhnlichen Bereich ja, aber privat ist es immer undenkbar, eine Klimaanlage einzubauen.
(49:54 - 50:35)
Finde ich tatsächlich krass, dass du das sagst, weil ich mich auch parallel mit dem Thema Immobilien beschäftige und auch mit relativ vielen auch im Gespräch bin, auch bei verschiedenen Stammtischen. Alle haben dieses Bild von dieser Klimaanlage, die laut ist, die riecht, wie man sie vielleicht aus dem Südurlaub kennt und das sollte man wirklich an der Stelle sofort wieder vergessen, weil die Anlagen, gut okay, es gibt den Hersteller von bis. Also es gibt natürlich High-End-Produkte, es gibt natürlich auch eine große Bandbreite und das ist natürlich ja trotzdem aber auch Lösungen, die damit nicht vergleichbar sind.
(50:36 - 51:08)
Ich glaube, wir stören uns auch einfach an dem Bild, dass man sagt, man möchte nicht, dass es so wie in den östlichen Ländern dann so ist, dass man neben jedem Fenster auch noch ein Klimaaußengerät hat, was dann vielleicht auch die gesamte Optik und das Erscheinungsbild unserer Gebäudestrukturen dann vielleicht auch zerstört. Aber wie gesagt, dafür gibt es Lösungen und man muss dazu sagen, dass Außengeräte bei den Herstellern, vor allem auch mit denen wir zusammenarbeiten, mit denen wir aber super Erfahrungen gemacht haben, die gewinnen halt keinen Designpreis. Das muss man wirklich sagen.
(51:08 - 51:38)
Also da gibt es wirklich noch Möglichkeiten, das anzupassen. Aber ja, an Innengeräten gibt es wirklich superschöne Sachen, die auch gut versteckt werden können, die gar nicht auffallen. Ich glaube, das Absurde ist, im Auto stört es keinen, oder wenn er jetzt durch den nächsten Aldimarkt oder wo immer durchläuft, aber zu Hause... Im Auto ist es ja so, es gab mal eine Zeit, da war das ja Komfort zu sagen, man hat ein Klima.
(51:38 - 51:48)
Mittlerweile ist es ja so, dass jedes Auto eigentlich eine Klimaanlage hat. Mittlerweile ist es auch im Privaten, dass man sagt, okay, es ist eher Komfort. Klar, es ist etwas, was man jetzt nicht unbedingt braucht.
(51:49 - 52:14)
Viele sagen dann, ja, für die zwei Wochen im Sommer, wo es dann so super warm ist, für was brauche ich da die Klimaanlage? Wenn man dann aber noch das Heizen betrachtet, gerade in der Übergangszeit, und die Anlagen schaffen auch eine gute Wärmebereitstellung bis minus 20 Grad Außentemperatur. Also das ist jetzt nicht so, dass man hier nur vom Übergangsbereich redet, sondern man sagt, man kann das auch komplett abdecken. Wir haben unter anderem auch mehr Familienhäuser, die nur mit einer Klimaanlage beheizt werden.
(52:17 - 52:44)
Und als Projekt jetzt beispielsweise, wo wir das als Testobjekt schon mal, oder als Testballon schon mal probiert haben, und wo jetzt alle anderen Wärme-Wohneinheiten quasi auch noch nachgerüstet werden. Klar, und man hat dann das Thema, dass man vielleicht neue Stränge komplett vom Anlagenbau nach oben legen muss. Richtig, also im Bewohnten ist das ein super interessantes Thema, vor allem wenn vorher vielleicht nur Etagenheizungen gewesen waren, oder auch Nachtspeicher.
(52:44 - 53:04)
Vielleicht Gas oder Lampen. Nachtspeicher ist tatsächlich ein super Thema, weil wir haben dort auch die elektrischen Anschlusswerte für die Anlagen schon, weil wir dort über das 1 zu 1 ja wirklich krasse Anschlusswerte an Gebäuden, was jetzt elektrisch zur Verfügung steht, haben. Klar, und das hat ein Nachtspeicherofen einfach schon.
