BACKBONE #009 – Von der Werkstudentin zur Nachfolgerin: Zehra Anlatan über Unternehmertum & Peucon
(0:00 - 0:31)
Ja, hallo Zehra, freut mich, dass du bei meinem Podcast Backbone dabei bist. Sag vielleicht mal kurz ein paar Sätze zu dir, was sollte man über dich wissen, stell dich kurz vor. Ja, erstmal vielen Dank für die Einladung, ich bin Zehra Anlatan und ich bin die Geschäftsführerin der Peucon GmbH, ich bin vom Background her Informatikerin, komme von der TU Berlin und habe letztes Jahr die Geschäftsführung der Peucon GmbH übernommen und bin als Nachfolgeunternehmerin angetreten.
(0:31 - 1:21)
Spannend, vielleicht gleich eine Rückfrage, was macht denn Peucon GmbH? Peucon GmbH, uns gibt es seit 1991, also wir sind ein KMU im Bereich Elektronik und Softwareentwicklung, also Embedded Systems und wir entwickeln seit 1991 Hochtechnologien. Ganz einfach gesagt, hat jemand ein Problem oder möchte eine neue Technologie entwickeln oder hat eine Idee und möchte einen Prototypen haben oder da soll etwas patentierfähiges entwickelt werden und da wird Elektronik und Software benötigt, dann sind wir meistens der Partner, der diesen Prozess mit begleitet. Okay, und was kann man sich so vorstellen, was sind das für Branchen? Wir bedienen verschiedene Branchen, das kommt immer darauf an, was genau erfordert ist.
(1:22 - 1:47)
Bei Consumer machen wir alles Mögliche mit, außer der Produktion natürlich, das muss man auch an der Stelle sagen. Wir machen die Entwicklung, die Prototypisierung, die Qualitätssicherung, Concept Engineering, Machbarkeitsstudien. Wir wirken an Forschungsprojekten mit, meistens unterstützend, wir haben auch Forschungsprojekte selber auch mal als Konsortialspartner mitgemacht, aber da schaut man immer, wie es ist.
(1:47 - 2:27)
Wir haben Consumer gemacht, wir haben ein bisschen Automotive gemacht, ich sage ein bisschen, weil es gibt natürlich sehr viel, was man in Automotive machen kann und wir decken natürlich nicht alles ab. Dann E-Mobility haben wir über 15 Jahre gemacht, da haben wir auch beispielsweise Sachen wie E-Bike Antriebe mitentwickelt. Das ist unsere Eigenentwicklung tatsächlich, das haben wir entwickelt für den Arbeitsschutz, das war tatsächlich sehr interessant, damit Leute halt im Verkehr ihre Handys, wenn sie die dann nutzen müssen, auch sicher benutzen können, das ist dann halt für so Lieferdienste oder Logistikunternehmen gedacht.
(2:28 - 3:37)
Nee, aber solche Arten von Lösungen entwickeln wir, wo darauf bedacht ist, dass dann halt auch der Mensch mit Leib und Leben auch sicher ist. Es sind aber auch Entwicklungen, die für Industrie gedacht sind, beispielsweise Sachen wie ESIC-Entwicklung unterstützen wir, wir haben im Konsumentenbereich auch von Spielekonsolen bis hin zu, was haben wir das gemacht, bis hin zu intramuskulärer Sensorik im Medizinbereich, da haben wir Testaufbauten für Chipentwicklung, also es ist wirklich ein breites Feld an Sachen, die wir bedienen. Also da sind wir meistens nicht an eine besondere Sparte oder eine besondere Branche gebunden, was wir beispielsweise gar nicht machen, ist sowas wie Anlagenbau, weil da gibt es wirklich Spezialisten dafür und Anlagenbau ist auch wirklich so ein derart spezielles Ding oder Leistungselektronik, wenn es ja wirklich Leistungleistung ist, dafür gibt es auch ganz gute Firmen, die das auch können, das machen wir beispielsweise nicht, aber so alles drumherum, von Sensorik bis hin zu Sachen, die auch später in Richtung Embedded KI gehen, solche Sachen unterstützen wir dann.
(3:37 - 4:08)
Okay, ja, lasst uns gleich mit der nächsten Frage weitermachen. Ich habe auch so den Blick, du bist ja die Geschäftsführerin von Peucon, wie war das denn so? Du hast ja als Werkstudentin angefangen, wie ist so ein bisschen dieser Weg dahin passiert? Erst mal Werkstudentin, dann Geschäftsführerin später? Ja, ich komme aus einer Unternehmersfamilie, meine Eltern haben von Landschaftsarchitektur bis hin zu Restaurantbetrieben, bis hin zu zuletzt auch Tiefenbau und Korrosionsschutz alles gemacht. Volle Bandbreite.
(4:08 - 4:48)
Volle Bandbreite, meine Eltern haben sich gut ausgeräumt, meine Mutter ist eigentlich Lehrerin, aber dazu muss man halt auch einfach sagen, ich bin auch in einem Umfeld aufgewachsen, was unternehmerisch gut tätig war und da musste ich mir mein Taschengeld dazu verdienen, indem ich nach der Schule dann in der Buchhaltung mitgesessen habe. Dann habe ich beispielsweise auch meine Mutter begleiten dürfen auf Baustellen, ich durfte auf Werften, ich durfte solche Sachen auch sehen, ich durfte auch wirklich real in die, in die, sag schon, in den Bau und wenn ich das anschaue, also nicht mit Helm und allem drum und dran. Ja, natürlich.
(4:49 - 5:04)
Muss man ja auch sagen. Aber da gibt man ja eine ganz besondere Beziehung dazu. Ja, natürlich, weil das ist bei Familienunternehmen allgemein, weil dann hat man auch den ganz anderen Bezug dazu, da muss man natürlich auch dazu sagen, das sieht man dann auch von der anderen Seite.
(5:05 - 5:33)
Ich beispielsweise habe das als Kind miterleben dürfen, ja, ich musste mein Taschengeld dazu verdienen, ich musste da mitarbeiten, ich durfte auch sehr viel lernen und sehr viel auch mit anpacken, so viel wie natürlich im schulischen Rahmen auch ging, aber die Lernkurve für mich war natürlich gekoppelt, die war dann nicht unendlich, aber ich habe sehr viel gelernt, ich habe gelernt, wie man Mitarbeitergespräche führt, was man arbeitsrechtlich beachten muss, wie es mit Versicherung läuft, wie man Verträge aufsetzt. Ja, das macht ja auch Spaß. Das macht auch Spaß, ja.
(5:34 - 6:14)
Ja, es ist auch Tagesgeschäft, aber ich glaube, wenn man dann mitgenommen wird und auch frühzeitig mitgenommen wird, dann kann man ganz viel dazu lernen, aber es gibt in Berlin auch wirklich sehr, sehr viele Initiativen, die das auch machen, war kürzlich bei einer Schule und da durfte ich natürlich auch meinen Werdegang so ein bisschen erklären und tatsächlich dann auch den Schülerinnen und Schülern sagen, wie es als Informatikerin ist, aus so einem Haushalt zu kommen und dann so ein Unternehmen zu übernehmen. Da habe ich auch gesehen, es gibt Interesse von den jungen Leuten, die wollen das auch machen, EMMS heißt das, ist von der IHK betreut, das ist wirklich ein super, super Ding. Ja, perfekt.
