BACKBONE #003 – Verantwortung, Führung & Arbeitsrecht: Davide Barone über Unternehmertum mit Haltung
(0:00 - 0:12)
Hallo David, David, ja guten Morgen Dominik. Freut mich, dass du hier bei mir im Backbone Podcast bist, dem Unternehmer-Podcast. Lass uns vielleicht mal so starten, sag ein, zwei Sätze zu dir.
(0:12 - 0:27)
Was sollte man zu dir wissen? Hör dich kurz vor. Ja Dominik, erstmal vielen Dank für die Einladung, hat mich sehr gefreut. Über mich, ja, ich habe einen langen Lebenslauf, also ich kann das natürlich mit zwei, drei Sätze kürzen oder ich kann ja auch gerne den längeren Lebenslauf hier mitteilen.
(0:27 - 0:32)
Also ich glaube, das Längere ist auch interessant. Es kommt noch im Gespräch. Es kommt noch im Gespräch, ja.
(0:32 - 0:48)
Gut, dann stelle ich mich kurz vor, eine Kurzvariante. Mein Name ist David Barone, bin Partner und Rechtsanwalt bei der Kanzlei München. Genau, wir machen Arbeitsrecht, IT-Recht, Familienrecht, Strafrecht, unter anderem auch sehr viel Unternehmensrecht.
(0:48 - 1:12)
Wir sind auch bekannt von der Zeitschrift Markt und Technik, da sind wir sehr bekannt und machen dort sehr viele Seminare. Auch Betriebsratsschulungen machen wir, also der zärtliche Fokus ist eher Arbeitsrecht, Unternehmensrecht und ich mache hauptsächlich Arbeitsrecht, weil ich auch Fachanwalt für Arbeitsrecht bin, ja. Das ist mal die kurze Version.
(1:13 - 1:32)
Ja, lass uns da mal direkt reingehen. Du warst ja auch mal in deiner Vergangenheit Angestellter Jurist. Wann kam so dieser Prozess zu sagen, ich will nicht nur juristisch beraten, sondern ich will auch so diesen Switch machen, dass ich auch unternehmerisch aktiv werden möchte? Man hat halt schon früh angefangen, ja.
(1:32 - 2:02)
Die Frage ist jetzt, wollte ich überhaupt Jura studieren, war das das Richtige? Und ich meine, meine Eltern sind jetzt Italiener, wie man auch im Nachnamen schwer erkennen kann. Die waren Gastarbeiter, sind auch 30 Jahre in Deutschland haben die gearbeitet und irgendwann hieß es, pass auf, wie das Wort schon sagt, Gastarbeiter sind nur Gäste und da haben sie sich dann eine Tomatenplantage gekauft auf Sizilien. Damals war ich 15 Jahre alt, ja.
(2:03 - 2:34)
Dann hieß es, du pass auf, bleibst du hier in Deutschland oder kommst mit nach Italien, nach Sizilien? Ich meine, am Anfang hört sich das zwar sexy an, das heißt Tomatenplantage mit Meerblick und Privatstrand, aber du musst ja wissen, du musst ja um 5 Uhr früh aufstehen dort und ich bin tatsächlich kein Mensch, der um 5 Uhr früh aufsteht. Also ich schlafe etwas länger, dafür arbeite ich auch am Abend ein bisschen mehr. Ja, typisch auch generell bei den Juristen.
(2:34 - 2:51)
Also bei mir vor 10 Uhr ist es immer schwieriger, aber dafür kann ich halt Vollgas geben. Ich dachte mir, um 5 Uhr früh aufstehen, das könnte ich irgendwie hinbekommen, ja. Aber das Problem ist, der Tomatenplantage hört sich zwar geil an, aber du hast ja unten Plastikfolie, oben Plastikfolie, das ist ja wie ein Zelt.
(2:52 - 3:16)
Und auf Sizilien hast du schon draußen über 50 Grad, also 45 Grad ist schon möglich, da hast du um 9 Uhr, 10 Uhr in der Früh hast du da drinnen über 60 Grad, da schwitzt ja voll gar keiner. Sprich, ich glaube, dass diese römischen Dampfsaunas haben die Sizilianer erfunden und nicht die Römer. Nee, also dann habe ich gesagt, das mache ich sicher nicht mit, ich bleibe in Deutschland.
(3:17 - 3:38)
Und da war ich ja 15 Jahre alleine in einer kleinen Wohnung am Schliersee, eine Einzimmerwohnung, das war damals echt saugünstig, also 300 DM für ein Zimmer. Das war jetzt ein altes Zimmer, ich glaube vom Ersten Weltkrieg oder so, aber 300 DM kann man sich heute nicht mal vorstellen. Ich meine, ich zahle jetzt in München für meinen Stellplatz.