(53:04 - 53:24)
Ja, und ich sage mal so, wir haben das jetzt 1 zu 1 mal getauscht, und die Betriebskosten, die werden sich mit Sicherheit mit zu 50 bis 60 Prozent dort auch senken. Ja, weil ich sage mal so, diese Nachtspeicheröfen, diesen Tarif, dass man jetzt irgendwie Nachtstrom... Bieten viele nicht mehr an. Bieten... Ich kenne es, meine Eltern haben noch so was.
(53:24 - 53:35)
Ja, okay. Aber wir haben immer mal diese Anfragen, und ich finde, dafür ist es wirklich super, super geeignet, und halt auch generell in Kombination. Also ich finde, man sollte immer die Kombination sehen.
(53:35 - 54:10)
Man sollte es nicht übertreiben, dass man sagt, okay, man hat die PV-Anlage, PV und Wärmepumpe in Kombination, immer gut, PV und Klimaanlage, immer gut, aber man muss jetzt nicht sagen, okay, man hat Solarthermie, man hat PV, man hat eine Festbrennstoffheizung, man hat noch eine Gasheizung, man hat eine Wärmepumpe als Ergänzung. Irgendwo ist dann auch gut. Ich sage mal so, man sollte immer eine gesunde Mischung machen und schauen, dass man da vielleicht auch an einen guten Berater da auch in den Bereich kommt, der eine entsprechende sinnvolle Ausrichtung auch mitgeben kann.
(54:10 - 54:50)
Vielleicht da auch noch so die Rückfrage, du hast gerade so die verschiedenen Sachen so aufgezählt, wie ist so deine Meinung auch zu Hackschnitzelanlagen? Sind die oftmals eine gute Ergänzung? Ich dachte doch, keine Expertise kann auch sein. Ich sage mal so, ich kann das immer nur so bewerten, wir selber montieren oder verbauen die Anlagen ja nicht, aber wir arbeiten mit ziemlich vielen Heizungsbauern zusammen, die sich das Thema Kältetechnik, Wärmepumpen, vielleicht durch die Altersstrukturen, auch einfach, weil es ein neues Thema ist, gar nicht mit ins Haus holen wollen und das dann quasi an uns abgeben. Und gerade in den bergischen Regionen, also rund ums Erzgebirge, da schwimmt man natürlich aufs Holz.
(54:50 - 55:21)
Und dort ist eine Hackschnitzelheizung oder Pelletheizung natürlich gesetzt. Und dort machen wir meistens dann auch Ergänzungen mit einer Wärmepumpe, um vielleicht bei einem Festbrennstoffkessel, wenn jetzt kein Speicher oder Pelletspeicher in der Nähe ist und man das immer selber beschicken müsste, dann natürlich in der Übergangszeit und vor allem auch im Sommer die Warmwasserbereitung dazu, darüber über die Wärmepumpe dann zu realisieren. Aber ja, also so richtig Erfahrungen dazu habe ich nicht.
(55:21 - 55:48)
Also wenn man die Möglichkeit hat und günstig an das Holz kommt, warum nicht? Ich kenne es aus einer langen Zeit, dass das immer halt damit beworben wurde, dass der Pelletpreis pro Tonne, pro Kilowattstunde Heizenergie relativ günstig ist. Aber ich habe mir dann auch gedacht, na ja, je mehr sowas verbreitet wird, desto mehr bestimmt Angebot und Nachfrage dann den Preis. Und das ist dann auch immer noch eine Frage der Zeit, wo sich das dann hinentwickelt.
(55:50 - 56:16)
Ja, lassen Sie uns so einen Blick in die Zukunft machen, auch so von der technischen Perspektive. Was erwartest du? Was in den nächsten Jahren sich vielleicht verändert oder sich auch vielleicht verändern soll? Also ich denke, dass es das Thema Wärmepumpe an sich auf jeden Fall noch geben wird. Ich denke, dass es sich in der Bewertung und vor allem auch in der Technik noch sehr, sehr viel tun wird, auch in der Preisgestaltung.