(6:14 - 14:25)
Du lieferst mir auch schon die perfekte Stahlvorlage, weil ich, wenn du schon zurückschaust, das hast du bestimmt in dem Vortrag auch gemacht, was waren so die prägendsten Stationen so bis heute? Ich glaube, das Beste war, ich glaube, das Beste war tatsächlich auszuziehen und dann, ich komme aus Kiel eigentlich, ich bin dann nach Berlin gezogen und habe ein komplett neues Umfeld gehabt, wirklich alles war fremd, alles war neu und ich glaube, das hat auch sehr viel gemacht und ich glaube, deswegen suche ich mir auch immer die Challenges und das war dann auch, als das Angebot kam von Uwe und das hat er zwei, dreimal gemacht, zuletzt dann einfach 24, dann hatte ich gesagt, wir versuchen es einfach mal, weil das ist auch ein Prozess, so Nachfolge kann man nicht von heute auf morgen machen, die muss man aktiv gestalten und da lernt man dazu, also man lernt wirklich sehr, sehr viel auch über sich selber und auch über seine Grenzen hinaus. Ich meine, ich habe ja dir gerade eben gesagt, ich habe das als Familienmitglied erleben dürfen, wie meine Eltern Unternehmertum erleben durften, aber es ist nochmal eine komplett andere Sache, besonders, wenn es dann nicht das eigene Familienunternehmen ist, das gibt es ja auch seit ein paar Jahren nicht mehr, aber wenn es dann extern ist, wenn man sich quasi in ein Umfeld mit reinbringt, das man auch selber nicht aufgebaut hat, da muss man auch den nötigen Respekt gegenüber ein Lebenswerk mitbringen und seien wir auch ehrlich, wir haben auch gerade Wirtschaftsflaute, das ist für andere ein bisschen schwierig, aber man muss auch positiv dranbleiben und sagen, ich möchte das einfach mitgestalten, weil die Firma jetzt beispielsweise über 35 Jahre, wir haben ja jetzt Jubiläum, wir haben beispielsweise als Firma, wir haben die Dotcom-Blase erlebt, wir haben viel mitgemacht, wir haben 2008 miterlebt, wir haben Firmen hochgehen sehen, wir haben Firmen Pleite machen sehen, wir haben ganz viel eigentlich als Firma auch mitbegleiten dürfen, leider nicht immer positiv, wie in dem letzteren Fall, wenn dann jemand tatsächlich auch das Unternehmen veräußert oder auch schließt, auch das gehört halt auch zum Unternehmertum, das ist halt ein Risikobeschäft. Da vielleicht gleich zu die Nachfrage, ich kann mir auch gut vorstellen, beim Familienbetrieb von deinen Eltern, man nimmt total vier, aber man hat noch nicht die Verantwortung, das ist jetzt ganz anders, oder? Das ist ganz anders, da muss man auch ehrlich sein, es gibt auch Tage, da sitze ich und denke mir, oh Gott, was habe ich eigentlich gemacht, aber ich glaube, da fängt man sich relativ schnell, weil man muss sich der Verantwortung auch bewusst sein, es gibt halt mehrere Ebenen, die eine Ebene ist natürlich, man hat jetzt Mitarbeiter, für die man verantwortlich ist, das ist nicht so, ist es nicht wie vorher, ich bin hier irgendwie ein Berki oder Mitarbeitende und da kommt jetzt irgendwie mein Kollege Berthold rein und sagt, guten Morgen, das ist auch eine ganz andere Haltung plötzlich, die man auch gegeneinander halt, ich bin dafür zuständig, dass sowohl deren als auch mein Gehalt am Ende des Monats auch bezahlt wird, das hier die Laden räumen, genau, dass aber auch alle glücklich sind, es geht ja nicht nur darum, um diesen monetären Austausch Arbeit gegen Geld, sondern aber auch Wertschätzung, dazu gehören auch Sachen wie sich wirklich, tiefsten Respekt vor allen Ingenieuren, die mit denen wir gearbeitet haben, mit denen wir auch arbeiten oder die dann auch manchmal projektbasiert wieder einsteigen und ich glaube, ohne geht es halt auch nicht, man muss sich bewusst sein, ja, man hat, man ist zwar Chef in Anführungsstrichen, aber man kriegt das nicht alleine hin, it takes a village, das heißt nicht umsonst so, es braucht wirklich jeden Mann und jede Frau, die man sich auch sonst identifizieren möchte, alle müssen anpacken und ohne das geht es halt nicht und da muss man den Leuten auch so viel Freiheiten lassen.
Ja, es passt eigentlich auch ganz gut, was hat dir so geholfen, so in die Führung rein zu wachsen, gab es da so ein paar Ansätze, die dir geholfen haben oder so in den letzten Jahren, du gesagt hast, da bin ich gewachsen, auch so mit dieser Führungsaufgabe zurechtzukommen? Ich muss ehrlicherweise sagen, ich habe meine Zeit, ich war ja kurz, ich war ein paar Jahre weg von der Firma, ich war bei Siemens Energy, da bin ich in eine Projekt-Ownership und Leiterschaft von einem Projekt reingerutscht, das war, das ist egal, aber es ist dann, hat sich irgendwie so ergeben und da habe ich plötzlich mit ganz verschiedenen Leuten und auch Teams miteinander arbeiten müssen, nicht nur ein Team, sondern auch internationalen Teams, aber nicht als Externer diesmal, sondern auch als interne Person und das macht schon einem was, weil man ist dann nicht nur, man ist nicht nur, ja ich mache jetzt meine Aufgabe, sondern ich muss alle abholen, ich muss mit jedem, ich muss, ich habe Beispiel, Integrationsprobleme mit Schnittstelle X Y, mit wem redest du, wie gehst du die Person an, wer ist vielleicht eventuell, wer kann es lösen aus meinem Team, wie mache ich ein Aufgabenpaket vielleicht, wie gehe ich da ran, da muss man, man muss auch beachten, dass das, Engineering kriegt man immer irgendwie hin, das ist nicht das Problem. Die Sache, die meisten Leute vergessen, besonders bei Sachen wie Prozessdigitalisierung, Prozessinformatik oder auch Engineering allgemein, egal was es ist, es ist immer die Person, die vor dem Rechner sitzt, es ist immer die Person, die am Projekt sitzt, man muss die Leute auch mitnehmen, man muss sie begeistern und wenn man selber die Begeisterung nicht hat, dann wird das auch nichts, das ist auch im Innovationsmanagement dasselbe oder auch, wenn man Sachen neu einführt, die grundlegende Problematik ist nicht die Technologie, sondern die Akzeptanz, aber auch die Akzeptanz von Kollegin zu Kollege und das ist dann natürlich immer eine Schippe, die man dann auch überwinden muss, da muss man auch zusehen, dass man die Leute dann halt auch gut mitnimmt, ohne dass sich, natürlich kann man das nicht vermeiden, dass jemand dann nicht sich mitgenommen fühlt, aber man muss dann auch so ehrlich sein, dann auch respektvollen Umgang mit den Leuten eintreten und ich habe da auch sehr viel über Souveränität noch mehr dazulernen dürfen, aber auch wie man mit Leuten umgeht, wenn sie dann nicht einer Meinung sind, wie man Kompromisse findet, das sind halt alles Softskills, die man dann benötigt, weil da wird man auch kreativer in der Lösungsfindung. Das kann ich mir gut vorstellen, lass uns mal noch so ein bisschen schwenk machen, eine Fähigkeit, gerade so auch als Geschäftsführer mit Team natürlich Führung, was sind noch so Fähigkeiten, die du dir vorstellen kannst, oder die du sagst, das brauche ich, damit ich das Unternehmen führen kann? Risikomanagement, Weitsichtigkeit und definitiv Resilienz, wahnsinnig Resilienz und Geduld, also ich habe auch über die Zeit in den letzten 10, 15 Jahren aber auch lernen müssen, am Ball zu bleiben, Resilienz zu bleiben, es geht so viel schief, das sehen die meisten Leute dann immer nicht, sie denken sich dann, ah ja, XY hat ein Unternehmen, das höre ich fast von Gleichaltrigen, ich meine, die meisten Leute verstehen dann meistens nicht, ah ja, hast ein Unternehmen, ich habe letztens beispielsweise Folgendes gehört, boah, ihr müsst ja richtig fett XY machen oder ihr müsst ja so richtig, das muss ja richtig geil sein gerade und das Ding ist halt einfach, es ist nicht immer Zitat geil, sondern manchmal macht es keinen Spaß, da muss man auch so ehrlich sein, da muss man sagen, okay, heute habe ich nicht die Motivation, aber ich habe das Durchhaltevermögen und das ist wirklich eines der wichtigsten Eigenschaften, Durchhaltevermögen, Resilienz, Geduld, egal wie man das nennen möchte, weil es ist ja nicht nur ein linearer Aufstieg oder es ist nicht linear, irgendwie progressiv, dass man da plötzlich übernimmt und dann fliegen einem die Kunden zu.
(14:26 - 18:16)
Ja und wir wissen beide, wie lange es dauern kann, bis man so einen Kunden mal onboarded oder man ist vielleicht bei 80 Prozent und es wird nichts oder bei 90 oder es scheitert an der letzten Unterschrift, alle schon erlebt. Wir auch, nee, wir haben dann auch teilweise Sachen gehabt, wo die Bestellung bereits aufgegeben, also auf dem Weg zur Aufgabe war, aber dann der Kunde gesagt hat, nee, wir stapfen das Projekt jetzt ein, das kann alles passieren und das darf man dann auch nicht böse nehmen, das darf man auch nicht persönlich nehmen, natürlich ärgert man sich darüber, weil Ganz klar, man ist ja auch Mensch. Genau, aber es ist ja auch Zeit, die man reinsteckt, aber ich glaube, das darf man alles nicht persönlich nehmen, it's just business und ich glaube, wenn man sich das auch zu Herzen nimmt, auch besonders mit Firmen, mit denen man auch zusammenarbeitet oder partnerschaftlich zusammenarbeitet oder will oder sagt, man plant sowas, man muss dann auch natürlich schauen, wenn es manchmal nicht klappt, dann klappt es nicht, dann ist das halt einfach so oder wenn man bereits Sachen eingeplant hat, wir haben beispielsweise, es gibt ja ganz viele, die eine Nachfolge planen und dann planen sie immer mit sehr positiven... Man muss halt eine realistische Vorausplanung machen, eher konservativ.