(3:38 - 3:53)
Stellplatz, das ist keine Garage, okay? Stellplatz ist, du hast links ein Auto, rechts ein Auto, wenn du die Tür aufmachst, da musst du aufpassen, dass du das Auto daneben nicht verkratzt. Da zahle ich 119 Euro, also 119 Euro für einen Stellplatz. Du musst es auf der Zunge zergehen lassen.
(3:53 - 4:01)
Das ist fast wie dein Zimmer. Mein Zimmer damals am Schliersee, genau. Und dann bin ich hier geblieben, ich hatte damals noch den Hauptschulabschluss.
(4:03 - 4:17)
Und da habe ich die Mittelreife nachgeholt. Und da habe ich auch zeitlang als Maschinenführer gearbeitet, natürlich auch als Barkeeper. Und da war schon meine Idee, pass auf, ich möchte mal BWL studieren, der Klassiker, und dann mit 30 Millionär werden.
(4:18 - 4:39)
Das war meine Idee. Und deine Frage, kann man nicht so leicht antworten, wo das herkam, weil es hatte ich schon ganz früh, schon als Jugendlicher, mich da selbstständig zu machen, weil ich finde es schwer, was heißt unterordnen ist nicht das richtige Wort, aber wenn ich eine Idee habe, dann muss es schnell gehen und nach vorne schieben. Das heißt, wenn die Umsetzung kommt.
(4:39 - 4:50)
Ja, Umsetzung. Und als Angestellter hast du ein Problem, das ist genau andersherum. Und wenn du irgendwo arbeitest und du bist nicht Geschäftsführer, hast du das gleiche Problem.
(4:50 - 5:08)
Da dachte ich mir, okay, um was muss ich tun, um BWL zu studieren? Die Mittelreife reicht nicht aus, du brauchst ein Abitur. Na gut, habe ich ein Abitur nachgeholt. Und dann habe ich mich für BWL überall beworben und an der LMU München für Jura.
(5:08 - 5:21)
Einfach nur so zum Spaß, weil meine Eltern damals gesagt haben, hey du, pass auf, wir haben ja damals... Jetzt vielleicht auch. Ja, genau so. Pass auf, die haben mir damals die Wohnung bezahlt am Schliersee, den Rest musste ich selber machen, also für Nebenjobs.
(5:22 - 5:30)
Dachte mir, okay, schlechtes Gewissen, weil die Wohnung haben sie doch ein paar Jahre bezahlt. Dann bewerbe ich mich mal, just for fun. Wollte ich niemals machen.
(5:30 - 5:38)
Jura, was ist denn das? Ist ja trocken und weh und ja, nichts für mich. Und tatsächlich haben die mich genommen. Die LMU hat mich damals genommen.
(5:39 - 5:44)
Dachte mir, das kann doch nicht sein. Ich habe mich nur dort beworben, weil es war eine Elite-Uni für Jura. Dachte, die nehmen mich sicher nicht.
(5:44 - 5:55)
Aber es passiert, bin reingekommen. Dachte, okay, jetzt abzusagen, hätte ich schlechtes Gewissen. Meine Eltern sagen ja, erst dich beworben, mit der Hoffnung, dass die mich ablehnen.
(5:55 - 6:01)
Kann ich sagen, du hast es versucht. Ich bin jetzt der Wähler. Hat leider nicht so funktioniert, der Plan.
(6:01 - 6:10)
Da habe ich halt Jura studiert. Und da dachte ich mir, okay, Plan B. Ich werde die Zwischenprüfung nicht bestehen. Absichtlich.
(6:11 - 6:18)
Beziehungsweise, was heißt absichtlich? Ich werde es nicht hinsetzen und lehren, sondern damit ich dann sagen kann. Das hat ein bisschen darauf angekommen. Genau, so ungefähr kommen.
(6:19 - 6:36)
Die Durchfallquote ist so hoch, das geht schon irgendwie, dass ich auch durchfalle. Und tatsächlich habe ich die, der Einzige in meiner Klasse, der mit mir Jura studiert hat, der Einzige, der diese dumme Zwischenprüfung bestanden hat, und habe gedacht, okay, wenn ich schon die Zwischenprüfung bestanden habe, dann ziehe ich es durch. Und dann habe ich es durchgezogen.
(6:36 - 6:45)
Deswegen, das Unternehmergeist hatte ich schon von Anfang an. Und deswegen bin ich auch, wie ich mit Jura reingerutscht bin. Und dann hat es sich halt so entwickelt.
(6:46 - 7:01)
Dann war ich nach der Uni. Du gehst genau in die richtige Richtung, meine nächste Frage. Ja, nach der Uni praktisch habe ich dann... Was waren so die Stationen da bei dir? Die Stationen, das ist der Klassiker, als Referendar bist du ja... Jetzt weiß ich nicht mehr, wie es damals war.