(56:17 - 56:37)
Das sage ich mal mitten im Wegfall von Förderungen gegebenenfalls auch viel am Wärmepumpenmarkt tun wird. Ich denke aber, dass es auch ganz andere Herangehensweise an das Thema Wärmepumpe geben wird. Also es gibt jetzt ja schon Forschungen über das Fraunhofer-Institut beispielsweise, über Wärmepumpen, die ganz ohne Kältemittel auskommen.
(56:39 - 57:13)
Und das sind natürlich Techniken, wo man sagt, okay, ist nicht so schön für uns als Kälteanlagenbauer, aber es ist trotzdem ein sehr, sehr spannendes Thema. Und ich denke, dass es dort auch wirklich viele hybride Systeme geben muss und sollte, dass man wirklich nicht die ganze Zeit nur auf eine Technologie setzt. Also man sieht das ja bei manchen Automobilherstellern auch, dass sie sagen, okay, wir gehen jetzt nur noch den einen Weg und machen gar nichts mehr anderes, die dann perspektivisch da doch ein bisschen auf die Nase gefallen sind und ihre Entscheidung dann revidieren.
(57:13 - 57:29)
Und ich denke, das ist auch so ein bisschen die Zukunft, dass man eher diese Hybridlösungen in Betracht ziehen sollte. Und natürlich wird sich in dem Bereich auch vieles tun. Es wird, denke ich, weniger Schallemissionen geben.
(57:29 - 57:35)
Die Anlagen werden immer leiser werden, immer effizienter. Es wird auch ein bisschen hübscher. Hübscher, ja.
(57:36 - 57:50)
Wobei das auch immer nur ein Verkaufsargument ist. Also wenn man das rein technisch betrachtet, dann zählen natürlich nur die Zahlen. Die Ausbeute, sage ich jetzt mal, aus den einzelnen Energiequellen.
(57:50 - 58:02)
Und vielleicht wird es auch neue Energiequellen geben, die dann erschlossen werden können. Ja, gut. Ich sage mal, Wasserstoff war immer ein Thema, aber so richtig festsetzen hat sich das Thema noch nicht können.
(58:03 - 58:18)
Richtig, ja. Gut, man muss halt auch immer sehen, wie gut sich sowas dann durchsetzen kann und wo vielleicht dann auch die Lobbyarbeit betrieben wird. Aber gerade in dem Thema Quellen, PVT ist ein spannendes Thema, was mich interessiert.
(58:18 - 58:47)
Das ist quasi die Kombination aus Solarthermiemodulen und PV-Modulen in einem. Und die Kombination mit einer Wärmepumpe, wo man quasi über eine Sole-Wasserwärmepumpe auch an ähnlich gute Leistungszahlen kommt wie mit einer Sole-Wasserwärmepumpe und einer Tiefenbohrung. Nur spart man sich im Grunde genommen die Erschließung dieser Tiefenbohrung.
(58:48 - 59:05)
Und die ist natürlich ziemlich teuer und hat halt den Vorteil, dass man die Gebäude oder die Dachfläche einmal für PV nutzt und andererseits auch quasi für die thermische Seite der Sonneneinstrahlung. Klar, auch um dann warmen Wasser entsprechend zu haben. Genau, richtig.
(59:05 - 59:13)
Heute ist es vielleicht immer so ein Entweder-oder. Ja. Und wenn das wegfallen würde? Genau, das ist so diese Eier legende Wollmilchsäure.
(59:13 - 1:00:15)
Die wären an der Stelle da wahrscheinlich das günstigste. Wenn du so auf vielleicht junge Ingenieure, aber auch junge Handwerker guckst, was würdest du denen heute mitgeben? Was haben sie für Chancen, vor allem auch im Handwerk? Also ich würde mich da ja auf jeden Fall selber auch noch dazuzählen. Und was hat man für Chancen? Also gerade wenn man für das Thema brennt und wenn man generell dieses Handwerk und die Möglichkeiten, die mit dem Handwerk auch kommen, egal wie viele Steine man vielleicht auch in den Weg gelegt bekommt, sei es über die Bürokratie oder neue Verordnungen oder um Strukturierungen in den einzelnen Gewerken und Neuerungen, Vorschriften noch und nöcher, wenn man das mal beiseite lässt und sagt, okay, das ist wichtig und das darf man auch nicht außer Acht lassen, gibt es, finde ich, in naher Zukunft viele Möglichkeiten, da auch sehr, sehr interessante Wege zu gehen.