Ja, man darf sich halt keine großen Luftschlösser bauen, sage ich. Also Uwe sagt das auch wirklich sehr, sehr oft. Ich meine, der hat das jetzt 34, ich habe ja letztes Jahr übernommen, der hat sich das 34 Jahre aufgebaut, im 34.
habe ich übernommen und ich habe über das letzte Jahr auch wirklich sehr viel lernen dürfen tatsächlich, in dem Sinne auch, ich glaube, da muss man auch sagen, ich habe zwar sehr viel Optimismus, auch für die Zukunft, aber man darf natürlich auch diesen Optimismus nicht dafür nutzen, um auch die Realität in gewissen Sachen aus dem Auge zu verlieren. Da muss man natürlich auch dementsprechend ran und sich dann auch immer bewusst sein, es ist auch irgendwo ein gewisses Privileg, so eine Stelle, besonders als junge Person, auch als nachfolgende Person auch antreten zu dürfen. Es ist ein Privileg und da muss man dementsprechend auch damit umgehen, aber auch die, wie gesagt, ich kann es ja gar nicht wiederholen, die Geduld mitzubringen und da darf man auch ruhig auch anders fühlen.
Es ist auch in Ordnung, wenn man dann keinen guten Tag hat, es ist auch in Ordnung, wenn man dann einen super Tag hat, dann umso noch besser, aber man muss halt konsistent dranbleiben und das ist das Wichtigste für mich. Ja, ich würde nochmal tiefer an einer Stelle einsteigen. Du hattest gerade so das thematisiert, dass dieses Bild so von außen auf das unternehmerische oder gerade bei kleinen Unternehmen völlig falsch ist.
Ich kenne das in gleicher Weise. Vielleicht sind es auch die Medien, die manchmal so dieses Bild zeigen von einem Unternehmer oder gerade den Kleinen, die irgendwo in ihrem Liegestuhl sitzen mit einem Cocktail. Ich wünschte.
Also ich habe gehört, die Bahamas sollen schön sein oder die Azoren in Europa. Nein, kleiner Scherz am Rande, aber das ist ja auch das Ding in Start-ups. Also Start-ups und KMUs haben in der Sicht ein ähnliches Problem.
Es wird von außen sehr viel glorifiziert. Ich glaube aber auch, ich möchte die These aufstellen, wenn es nicht glorifiziert würde, dann würden es auch nicht so viele Leute machen wollen oder die Motivation dafür würde fehlen. Also an einer Stelle sich gegenseitig aufzupuschen und zu sagen, nein, das ist wirklich geil, geil, geil, ist natürlich auch angebracht an der Stelle, weil wenn man darüber jammert, dann hilft es auch nicht.
Also da kommt man auch nicht voran. Ja, aber ich denke, es ist auch ganz oft dieser Punkt, es wird dann gesehen, wenn man etliche Jahre durch den Schmerz gegangen ist und dann war es vielleicht auch erfolgreich, aber die Leute sehen halt immer nicht den Weg dahin, das Risiko, was man getragen hat und der Tag, der mal 20 Stunden war oder 15. Das hat keiner gesehen, der Schmerz, durch den man gehen musste.
(18:16 - 22:37)
Das ist das Ding. Ich habe dann auch versucht, jemanden letztens zu erklären, der neu gründen wollte. Ich mag aber diese Anfangsphase, die hatte ich letztens, auch wenn es ein Übernahme ist, das ist ja eine andere Form von Gründung.
Ich hatte das aber auch letztes Jahr. Man geht mit einer ganz anderen Euphorie ran. Man geht ran, das wird super, das wird klasse.
Man hat so richtig Motivation. Genau, aber das soll auch nicht aussterben. Ich sage das ja auch nicht, aber ich glaube nach einer gewissen Honeymoon-Phase.
Wie nach der Hochzeit. Die vergeht relativ schnell, aber dann muss man natürlich auch das, was man tut, gerne machen wollen. Ich habe Informatik absolut aus Liebe zur Algorithmik, aus Liebe zu Netzwerken, aus Liebe zur Problemlösung.
Habe ich das gerne gemacht, auch gerne studiert. Uwe ist beispielsweise aus dem Hause Nachrichtentechniker. Der tüftelt für sein Leben gerne.
Wenn ich den nicht nach Hause schicken würde, dann... Der würde sonntags... Ich glaube, ich habe ihn sogar einmal erwischt, wie er sonntags hier gewesen ist. Also man muss mögen, was man tut, aber das ist halt die Realität der Sache, was auch die meisten Leute nicht sehen. Es erfordert wirklich sehr viel Zeit und sehr, sehr viel im Hintergrund.
Das weiß dann auch ein Mitarbeiter nicht. Ich habe letztens ein Interview gesehen von jemandem, das war, als ich mal auf Social Media scrollte, da hatte ein Gründer erklärt, da gab es Momente, wo er dann in den Keller gegangen ist, geweint ist, wieder hochgegangen ist fürs nächste Meeting. Das sind dann harte Realitäten.
Es ist Projektgeschäft beispielsweise, es ist ein volatiles Geschäft. Egal, ob es Baubranche ist oder ob es Projektgeschäft im Engineering-Bereich ist, ist es egal, was es ist. Das ist volatil, das ist schwierig.
Kunden wollen dann vielleicht immer nicht mitziehen oder an gewisse Leute ranzukommen ist schwierig oder manchmal sind die Projekte viel zu komplex, komplexer als man es gedacht hat oder Sachen sind einfach schief gegangen, weil man vorher gar nicht wusste, dass sie schief gehen. Vielleicht geht der Auftraggeber pleite. Ich meine, habe ich alles schon gesehen, gehört und dann hat man, ich meine, ich habe auch mal gesessen, ich habe auch mal meinen Vater weinen sehen, Mann, da war er damals Mitte 40.
Der hat dann wirklich in der Wachstummandate gesessen und geweint, weil da einfach der Auftraggeber, der ist Konkurs gegangen, finde erst mal dann sechsstellig Liquidität, damit du alle ausbezahlen kannst Ende des Monats, wenn das Geld da nicht kommt. Das sind so harte Realitäten, die muss man dann auch bewusst auch in sich tragen. Deswegen meine ich halt, das sind so Sachen, die sieht dann jemand nicht.
Die sehen dann immer nur, lass dich nicht ausreden, die sehen dann immer nur, ah ja, der ist Unternehmer, der muss ja super-successful sein oder wie es Kids sagen, get your bag, wie es so schön auf Social Media auch gehypt wird. Aber die Realität, die darf man auch nicht aus den Augen verlieren, das ist hart. Ja und vor allem, wir hatten gerade so ein bisschen das Thema Passion.
Zum unternehmerischen Alltag gehört nicht nur Passion. Ich weiß nicht, ob jemand auch immer gleich noch total Lust hat auf Vertrieb und Sales oder Marketing oder eine große Passion für Buchhaltung. Das sind alles Aspekte, die zu diesem Alltag gehören und es reicht halt nicht nur ein guter IT-Leute, ein guter Entwickler zu sein, sondern du musst diese anderen Bereiche auch gut hinkriegen.
Das ist die Herausforderung. Du musst eigentlich als Geschäftsführer, gerade bei kleinen Unternehmen, ein Generalist sein. Du musst in allen Bereichen dich ein bisschen auskennen, wenn Bedarf ist, dann Experten hinzuziehen und manchmal dich auch einfach durchbeißen, auch wenn es nicht dein liebstes Thema Buchhaltung ist.
Also ich habe doppelte Buchhaltung gelernt. Ich finde es geil. Ich prüfe auf jeden Cent und auf jeden Nickel, den ich finden kann.
Aber ich bin auch ehrlich, Vertrieb ist auch nicht mein liebstes Thema. Ich rede Wahnsinn. Wir haben halt High-Touch-Kunden.
(22:37 - 25:36)
Wir haben Großkunden, die sind dann aus der Industrie. Das sind Großkonzerne, die haben dann meistens wirklich sehr spezielle Probleme, wo sie auch Experten in der Elektrotechnik brauchen oder in der Informatik oder allgemein eine Firma wie jetzt Peukern, die agil ist. Manchmal wollen sie einfach Sachen auch auslagern.
Da benötigen sie einen Partner, der auf Augenhöhe auch auf sie zugehen kann. Oder der mal schnell einen MVP bauen kann, den sie hier nicht so schnell hinkriegen. Genau, Transferleistung ist halt das A und O und darauf sind wir auch spezialisiert.