(1:00:15 - 1:01:28)
Sei es auf eigenen Beinen zu stehen und zu sagen, okay, man ist vielleicht fertig mit der Meisterschule oder als Geselle und sagt, okay, ich mache den Meister noch oder ist Ingenieur und sieht vielleicht gar nicht nur diese Planungsrichtung, sondern auch diese ausführende Richtung, weil ich denke, da wird es in der Zukunft, und das wird nicht lange dauern, sehr, sehr viel Bedarf geben. Und auch das Thema, Leute vielleicht für das Thema Handwerk allgemein auch wieder zu begeistern, zu sagen, okay, ich gehe nicht nur den Schritt und sage, ich übernehme den Handwerksbetrieb für diese Traditionen im Handwerk weiter, sondern gebe dieses Know-how auch an jüngere Generationen weiter und begeisterte auch Schüler, Auszubildende dafür, zu sagen, okay, ich gehe den Weg ins Handwerk, einfach weil ich das Thema spannend finde. Nicht nur dann zu sagen, ja, das ist ein Knochenjob oder natürlich anstrengender als jetzt manche Verwaltungstätigkeit, logisch, aber es ist trotzdem auch ein cooles Thema, wenn man sagt, okay, man hat eine Tagesaufgabe, man startet mit einem Projekt, hat am Ende des Tages das Projekt vielleicht schon abgeschlossen.
(1:01:28 - 1:01:47)
Klar, ein Ergebnis, auch wirklich tatsächlich ein sichtbares Ergebnis. Genau, einen glücklichen Kunden, gerade wenn man sagt, okay, wir bauen eine Splitteranlage innerhalb von einem Tag bis dreiviertel Tag an, je nachdem, wie groß die Anlage auch ist. Man fängt an beim Kunden in einer heißen Wohnung und verlässt die Anlage dann gekühlt mit einem glücklichen Kunden.
(1:01:47 - 1:02:02)
Das ist natürlich dann auch viel wert. Ich denke, das ist auch eine Motivation für alle Angestellten, letztendlich die Kunden glücklich zu machen und die Perspektiven dann auch zu sehen. Ich denke, das ist wirklich super spannend.
(1:02:04 - 1:02:35)
Man sollte das nicht unterschätzen, was Handwerk oder generell auch der Mittelstand da für eine Kraft hat. Lass uns wieder ein bisschen zu dir kommen. Was ist es so, wenn man es rein unternehmerisch anguckt, was hast du noch für Visionen, was möchtest du noch erreichen? Auf jeden Fall die Firma MB Kältosysteme an den Punkt bringen, wo man sagt, man hat gewisse Strukturen, die funktionieren, die laufen, auch ohne vielleicht ein riesen eigenes Zutun.
(1:02:35 - 1:03:06)
Dass man sagt, man kommt an einen Punkt, wo die Systeme dann einfach auch funktionieren. Dass man sagt, okay, man erweitert sich in den einzelnen Bereichen. Mir gefällt der Gedanke, dass man sagen kann, man kann rund ums Gebäude, egal was es ist, ob das jetzt Gewerbe ist, ob das ein Mehrfamilienhaus ist, Einfamilienhaus, viel aus eigener Hand bilden und vielleicht auch über einen eigenen Bestand ein gewisses Grundrauschen in den eigenen Firmen schaffen.
(1:03:06 - 1:03:17)
Dass man sagt, man generiert nicht nur Aufträge draußen am Markt, sondern hat auch Aufträge, die aus der eigenen Substanz kommen. Einen eigenen Immobilienportfolio. Da kommen auch Aufträge, die man selber bedienen kann.
(1:03:18 - 1:03:58)
Bis man sein eigenes Ökosystem baut. Genau, das ist so ein Thema, wo ich sage, das ist eigentlich die Vision, die ich spannend finde und die eine gewisse Unabhängigkeit und Sicherheit ermöglicht. Nicht nur aus unternehmerischer Sicht und als derjenige, der dann auch alle Rechnungen bezahlen muss, sondern auch aus der Sicht als Angestellter, dass man sagt, okay, sei es jetzt draußen irgendwo durch Kriege oder durch Umstrukturierungen oder durch einen Wegfall von der Automobilindustrie oder so, wo so viele Rattenschwänze hinten dranhängen, die wir erst viel, viel später zu spüren bekommen.
(1:03:58 - 1:04:19)
Wer alles davon profitiert, welche Subunternehmen, wie viele Familien dahinter hängen, der Bäcker vielleicht, der dann nicht mehr so viele Kunden hat, die da vorbeifahren. Richtig, genau. Auch wir als Kunden, natürlich brauchen wir die Kundschaft, die sagt, ja, ich will mir den Komfort gönnen, im privaten Bereich dann auch zu sagen, ich möchte die Klimaanlage noch installieren und ich bin bereit, das dann auch noch auszugeben.
(1:04:19 - 1:04:49)
Wenn die dann alle wegbrechen, dann muss man schauen, wo man die Aufträge dann generiert. Auch wenn die Industrie sagt, na ja, wir wissen eh nicht so richtig, ob Deutschland noch der richtige Standort für uns ist, wieso sollen wir hier in unseren Standort noch investieren? Dann fallen natürlich für uns auch diese Aufträge weg und da ist es natürlich umso schöner, dann zu sagen, nein, wir bleiben hier. Und man macht das möglich, dann zu sagen, man hat dieses Grundrauschen, diesen eigenen Aufträg halt aus dem eigenen Ökosystem.
(1:04:49 - 1:04:56)
Ich finde, das trifft es ganz gut. Ja, vielleicht auch da ein spannender kurzer Exkurs. Das ist auch ein Grund, warum ich den Podcast mache.
(1:04:57 - 1:05:13)
Gerade auch die Älteren machen uns jünger manchmal einen Pfauf. Es gibt gar nicht mehr so viele, die gründen wollen, die Unternehmen übernehmen wollen, aber ich denke, in meinem Podcast sieht man auch einige junge Gäste, die schon im jungen Alter doch einiges erreicht haben und uns da einfach auch nicht unterkriegen lassen. Letztendlich sind wir die, die Deutschland gestalten.
(1:05:14 - 1:05:36)
Kann man so zusammenfassen, ja. Es ist dem nichts hinzuzufügen und ich denke, das ist auch klar, ein gewisses Heuschen oder Fünkchen, ein Mut dann auch bedarf, diesen Schritt auch zu gehen. Aber wie du richtig sagst, das wird die Zukunft von Deutschland und von der deutschen Wirtschaft letztendlich dann auch mal sein.
(1:05:36 - 1:05:54)
Man hat die Möglichkeit, das zu gestalten. Ich sage mal so, klar hat man immer die Daumenschrauben, die einem von oben her dann gegeben werden. Ich sage mal so recht, Daumenschrauben, weil das ja aktuell doch in Richtungen geht, wo man doch viel hört, wo man sagt, ja, boah.
(1:05:54 - 1:06:14)
Also es gibt ältere Unternehmer, die dann sagen, also ich wüsste nicht, ob ich... Wer ist der Druck zu hoch? Ja, und die auch sagen, ich wüsste nicht, ob ich jetzt zu der Zeit den Schritt dann wirklich gegangen wäre, noch mal in das Unternehmerische. Die dann auch sagen, es ist wirklich eine super spannende Zeit, die neben vielen Problemen auch immer Chancen bietet. Das sollte man nicht vergessen.
(1:06:15 - 1:06:38)
Klar, und die sagen dann auch vielleicht lieber, mir macht das Handwerk Spaß, aber ich bin nicht der Verwalter, der Buchhalter, der die ganzen anderen Pflichten und Fristen erfüllen muss. Ich glaube, das ist generell so ein Thema, was man im Handwerk recht oft sieht. Viele machen sich im Handwerk dann selbstständig einfach, weil sie das Thema extrem begeistert, weil sie halt für den Beruf dann auch brennen und für diese Philosophie, die man dann auch hat.