Transferleistung aus beispielsweise teilweise hochkomplexen Papern oder irgendwas. Also da muss man natürlich auch sehen, wir sind auch spezialisiert darauf zu sehen, dass der höchstmögliche IP-Schutz auch für den Kunden da ist. Dass das patentierfähig ist und wenn es nicht patentierfähig ist, dass es schnell am Markt ist.
Weil man möchte das so gestalten, dass der Kunde seine Entwicklungskosten am liebsten schon gestern wieder drin hat. Weil das ist halt wichtig. Vielleicht auch noch mal so die Nachfrage oder mehr ins Detail.
Wir hatten es vorhin schon mit dem Gefühl, wie hat es sich angefühlt, der Moment, als du übernommen hast? Wie hast du dich gefühlt? Meine Mutter kam zum Mittagessen an dem Tag und ganz ehrlich, ich wusste nicht, wie ich mich fühlen soll. Sie ist ja auch Unternehmerin gewesen und wir haben den Notar verlassen. Dann haben wir uns hingesetzt, haben noch mal darüber uns unterhalten.
Auf dem Weg zum Notar war ich ein bisschen aufgeregt, aber als wir das dann verlassen haben, das hat gesessen danach. Also nicht an dem Tag direkt, dann haben wir uns unterhalten, war gut, aber dem Tag danach. Der nächste Tag, als ich dann im Büro gesessen habe, ist ja jetzt am Donnerstag.
Morgen ist ja jetzt ein Jahr genau auf dem Kalendertag. Das ist immer ein guter Zeitpunkt, die Aufnahme. Aber einen Tag danach hat das richtig gesessen, weil sobald du die Urkunde unterschreibst, bist du dafür verantwortlich.
Egal, ob das Handelsregister schon durch ist oder nicht. Natürlich ist es nicht an dem selben Tag durch. Es dauert ja auch eine Weile.
Ich bin zuversichtlich mit den ganzen EU-Ink-Verordnungen, was sie jetzt alles planen, auch auf europäischer Ebene. Ich bin zuversichtlich, das muss ich auch sein, glaube ich. Ich glaube, wir müssen das alle sein.
Aber dass das vielleicht für die nächste Generation an Unternehmern auch vereinfacht wird. Aber bei mir hat es wirklich gesessen, als ich dann am nächsten Tag im Büro gesessen habe und dann Uwe gesagt hat, ja Chef, was machen wir denn? Und da dachte ich, oh ja, ich war ja davor nur als Vertretung da das ein Jahr, um mich ein bisschen einzuarbeiten. Ja, okay, ich sage dir jetzt, was du machen sollst.
(25:39 - 30:59)
Das hat auch eine Weile gebraucht, bis auch ich reingewachsen bin. Ich glaube, wir sind aber auch immer noch in den Prozedere. Ich glaube, das ist auch immer so ein Übergang, der dauert auch seine Zeit.
Ich habe teilweise auch Monate gebraucht, bis ich mental so bereit war, dass ich sagen konnte, ja okay, ich bestimme jetzt, wo es lang geht. Natürlich kann man das auch nicht alleine machen, weil ich habe ja auch einen Gesellschafter, also den Uwe on board. Aber bei Geschäftsführers muss das Geschäft auch dann führen.
Und ich glaube, bei einigen Sachen greift man schnell durch, aber bei anderen Entscheidungen, die dann halt natürlich auch gemacht werden müssen, das muss dann auch erstmal, glaube ich, mental sitzen. Das dauert eine Weile und das ist auch okay, wenn das eine Weile dauert. Das ist genauso bei Startups ja auch so.
Oder wenn man Familiennachfolge antritt, da braucht man auch erstmal seine Kulanz. Da braucht man auch sehr viel Kulanz von anderen, aber auch sehr viel Kulanz gegenüber sich selbst und auch Geduld, dass man da auch irgendwann reinsteppt. Ja, du leitest da schon bestens zu meiner nächsten Frage über.
Was waren es von den ersten Monaten deine Herausforderungen? Eine habe ich schon mitgenommen, Mentalität. Ja, Mentalität, klar. Weil das ist nochmal ganz anders, weil es ist wirklich eine ganz andere Sache, da mental auch mitzumachen, weil wir sind auch, ich habe es ja auch gerade gesagt, wir sind auch in einer Wirtschaftsflaute übernommen.
Wir haben teilweise einige unserer Kunden gesehen, wie einige deren Sparten, die wir bedient haben, verkauft worden sind. Wir haben gesehen, dass andere Unternehmen… Ich kann jetzt hier schon ein bisschen die Felle so wegschwimmen. Ja, natürlich.
Also man muss ja auch darauf vorbereitet sein. Man kann ja nicht sagen, ja okay, das wird immer so bleiben. Das wäre auch naiv zu sagen.
Man darf das auch nicht. Ja, stetiger wandeln. Genau, genau.
Man muss auch sich mit der Wirtschaft auch wandeln können. Man muss wirklich agil bleiben. Man muss auch sagen, okay, wir ändern vielleicht unseren Kurs als Unternehmen.
Wie sehen wir in 10 Jahren aus? Wie sehen wir in 5 Jahren aus? Wie sieht das Geschäft aus? Wir haben beispielsweise für uns entschlossen, wir haben Eigenentwicklung. Wir haben auch Sachen, die wir beispielsweise auch mehr rausbringen könnten. Wieso sollten wir das nicht machen? Ich glaube, das ist auch ein bisschen zu diversifizieren.
Nicht nur Projektgeschäft. Genau, nicht nur Projektgeschäft. Wir haben halt immer unsere Entwicklung, Eigenentwicklung, weil wir sehr viel Spaß daran haben.
Wir bootstrappen alles. Aber da muss man sich auch so Fragen stellen wie, ergibt es Sinn für gewisse Sachen, wenn sie skaliert werden müssen? Kann man noch bootstrappen? Gibt es vielleicht einen Partner, der es dann macht? Oder einen Industriepartner? Wir haben beispielsweise auch gesagt, gut, wir wollen neue Technologien entwickeln. Wir gehen wieder unsere Industriepartner an.
Wir machen jetzt nicht nur Akquise. Hey, habt ihr ein Projekt? Sondern wir haben eine Idee. Was haltet ihr davon? Kann man das so machen? Würdet ihr mit einsteigen wollen? So die ersten Sachen waren tatsächlich auch positiv, aber das dauert auch seine Zeit, bis solche Sachen dann auch anfangen.
Ich meine, manchmal redet man mit dem Kunden ein Jahr bevor so ein Projekt, besonders wenn es so ein Initiativprojekt ist. Und bis dann noch die Bestellung kommt, gehen wir noch mal drei Monate. Ja, aber das sind dann halt wirklich Sachen, auf die man dann auch vorbereitet sein muss.
Wir haben beispielsweise so eine ganze Reihe an Vorschlägen auch gemacht und da warten wir jetzt einfach auf Rückmeldungen. Wir haben dann gesagt, wir nehmen es jetzt selbst auch in die Hand und wir gehen auch auf Messen. Das haben wir lange nicht mehr gemacht.
Aber letztes Jahr haben wir dann gesagt, wir gehen auch in Berlin, weil wir sind eigentlich außerhalb Berlin sehr, sehr aktiv. Weil unsere Kunden sind in Mannheim, die sind in München, die sind in Frankreich. Wir haben auch ganz internationale Kunden, die sind dann in ganz anderen Ländern.
Und da muss man natürlich auch zusehen, dass man auch sagt, weißt du was, vielleicht gucken wir auch lokal mal. Wieso nicht? Wieso nicht? Ich meine, hier gibt es ja auch Industrie. Da muss man natürlich auch ein bisschen um sich herum gucken.
Das haben wir auch gemacht. Natürlich haben wir immer noch sehr viele Messen und alles Mögliche besucht. Aber auch für mich war das ein Learning, weil dann lernt man auch sehr viele Leute kennen.
Man sieht auch sehr viele Technologien. Ich glaube, das gehört halt auch dazu, dass man sich auch sehr vieles anguckt. Weil so kommen auch Ideen.
Man kann nicht sich Ideen angucken online auf dem Rechner, sondern man muss es auch anfassen können. Es muss irgendetwas Greifbares sein. Ja und das ist auch immer was ganz anderes, wenn du mit den Menschen mal persönlich in Kontakt kommst, dann lernst du die einfach anders kennen.
Klar, wird für ihn manchmal ganz gut, weil es logistisch vorteilt, aber so richtige Begegnungen sind was ganz anderes. Ja und das ist dann auch weniger witzig, wie viele deutsche Bahnstorys ich erzählen kann, wenn ich auf einem Messen gefahren bin. Ihr fangt das jetzt nicht an.