(1:06:39 - 1:07:00)
Sei es jetzt ein Kunstschmied, der, sag ich jetzt mal, mit voller Hingabe dann einen Ring kreiert und was Neues designt, genauso wie auch wir. Also klar, das macht Spaß und das ist ein super Thema. Aber da noch mal drüber hinaus zu gucken und zu sagen, okay, man denkt, das Unternehmerische vielleicht auch noch mal in die Richtung ermöglicht, denke ich, eine sehr, sehr spannende Zukunft.
(1:07:01 - 1:07:29)
Lass uns mal noch so in die Richtung gehen. Was heißt für dich persönlicher Erfolg? Persönlicher Erfolg, finde ich, ist eigentlich ein Zustand, wo man sagen kann, dass man ein erfülltes Leben geführt hat. Dass man sagen kann, okay, man ist mit dem Weg, auch wenn man vielleicht nicht alles immer gleich gemacht hat, wenn man die Chance hätte, es noch mal zu tun.
(1:07:30 - 1:07:46)
Dann aber trotzdem zu sagen, ja, man ist stolz darauf, was man gemacht hat. Wo man vielleicht auch letztendlich steht, dass man weiß, vor allem für wen man es macht. Dass man sagt, das ist letztendlich auch für einen selbst und vielleicht auch für sein Umfeld, für die Familie.
(1:07:47 - 1:08:08)
Und dass man sagt, man hat wirklich das erfüllte Leben. Man bereut auf jeden Fall weniger, als man nicht bereut. Dass man sagt, man ist in dem Thema, dass es wirklich dahin geht, seine eigene Freiheit zu schaffen, was wieder in dieses Ökosystem reinspielt.
(1:08:08 - 1:08:30)
Diese Unabhängigkeit, diese Freiheit, diese Möglichkeit, Dinge ... Eine Idee umsetzen zu können, ohne groß nachdenken zu müssen. Richtig. Ich muss sagen, ich hatte mal ein Interview von Elon Musk gehört, der gesagt hatte, was würden Sie jetzt machen, wenn Ihnen jetzt Betrag X geboten würde, und Sie müssten das und das tun.
(1:08:30 - 1:08:42)
Er hat einfach gesagt, I don't fucking care. Ihm ist es einfach egal, weil er seine Sachen machen möchte. Und sein Zeug auch umsetzen möchte, seine Vision hat.
(1:08:42 - 1:08:57)
Das finde ich super spannend, wenn man die Möglichkeit hat, zu sagen, man macht die Dinge, die man möchte, auf die man Lust hat. Klar hat man immer irgendeine Grenzen und Themen. Oder ich sage mal nicht Grenzen, sondern vielleicht Situationen, die es zu lösen gibt.
(1:08:57 - 1:09:06)
Ja, Herausforderungen. Herausforderungen, ja. Und wenn man da wirklich offen immer dafür bleibt, nie den Optimismus dahingehend verliert.
(1:09:06 - 1:09:35)
Und das finde ich wäre ein wirklich persönlicher Auffall. Du hast es gerade so ein bisschen angesprochen, dass man, wenn man so zurückschaut, nichts bereut. Gibt es Dinge, wo du sagen würdest, wenn du zurückblickst, hätte ich es anders gemacht? Ja, es gibt Punkte, wo ich sage, ich hätte gerne viel, viel eher das Thema angefangen, dass ich sage, okay, ich mache parallel schon so ein Nebengewerbe oder viel mehr in der Selbstständigkeit.
(1:09:36 - 1:09:48)
Hätte mir in den jungen Jahren gerne viel, viel mehr getraut. Und gesagt, okay, was hätte passieren können manchmal? Keine große Verantwortung, kein Haus, kein Kind. Richtig, richtig.