Kleiner Scherz am Rande. Nein, aber das sind dann auch alles so Erfahrungen, die man dann machen sollte, auch als Unternehmer. Auch wenn man ein Startup hat, auch wenn man eine Nachfolge antritt, auch wenn es wirklich eine stabile Nachfolge ist.
(31:02 - 31:08)
Es schadet nicht rauszugehen. Es schadet nicht, sich mit Leuten zu vernetzen. Ich gebe dir ein Beispiel.
(31:09 - 35:24)
Ich kenne da einen, der hat ein Startup in Robotik, im Stealth. Das heißt, er baut halt gerade, er sagt nur Robotik-Bereich, wir bauen im Stealth, wir sagen noch nicht, was es ist. Er hat jetzt natürlich gesagt, was es ist, wir kennen uns ja, aber mit dem treffe ich mich auch einmal im Monat.
Der ist beispielsweise auch in den USA manchmal unterwegs, wenn er aber zurückkommt mal oder in Berlin ist, dann treffen wir uns einmal im Monat auf einen Kaffee und wir tauschen uns dann einfach aus. Weil das hilft auch ungemein, sich mit Leuten auszutauschen, die neu was aufbauen oder die was anderes machen. Diese Perspektiven, die anderen.
Genau, weil der hat beispielsweise ganz andere Probleme als, ich sage mal Probleme in Anführungsstrichen als wir. Der hat auch ganz eine andere Perspektive und manchmal hat man auch Sachen, wo man auch eine Außenperspektive benötigt. Jetzt nicht, da wir auch streng NDAs haben, sage ich jetzt nicht O, X, Y, sondern dann ist es so, wir haben jetzt letztens das und das passiert und ich glaube, das hilft auch immens für die Mentalität, dass man auch Leute um sich herum hat.
Also ich habe auch über das Jahr so viele Unternehmer und Unternehmerinnen vor allem auch kennenlernen dürfen, nicht nur im Technikbereich. Es ist gut, dass es endlich mehr Unternehmerinnen auch gibt. Ja, genau, besonders auch in Berlin habe ich so viele kennenlernen dürfen.
Ich habe beispielsweise eine Freundin, die heißt Monay, die hat Naturkosmetik damals übernommen als Nachfolgerin und die kümmert sich auch um so Sachen wie, also sie beschäftigt sich mit Nachfolge, Start-up und so Mentoring und solche Geschichten. Die habe ich dann wirklich eine Woche vor der Übernahme hier kennengelernt und auch relativ schnell haben wir uns auch angefreundet. Klar, dann habt ihr so ein bisschen was, was ihr gemeinsam habt.
Ja, genau. Sie hat dann auch wie in einer ähnlichen Situation wie ich tatsächlich das Unternehmen damals übernommen, aber das schürt auch zusammen. Da weiß man dann auch, okay, da ist eine Person, die versteht mich, weil sie hat es auch durchlebt und das macht dann auch was ganz anderes.
Oder eine Unternehmerin, die übernimmt aber intern von ihrem Vater ein Medizintechnik-Unternehmen, was auch seit 30 Jahren existiert und sie hat beispielsweise wiederum andere Sachen, die sie berichtet und dann tauscht man sich aus und dann kann man natürlich auch sagen, hey, das wird auch benötigt. Also du kannst halt auch nicht dich isolieren und sagen, ja, ich komme schnittig voran. Du musst etwas entwickeln, was der Markt braucht, definitiv.
Ja, aber auch Austausch noch, menschlich. Viele unterschätzen das immer, besonders am Anfang der Gründungszeit oder wenn sie neu übernehmen, dann wollen sie mal erst mal alles über den Haufen werfen, verändern. Ich meine, ich habe den Fehler auch gemacht.
Du nimmst mir schon die Frage vorweg, gibt es da was, was du sagst, zurückblickend, was hättest du anders gemacht? Ich hätte vielleicht vor der Übernahme Akquise angefangen, tatsächlich, weil wir haben beispielsweise, wir haben einen ganz guten Kundenstamm, aber dazu muss man auch sagen, wie auch bei anderen Unternehmen, die divers aufgestellt sind, ist es natürlich immer sicherer, wenn man sagt, okay, ich mache mir auch mein eigenes Netzwerk, weil das ist das Netzwerk des Unternehmens oder des bisherigen Unternehmers, aber wenn man in so eine Nachfolgebeschichte reinkommt, dann braucht man auch sein, seine Village, sein Netzwerk. Ja, und du hast mich vergessen auch, es gibt ja auch Gründe, wieso das Netzwerk so ist. Das hängt vielleicht an seiner Persönlichkeit, weil er gut mit den Leuten zurechtkam.
Vielleicht ist es bei dir anders. Ich hatte jetzt das Glück, dass ich sowohl von Mitarbeitenden als auch von unseren Kunden und auch bisherigen, wir haben ja auch Lieferanten, ganz gut aufgenommen worden bin. Das ist aber wirklich ein absoluter Ausnahmefall, dass wirklich keiner sich hingestellt hat und gesagt hat, nein, weil es passiert dann auch, dass dann, ich habe dann auch gehört beispielsweise von anderen Unternehmern oder Unternehmerinnen, die Nachfolge gemacht haben, plötzlich im Grunde einfach die Aufträge nicht mehr bestellen wollen.
(35:24 - 38:01)
Mitarbeit dann gekündigt, Mitarbeit dann protestiert oder sonst was, das gehört dazu, aber ich bin wirklich sehr, sehr stolz darauf, dass wir es tatsächlich menschlich auch hinbekommen haben, dass da, aber ja, Akquise hätte ich viel früher angefangen, aber auch Netzwerken viel, viel früher und eine Sache, die hätte ich vielleicht gelassen, direkt alles anfassen zu wollen. Ich glaube, die ersten zwei, drei Monate oder die ersten hundert Tage sind ja so eine Karrierezeit. Ich habe relativ am Anfang, ich durfte mich auch ausprobieren.
Ich habe mich auf neue Sachen gestürzt, werde dann alles ausprobieren, machen und ich befinde mich aber in der sehr komfortablen Situation, dass, dass ich natürlich auch so einen Vorgänger wie Uwe habe, der auch noch mitarbeitet, der mitarbeitet, der aber auch sagt, weißt du was, lerne dazu. Ich habe auch meine Fehler gemacht, rede mit Leuten, arbeite mit Leuten, spreche mit Leuten. Ja, das ist immer dieser Zwiespalt.
Auf der einen Seite kann das vielleicht Uwe oder jemand, der erfahren ist, Abkürzungen bieten, aber manchmal musst du auch selber den Fehler machen, um einfach diese Erfahrung selber auszubekommen, nicht nur die Abkürzung zu nehmen. Da gibt es einen Satz, den sagt er so oft. Ich hasse diesen Satz einfach, weil ich kann den auch nicht mehr hören, aber dazu muss man auch sagen, er hat dann halt auch 80 Prozent Recht.
Ich gebe ihm 80 Prozent, ich will nicht 90 sagen, aber er hat wirklich sehr, sehr oft Recht. Nee, dann, dann sagt er, ja, da können wir jetzt beide was fürs Leben lernen. Oder er sagt, du, dann lernst du was fürs Leben, ist doch auch schön.
Er hat Recht, weil man lernt im Nachgang immer was. Es ist auch sinnfrei, wenn man nichts lernt, dann kann man es gleich sein lassen. Aber ich hasse diesen Satz, weil jedes Mal, wenn dieser Satz kommt, der ist dann auch von Kollegen, weißt du, die sagen das auch, er sagt das denen, ich sage das den Kollegen, egal ob Mitarbeiter oder nicht, jeder hat diesen Satz mindestens einmal gesagt und ich weiß, wenn in unserer Firma, da kannst du gleich was dazulernen oder da lernst du was fürs Leben, wenn dieser Satz fällt, dann lernt man und dann lernt man auch sehr schnell und dann hört man beim nächsten Mal dann auch auf den Kollegen.
Das war aber auch ein Learning tatsächlich, das muss ich auch ehrlicherweise gestehen, auch als Nachfolge. Man ist nicht schlauer als der Vorgänger. Das ist so dahingestellt.
(38:01 - 40:47)
Man macht die Dinge vielleicht nur anders. Man macht sie anders, genau, aber man ist nicht schlauer, man macht sie vielleicht anders, weil man, weil die Situation sich geändert hat, aber so gewisse Sachen wie, da nehmen Uwe und ich uns jetzt nicht viel, da sind wir auch einer Meinung, geschäftsgebahnt bleibt immer geschäftsgebahnt, da diskutieren wir auch gar nicht, sind wir immer einer Meinung, solche Sachen, darüber rede ich nicht, aber so gewisse Vorangehensweisen, wie man beispielsweise einen Kunden angeht oder wie man beispielsweise etwas bestimmten sucht oder, sagen wir mal ganz banal, ob eine Veranstaltung sinnvoll ist oder ob wir sie für sinnvoll erachten oder ob irgendwas, ob eine gewisse Änderung vielleicht am Äußeren der Firma oder eine gewisse, das Social Media allgemein. Ja klar, gut, du musst doch ehrlich sein.
Das treffen auch Generationen aufeinander, die einfach ein anderes Leben gelebt haben. Es war sehr viel Wandel die letzten 20 Jahre, das dürfen wir nicht vergessen. Ja, das stimmt auch.
Also es war sehr, sehr viel Wandel, aber ich glaube, das Unternehmen, auch wenn wir in KMU sind, uns gibt es aber auch wirklich nur seit 35 Jahren, weil wir wandelbar sind. Wer rastet, der rastet. Ja, nee, das werden wir auch weiterhin bleiben.
Ich habe zwar auch meine Lieblingsbereiche, ich bin absoluter großer Fan von Bioinformatik, Medizintechnik, ich liebe Physik, aber beispielsweise so Sachen, das ist für meine Kollegen weniger interessant, vielleicht weil sie nicht so sehr in Berührung damit kommen, aber Beauty-Tech beispielsweise oder gewisse Sparten von Consumer-Technologien, das finde ich auch spannend, aber da muss man natürlich auch sagen, da muss man auch einen gewissen Bezug haben oder natürlich damit konfrontiert sein oder Leute kennen, die das auch benutzen, damit man auch selber als Ingenieur, aber auch als Entwickler oder als auch Geschäftsperson sagen kann, das wäre auch interessant für eine Firma wie Peuon, so etwas zu entwickeln. Ich verstehe. Wir waren gerade zu kurz bei Learnings.
Was würdest du vielleicht jemandem, einem Jungen mitgeben, der sagt, der will ein Unternehmen gründen oder auch vielleicht ein Unternehmen übernehmen? So einen Rat, den du dem mitgeben würdest. Es gibt richtig viele Programme, besonders in Berlin oder in Städten wie München oder wirklich Städte, die auch so Hubs für solche Geschichten haben. Beispielsweise für uns war eine sehr große Unterstützung die IHK.
Ich sage auch wieso. Und zwar für gewisse Themen wie rechtlicher Rahmen. Das war beispielsweise ganz wichtig zu wissen, was müssen wir beachten, welche Zeitachsen muss man beachten, wo sind die Materialien.
(40:48 - 41:37)
Und da kriegt man auch die Hilfe, da wird man auch gut beraten, wenn man jetzt wissen möchte, wie es geht. Ansonsten gibt es immer Infoveranstaltungen, aber ich würde wirklich einem jungen Menschen, man muss auch keine Nachfolge machen, Nachfolge ist halt besonders interessant dafür. Man startet nicht bei null.
Man hat schon vielleicht Kunden, Mitarbeiter, die das Thema gut kennen. Genau, genau. Da gibt es auch wirklich zig Hubs oder sonst was.
Da gibt es beispielsweise New Mittelstand, heißt das in Berlin. Die sind extra auf Nachfolge und Nachfolgeunternehmerschaft, wenn ich das jetzt nicht falsch in Erinnerung habe, spezialisiert. Und die begleiten dann auch solche Unternehmen oder helfen jungen Leuten, diese Unternehmen überhaupt erst zu finden.
(41:37 - 41:57)
Oder ganz wichtig, oh mein Gott, seit ein paar Jahren gibt es die Nachfolgezentrale. Berlin hat extra dafür ein Office eröffnet, die sich nur mit Nachfolge beschäftigt. Wir haben landesweit 200.000 oder 300.000 Unternehmen im Mittelstand, die eine Nachfolge benötigen.
(41:57 - 42:08)
Stell dir vor, diese Unternehmen sind morgen alle weg. Das ist schwierig. Dann haben wir plötzlich eine riesige Krise und die muss man auch bewältigen.
(42:08 - 42:23)
Aber für das, was wir jetzt sagen in Berlin, man meckert ja auch immer gerne, das ist ja auch ein bisschen Volkssport. Nicht nur in Berlin. Natürlich nicht, aber ich merke das hier ein bisschen vielleicht mehr.
(42:24 - 42:35)
Ich komme ja aus dem schönen Kiel, da meckert man vielleicht ein bisschen weniger. Aber da muss man auch sagen, da haben sie echt gute Arbeit geleistet. Da begleiten sie die auch wirklich.
(42:37 - 42:45)
Beratung und da gibt es auch ein Portal, da kann man auch nach einem Unternehmen suchen. Oder sie helfen bei der Suche. Ich habe es halt so nicht gemacht, deswegen weiß ich das jetzt auch nicht im Detail.
(42:45 - 43:00)
Aber das hatten sie auf jeden Fall mit, dass es da Angebote gibt. Genau, da gibt es Angebote und es gibt auch Matching-Agenturen. Aber ich meine, wenn die Stadt sowas sowieso anbietet, dann weißt du, da helfen sie auch mit der Finanzierung.
(43:00 - 43:16)
Und da schauen sie auch, ob das überhaupt ein Fit ist. Sowohl vom monetären her kann sich der Unternehmer oder angehender Unternehmer das leisten, als auch ist das Unternehmen überhaupt zu viel wert. Weil solche Prozesse gehen auch so beispielsweise durch MA-Agenturen.
(43:16 - 43:27)
Ein Unternehmen kann auch sagen, ich möchte mein Unternehmen über eine MA-Agentur veräußern. Die dann einfach als Vermittler-Bindeglied noch dabei ist. Davon gibt es auch sehr, sehr, sehr, sehr viele in Berlin.
(43:27 - 43:53)
Ich habe sogar letztens eine Unternehmerin, die ich kenne, die bereits aber schon übernommen hat, aber noch Anteile fehlen, habe ich auch an eine Agentur, die ich kenne, weil ich weiß, die arbeiten gewissenhaft, auch weitervermittelt. Weil ich die auch kenne und weil ich die auch über das letzte Jahr ganz gut kennenlernen durfte. Aber auch andere Unternehmer gesehen, die mit denen gearbeitet haben, habe ich auch gesagt, rede mal mit denen.
(43:53 - 44:07)
Man muss sich halt das Netzwerk aufbauen, dann kann man auch anderen helfen. Natürlich. Aber wenn man das sich nicht ausbaut und als junger Mensch würde ich, glaube ich, zu wirklich sagen, Gründerzentrale, Young Founders heißt das, glaube ich.
(44:07 - 44:19)
Oder solche Sachen, wenn man ein Teenager ist, Start-Up-Teens. Ja, oder so ein Hackathon. Hackathons, wobei bei Hackathons, da muss man auch gucken, mit wem man dann am Ende im Remot sitzt.
(44:19 - 44:29)
Aber sich einfach erst mal auszuprobieren und dann zu schauen. Also ich habe auch keinen linearen Werdegang. Also das ist bei weitem nicht linear.
(44:29 - 44:36)
Zeig dir nicht meinen Lebenslauf. Nee. Also da sprechen wir schon mal gar nicht darüber.
(44:37 - 44:46)
Aber es gibt wirklich, wenn man sucht, wer sucht, der findet. Und es gibt wirklich sehr, sehr viel. Und es gibt auch sehr viel Support.
(44:46 - 44:59)
Und es gibt auch sehr viele Leute. Beispielsweise im nächsten Monat gibt es ja den Girls Day jetzt. Und da machen beispielsweise Schulen mit den lokalen IHKs, mit den lokalen Vereinen.
(44:59 - 45:08)
Es gibt auch so Vereine wie Weiberwirtschaft in Berlin. Die sind dann extra für, Weiberwirtschaft, genau. Und die Gründerzentrale, die sind dann extra für Frauen ausgelegt.
(45:08 - 45:12)
Einfach mal um Einblicke zu bekommen, die Unternehmen. Einfach um Einblicke zu bekommen. Und die werden dann auch unterstützt.
(45:12 - 45:19)
Das gibt dann aber nicht nur für Frauen, das gibt es auch für alle. Ja klar. Aber dann gibt es halt Workshops und dann, die Leute kriegen auch den Support.
(45:19 - 45:28)
Man muss wirklich nur danach fragen. Und ja, also das ist halt das Ding. Man muss halt wirklich mit den Leuten kommunizieren.
(45:28 - 45:48)
Das ist halt das Ding. Ja, lass uns vielleicht nochmal so einen Blick in die Zukunft fragen. Hast du schon so Pläne, wie es vollkommen vielleicht die nächsten fünf Jahre, die nächsten drei Jahre, hast du so ein paar Ansätze, wo du so ein bisschen aus dem Eck herstellst, ein klein wenig? Ja, das kann ich gut machen.
(45:48 - 46:00)
Wir sind aber auch tatsächlich aktuell dabei, das aktiver zu gestalten. Da haben wir, wie gesagt, Netzwerk. Da haben wir auch Leute, die teilweise Uwe auch kennt, teilweise auch ich.