(1:09:48 - 1:10:22)
Ich finde den Spruch relativ cool. Was würde man tun, wenn man wüsste, dass man nicht scheitern kann? Wenn man sagt, okay, wenn man wirklich alles auf eine Karte setzt, dass man sagt, okay, man geht das viel eher an, man versucht vielleicht auch viel, viel schneller, dann schon auf eigenem Bein zu stehen, um dann die ersten Erfahrungen zu sammeln. Gerne auch da hinzufallen und wieder aufzustehen, weil darum kommt es ja auch letztendlich an, auf diese Lernkurve, wie du es vorhin schon gesagt hattest, dass man die halt schon viel, viel eher mitnehmen kann.
(1:10:23 - 1:10:52)
Und gerade auch in den einzelnen Netzwerken, wo man dann Leute sieht, die, keine Ahnung, noch mal 10 Jahre jünger sind als einer selbst, wo man sagt, okay, man geht eigentlich davon aus, dass man schon jung ist in dem Bereich. Und ich bin jetzt auch 27. Und man liest dann so Beiträge von Leuten, die noch mal 10 Jahre jünger sind, die gefühlt einfach dieses Thema Unternehmertum gefühlt im Kopf schon durchgespielt haben und jetzt eigentlich nur noch zünden und die Rakete starten.
(1:10:53 - 1:11:16)
Wo ich mir so sage, megacool, krass, was da auch für Mindsets da draußen auch schon existieren, auch in verschiedensten Bereichen. Wo ich mir so sage, ey, krass, wieso habe ich mich zu der Zeit nicht damit beschäftigt, sondern habe andere Sachen gemacht, die da vollkommen irrelevant gewesen sind. Aber letztendlich... Ist es nicht das? Ja, es ist, wie es ist.
(1:11:16 - 1:11:31)
Durch die Entscheidungen, die ich getroffen habe, bin ich an dem Punkt, wo ich bin. Und klar hätte das anders kommen können, hätte sich andere Sachen fügen können. Und ich bin immer der Meinung, sobald man irgendwas ins Universum reinschreit, kriegt man auch irgendwo eine Resonanz.
(1:11:32 - 1:11:56)
Und sobald man irgendwas will und dahingehend auch die Energie gibt, dann bekommt man auch an der Stelle was zurück. Lass mich zum Abschluss noch mal in die Richtung gehen. Was denkst du, was sind Eigenschaften, die ein erfolgreicher Selbstständiger, ein erfolgreicher Unternehmer mitbringen sollte? Also ich denke, auf jeden Fall eine Offenheit.
(1:11:56 - 1:12:11)
Egal für was. Sei es Technologie, sei es vielleicht auch Chancen, die hinter jedem Problem lauern. Dann eine Strukturiertheit natürlich auch und einen gewissen Überblick.
(1:12:12 - 1:12:41)
Das finde ich, ist ein wirklich großes Thema und natürlich auch eine Durchsetzungskraft, dass man sagt, okay, man hat die Ideen, lässt sie sich aber jetzt natürlich auch nicht von Person X dann noch mal zerreden, weil man vielleicht dann auch Zweifel eingepflanzt bekommt oder, oder, oder, sondern man hält einfach an dem Thema auch fest und man brennt dafür. Motivation und Disziplin, denke ich. Disziplin ist eines der Punkte, die, sage ich jetzt mal, auf Dauer nie zu schlagen sind.
(1:12:41 - 1:13:03)
Egal, ob man da gegenüber einem riesen Talent steht, solange man noch länger durchhält als derjenige oder fleißiger ist, dann kann man denjenigen in tausendfacher Weise, finde ich, auch schlagen oder outperformen, wie man es in Neu-Deutschland sagen kann. Ja, Maik, ich danke dir. Hat mich gefreut, dass du im Beckton-Podcast mit dabei warst.
(1:13:04 - 1:13:22)
So, auch in die Richtung der Zuschauer, Zuhörer, schreibt Kommentare drunter, sagt uns, wie es euch gefallen hat. Ich bin gespannt, ja. Natürlich auch liken, auch abonnieren und bleibt dran, es kommen noch weitere sehr spannende Folgen, egal, ob aus Berlin, Paris oder hier jetzt heute aus der Nähe Chemnitz.
(1:13:22 - 1:13:32)
Ja. Auch für mich etwas ganz Neues, mal in Sachsen unterwegs zu sein und macht es gut und bleibt dran. Von mir auch alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft.