(46:01 - 46:15)
Da sind wir auch in Gesprächen zu schauen, wie könnte Peucon, weil wir sind primär Dienstleister. Ja. Unsere Kunden nehmen uns als Entwicklungspartner mit auf, nicht nur als puren Dienstleister.
(46:15 - 46:22)
Wir gehen auch sehr gewissenhaft mit allem um. Und wir freuen uns auch. Wir haben Kunden, die sind seit 92 Kunde von uns.
(46:22 - 46:28)
Ja, das ist eine krasse Zeit. 92. Also, die haben eine Umfirmierung hinter sich, zweimal verkauft.
(46:29 - 46:34)
Und sind immer noch bei euch. Das ist doch eine wirklich tolle Zeit. Das ist halt so das Ding.
(46:34 - 46:42)
Ein Erfolg hat das. Und, aber, was war die Frage nochmal? Eure Zukunftsvision. Ach ja, genau.
(46:43 - 46:59)
Aber das Ding ist halt, wir sind Entwicklungspartner, ja, aber man muss halt natürlich auch dazu sagen, man muss das Unternehmen auch von der Person abkoppeln können. Ja, ich bin Sarah, aber ich bin nicht die Firma Peucon. Uwe ist nicht die Firma Peucon GmbH.
(47:00 - 47:26)
Und so ein Lebenswerk beispielsweise wie das, was Uwe auch aufgebaut hat, da muss man auch mit sehr großem Respekt dran. Ich kann jetzt nicht mit einem Vorschlaghammer unter die Tür eintreten und sagen, oh, wir werden jetzt das. Wir schauen, dass die Essenz des Unternehmens, Hochtechnologieentwicklung, Innovationsentwicklung, das sind immer so Buzzwords, die man gerne rumschmeißt, aber ich habe dir ja gerade auch gezeigt, was wir so alles entwickeln.
(47:26 - 47:32)
Ja, war sehr interessant. Ja, danke schön. Ich meine, wir haben an Forschungsprojekten mitgehalten.
(47:32 - 48:08)
Wir haben Transferausforschung in Produkte mitbegleitet. Wir begleiten Vorentwicklung, R&D, also R&D auf Englisch dann, Hochvolumenentwicklung, keine Produktion, das können andere Firmen viel besser. Aber solche Sachen, da sind wir auch darauf spezialisiert, auch dadurch, dass wir so viele verschiedene Produktpaletten oder auch Unternehmen treffen durften, mit denen zusammenarbeiten durften und für die tätig werden durften und auch gemeinsam angepackt haben.
(48:08 - 48:35)
Und da muss man natürlich auch sagen, irgendwo kann man uns, ich glaube vielleicht sogar ganz salopp gesagt, auch als Lab betrachten. Natürlich, wir machen auch Produktentwicklung, aber ein ganz großer Teil unserer Projekte fängt auch in der Vorentwicklung an. Das heißt, wenn man noch nicht weiß, wie das Produkt oder wie der Markt in fünf Jahren aussieht, dann sind wir der Partner.
(48:35 - 48:46)
Und vielleicht sollte man sich auch dementsprechend auch nach außen aufstellen, weiß ich nicht. Das wird die Zeit zeigen, aber da müssen wir halt dran arbeiten. Ja, und vielleicht auch das Geschäftsmodell einfach noch ein bisschen breiter zu machen.
(48:47 - 49:05)
Projektgeschäft ist sehr spannend, aber auch sehr volatil. Es ist nicht immer einfach, da auch alles beisammen zu halten, da auch ein bisschen diversifizierter zu sein. Genau, genau, deswegen haben wir ja auch so ein paar Sachen, wie beispielsweise auch für E-Mobility-Bereich haben wir auch Mikrolösungen, die wir dann halt auch für Hersteller anbieten können.
(49:06 - 49:27)
Beispielsweise jetzt die Canvas-Bridge, die wir haben. Oder hier das Push & Touch, das ist extra für Logistikunternehmen, die dann wirklich Fahrrad- oder E-Cargo-basiert unterwegs sind. Oder gewisse Testplattformen, die kann man natürlich auch nachher so anpassen, dass sie sogar lernen kann.
(49:27 - 49:39)
Das muss man natürlich auch alles mit den Kunden zusammen entwickeln. Oder auch gewisse Zirkularität, das hatte ich dir ja auch gerade gezeigt. Das war dann beispielsweise... Kann ich was noch reparieren? Genau, genau, genau.
(49:39 - 49:47)
Kann ich das Board länger im Leben halten oder das ganze Produkt? Weil ich genau weiß, das ist jetzt der Fehlercode. Das war jetzt nur ein Bauteil. Wir tauschen das Bauteil und es geht wieder.
(49:48 - 50:06)
Genau, genau. Für Branchen wie Automotive ist das interessant oder für Branchen, die wirklich ein sehr hohes Volumen fahren müssen, wo man die Fehlerrate auch reduzieren möchte, ist das natürlich solche Systeme, die haben wir entwickelt. Die sind in-house da, aber wir haben sie halt auch entwickelt, weil wir Lust darauf hatten, sie zu entwickeln.
(50:06 - 50:22)
Und natürlich muss man auch sagen, wer sowas entwickelt, natürlich auch auf Zugnachhaltigkeit, das muss man auch nach außen tragen. Und dann auch nicht nach außen tragen als, oh ja, das ist irgendwie so entwickelt, sondern wir passen euch das an. Das ist ein Produkt, das gibt es.
(50:22 - 50:31)
Und das ist dann natürlich ein anpassbares Produkt. Aber es ist nichtsdestotrotz ein Produkt. Und ich glaube, da müssten wir auch stärker ins Produktgeschäft einsteigen.
(50:32 - 50:39)
Ich bin gespannt, was da alles von euch kommt. Ich verfolge euch auch weiter. Lass uns zum Abschluss vielleicht noch so eine andere Richtung gehen.
(50:40 - 50:53)
Wie gelingt dir das, diese Balance zu halten? Beruflich, privat? Ist auch nicht immer einfach. Ich weiß es selber, es gibt Tage, da klappt es weniger gut. Was sind so deine Mittel, dass es überwiegend gut klappt? Weißt du was? Die Menschen um mich herum.
(50:54 - 51:17)
Während unseres gesamten Gesprächs habe ich auch sehr oft auf die soziale Komponente gepocht. Aber ich muss ehrlicherweise sagen, ich habe wundervolle Menschen um mich herum. Ich habe einen herzenslieben Vorgänger, der auch unterstützt, der wirklich mit ans Pall zieht und anpackt im Unternehmen, aber privat.
(51:18 - 51:37)
Meine Familie unterstützt das. Ich glaube, das eine Mal, als ich meine Mutter erzählt hatte, heute lief nicht so gut, hat sie gesagt, ich koche was Warmes und dann isst du das. Das ist dieses Anpacken, sowohl meiner Familie, aber auch meiner Freundin.
(51:37 - 51:51)
Ich habe wunderbare Freunde finden können im Studium, aber auch vorher aus meiner Schulzeit. Ich bin sehr, sehr dankbar, bin ich wirklich ehrlich. Ich glaube, es gibt auch wieder Energienphasen, wo es ein bisschen schwieriger ist.
(51:51 - 51:59)
Genau, aber auch dankbar für die Leute, die ich letztes Jahr kennengelernt habe. Das muss man natürlich auch sagen. Auch zwischen den Unternehmern und Unternehmerinnen.
(52:02 - 52:14)
Wir sitzen jetzt hier und reden auch darüber. Ich glaube, da nimmt man auch nochmal sehr viel mit und reflektiert auch sehr viel. Aber manchmal habe ich auch so Momente, da muss ich auch ehrlich sagen, da geht es mir dann auch nicht so gut.
(52:14 - 52:23)
Es ist trotzdem viel. Auch wenn es ein KMU ist, es ist trotzdem viel. Man muss auch erst mal überhaupt reinkommen.
(52:23 - 52:36)
Das dauert dann auch immer so zwei bis drei Jahre, bis man auch wirklich gefestigt ist. Auch wenn es eine Gründung ist oder wenn man es schon gemacht hat ein paar Mal, dann ist es vielleicht ein bisschen schneller. Aber das ist für mich beispielsweise das erste Unternehmen, wo ich als Unternehmerin... Das dritte.
(52:37 - 52:40)
Ah, cool. Da kannst du wahrscheinlich andere Stories erzählen. So ist das.
(52:40 - 52:54)
Aber ja, Beispiel. Ich gebe dir ein letztes Beispiel. Da hat letztens ein Kumpel angerufen und hat gesagt, wie war deine Woche? Dann habe ich gesagt, meine Woche war nicht so gut.
(52:55 - 53:04)
Wir haben sehr viel arbeiten müssen. Es gibt auch Wochen, da macht man viel, aber man hat dann manchmal nicht das Gefühl, dass man viel geschafft hat. Es gibt nicht das Ergebnis.
(53:04 - 53:17)
Ich bin jetzt kein Handwerker, der sagt hier, ich habe jetzt hier eine Installation fertig gemacht, ich habe gleich das Ergebnis. Genau, deswegen meine ich, Langatmigkeit ist wirklich sehr wichtig. Manchmal sitze ich auch, mir geht es dann auch wirklich nicht gut.
(53:17 - 53:23)
Und ich denke, ach man. Aber man kann halt auch nicht dauerhaft jammern. Das hilft dann auch nicht.
(53:23 - 53:34)
Da zieht man sich gegenseitig runter. Aber da hat beispielsweise der eine Kumpel gesagt, weißt du was, ich komme mit einer Freundin. Wir gehen jetzt wo essen.
(53:35 - 53:44)
Und zwei Wochen später hat eine andere Freundin angerufen, ich habe Konzertkarten gekauft. Wir kannten beide die Band nicht. Das war irgendwie so für 20 Euro irgendwas.
(53:44 - 53:51)
Mal sehen. Aber ich fand das wirklich herzensliebst. Fand mal rausgerissen zu werden.
(53:51 - 54:04)
Genau, weil man nimmt sich manchmal vielleicht auch nicht die Zeit dafür, wenn man es vergisst, wenn man im Alltag drin ist. Aber ansonsten finde ich, ich habe halt auch so, jetzt kommt so der Nerd in mir raus. Okay, pass auf.
(54:05 - 54:12)
Leg los. Ich hoffe, nee. Ich habe dann so Hobbys wie beispielsweise Keramik.
(54:12 - 54:21)
Da mache ich ganz gerne Keramiken, Vasen oder ich bemale sie auch ganz gerne, also Töpfern und alles in den Mund ran. Auch mal was mit den Händen machen. Ja genau, das therapiert ganz gut.
(54:22 - 54:36)
Ansonsten, ich bin sehr schlecht im Gärtnern. Also das macht Uwe beispielsweise. Der Gärtner hat auch hier vorne vor der ... Und ansonsten, das ist so eine Aktivität, die kann man mit Freunden machen.
(54:36 - 54:47)
Und die Terminfindung ist schwierig, aber Dungeons & Dragons. Ah ja. Und ja, so Pen & Paper-Geschichten.
(54:47 - 55:00)
Ansonsten schreibe ich sehr gerne oder ich gehe sehr gerne wandern in der Natur. Das tue ich auch gerne. Das hilft, das Grün entspannt einen, die frische Luft und mal keine Geräte um dich rum.
(55:00 - 55:15)
Ich habe dieses Jahr tatsächlich sogar vor den Malerweg in der Sächsischen Schweiz jetzt einmal ... Ich schaffe es immer nur bis zur dritten oder vierten Etappe. Ich würde es einmal wirklich mal von vorne bis hinten versuchen, einmal diese gesamte Etappe durchzulaufen. Aber mal sehen, ob ich es schaffe.
(55:16 - 55:29)
Nee, ansonsten, wir haben Katzen in der Familie. Ich mag schon, da ist einiges. Ja, aber du hast ja schon die Bilder von ... Ich glaube, Gott und die Welt hat die Bilder von diesen Kätzchen gesehen.
(55:29 - 55:38)
Nein, ich liebe auch Tiere. Ich liebe auch das Volunteering. Das schafft dann diesen Ausgleich, einfach mal rauszukommen.
(55:38 - 55:46)
Ja, das muss man auch machen. Das kommt nicht voran. Beispielsweise zehn Jahre Hilfsanitäter war ich unterwegs.
(55:47 - 55:55)
Ich habe als Erste Hilfe gegeben oder Workshops mitgemacht. Also dann Kindern beigebracht, wie man Erste Hilfe macht. Solche Geschichten.
(55:55 - 56:07)
Weißt du, was echt ganz spannend ist, was mir da auch immer auffällt? Leute, die schon beruflich, auch unternehmerisch viel umtreiben, aber die machen auch viel ehrenamtlich. Das geht immer Hand in Hand. Ja, ich habe es aber früh gelernt.
(56:07 - 56:17)
Ich glaube, das war aber auch von meinen Eltern. Die waren dann auch immer sehr aktiv in der Community. Die haben dann auch gesagt, weißt du, du musst was zurückgeben.
(56:17 - 56:23)
Das kann einfach nicht sein. Egal, ob du jetzt mitarbeitest, egal, was du im Leben machst. Jeder ist seinen Fähigkeiten entsprechend.
(56:23 - 56:49)
Genau, genau, genau, genau. Also deswegen, wir gehen beispielsweise auch einige der Kollegen oder Ex-Kollegen, wir gehen auch beispielsweise ab und an mal Blutspenden oder so oder Plasmaspenden oder einfach nur, um auch das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, auch mal was Gutes zu tun, ist das wichtig. Also oder beispielsweise es gibt auch Kollegen und Kolleginnen oder Ehemalige, die sind im Tierschutzverein, Kinderschutzverein.
(56:49 - 57:14)
Ich habe beispielsweise jahrelang, habe ich Kindern Nachhilfe gegeben oder sie auch unterstützt. In Abitur machen, MSA machen, Aufbildungsplätze finden in so Vereinen oder in Pflege, ich sage mal, in Pflegevereinen, die die diätrischen Patienten mit unterstützen. Solche Sachen haben wir dann auch alle gemeinsam auch gemacht.
(57:14 - 57:29)
Und das stärkt auch das Community-Gefühl. Da hat man auch ein ganz anderes Empathieverständnis. Und ich glaube, solche Sachen sind auch besonders wichtig für Ingenieure, weil wenn man... die starken empathischen und menschlichen Komponenten manchmal zu haben.
(57:29 - 57:35)
Das sagt man uns immer nach, aber das stimmt ja gar nicht. Wobei ich habe schon den einen oder anderen schon kennengelernt. Aber ich gebe dir recht.
(57:35 - 57:41)
Ja, ich auch. Es kommt drauf an. Mir ist auch mal der eine oder andere auf den Schlips getreten.
(57:41 - 57:54)
Aber ich glaube, da muss man sich auch davon entfernen und sagen, okay, vielleicht hat die Person keinen guten Tag gehabt. Aber ich glaube, es ist auch wahnsinnig wichtig, auch nicht nur fürs Selbstbefinden. Ich glaube, das ist mehr egozentrisch, egozentrischer Natur, wenn es nur Selbstbefinden wäre.
(57:55 - 58:31)
Ich glaube aber auch, dass es wichtig für die eigene Entwicklung ist, aber auch für Sympathieempfinden, aber auch für Kreativität. Ich glaube, so einige der Ideen oder Produktideen oder Sachen, die wir auch dieses Jahr rangegeben haben, sind aber auch aus der Liebe zur Verbesserung für Probleme oder für beispielsweise, dass wir gesagt haben, guck mal, im Medizinbereich wäre das und das interessant, weil es würde beispielsweise alte Menschen unterstützen, junge Menschen oder was auch immer. Dann schaut man auch gern mit einer ganz anderen Linse darauf.
(58:31 - 58:36)
Man bekommt andere Perspektiven wieder. Genau, das ist dann wichtig. Und ich glaube, das ist dann wieder so ein Circle.
(58:37 - 58:56)
Ich meine, man ist nicht immer ausgewogen, aber wenn man so ein bisschen diesen Blick hat, dann funktioniert das auch. Ich glaube auch, was mir gerade noch kam, was bestimmt cool wäre, ich kann mir gut vorstellen, dass ihr auch mal hier als Peucon beim Girls Day teilnehmt und dann vielleicht die ein oder andere Schülerin bei dir über die Schulter schaut. Das kann ich mir richtig gut vorstellen.
(58:57 - 59:09)
Wir haben unsere ersten Anfragen. Ich war letzte Woche tatsächlich in einer Schule und da durfte ich ja auch darüber, das hatte ich ja gesagt. Wir haben schon erste Anfragen von Schülerinnen, die gerne bei Peucon mal über den Sommer da sein wollen.
(59:09 - 59:16)
Da freue ich mich auch schon. Ich denke, das ist ein schöner Schluss. Ich habe mich gefreut, dass du heute im Backbone-Podcast da warst.
(59:16 - 59:21)
Ja, vielen lieben Dank. Hat mich auch sehr gefreut. Ja, war schön, auch da an die verschiedenen Perspektiven reinzugehen.
(59:21 - 59:25)
Und wir sind gespannt, was du dann mal vielleicht auch online berichtest, wie der erste Girls Day hier lief.