(7:02 - 7:09)
Hat sich auch wieder geändert. Da bist du, glaube ich, neun Monate bei der Anwaltsstation. Dann bist du beim Gericht ein paar Monate.
(7:09 - 7:16)
Bei der Staatsanwaltschaft bist du auch drei Monate. Wo bist du dann? Im Verwaltungsgericht. Ja, da hast du Stationen praktisch.
(7:18 - 7:28)
Und da habe ich auch schon nebenbei an der Uni gearbeitet. Da habe ich als Korrektor, Korrektassistent nennt man sowas. Da habe ich Klausuren korrigiert für die Studenten dort.
(7:31 - 7:42)
Da habe ich gemerkt, Anwaltsdasein, schwierig, ein bisschen langweilig. So wie man es sich eigentlich schon vorstellt. Da dachte man, okay, aber ich habe es studiert.
(7:44 - 7:52)
Deine Umtriebigkeit, die du schon ein bisschen thematisiert hast, hat natürlich dich da auch... Ich will was gestalten, was umsetzen. Da ist es eintönig. Ja, eintönig.
(7:53 - 7:59)
Es ist alles so altbacken. Das ganze System ist auch... Sehr papierisch, habe ich gehört. Papier, alles.
(8:00 - 8:18)
Da wäre ich nicht glücklich auf jeden Fall. Jetzt habe ich als Jurist, sagt man, wenn du in Bayern zwei Staatsexamina bestanden hast, kannst du alles machen. Da dachten wir, gut, vielleicht als Geschäftsführer arbeiten oder vielleicht irgendwie ein Start-up gründen.
(8:18 - 8:32)
Da hatten wir auch coole Ideen, aber wir haben es nicht umgesetzt. Dann hieß es, na ja, jetzt muss ich doch was machen. Bis ich eine Idee habe, wo ich durchstarten kann, habe ich als Anwalt angefangen.
(8:32 - 8:37)
Und zwar bei der Gewerkschaft. Da war ich bei der Gewerkschaft ungefähr drei Jahre lang. Einfach Angestellter Anwalt.
(8:37 - 8:48)
Angestellter Anwalt dort. Das war tatsächlich so, wie ich es befürchtet habe. Da dachte ich mir, das in den nächsten 20, 30 Jahren zu machen, ist ja nichts für mich.
(8:49 - 9:04)
Die Gewerkschaft ist an sich eine gute Sache. Aber du bist dennoch Anwalt, Angestellter dort und machst mehr oder weniger immer das Gleiche. Aber deine direkte Rückfrage, wie hast du das drei Jahre durchgehalten mit der Umtriebigkeit? Ich habe da viel gelernt tatsächlich.
(9:04 - 9:16)
Ich habe den Fachanwalt Arbeitsrecht gemacht. Dann auch den LLM irgendwann. Dann wurde mir eine Stelle angeboten als Geschäftsführer bei den Europäischen Anwälten für Arbeitnehmer.
(9:17 - 9:22)
Das ist in Frankfurt. Die haben da mehrere Kanzleien. Und dann habe ich dort als Geschäftsführer gearbeitet.
(9:22 - 9:32)
Da warst du etwas freier. Da kannst du etwas verändern. Da habe ich gemerkt, dass das auch eine größere Kanzlei ist, aber old school.
(9:32 - 9:45)
Es ist alles noch wie Papier. Du sagst, Innovation muss man forcieren. Da habe ich 2,5 oder 3 Jahre als Geschäftsführer gearbeitet.
(9:45 - 9:58)
Dann dachte ich mir, jetzt mache ich etwas Eigenes. Ich möchte noch ganz kurz reingrätschen, bevor wir übergehen. Gab es da vielleicht so Punkte, so Learnings in der Zeit? Ich weiß nicht, wie viele Führungen du vorher schon hattest.
(9:58 - 10:13)
Was waren deine Learnings in der Führung als Geschäftsführer und Anwalt? Was ich vergessen habe zu erwähnen, mein Lebenslauf ist doch etwas länger. Während des Studiums habe ich als Teamleiter gearbeitet in der Versicherung. Da hatte ich schon 17 Mitarbeiter.
(10:14 - 10:29)
Da habe ich auch zeitlang überlegt, ob ich das Studium schmeiße. Ich habe dort mit meinem Team nicht schlecht verdient. Ich dachte, warum studiere ich eigentlich? Das macht mir schon Spaß, die Rolle einer Führungskraft anzunehmen.
(10:30 - 10:47)
Da hatte ich schon diese Berührungspunkte als Mentor, Teamleiter, Führungskraft. Das war kein großer Schritt, später die Rolle als Geschäftsführer anzunehmen. Ich hatte schon diese Erfahrung.
(10:48 - 10:59)
Ich habe schon dort gemerkt, wie man heutzutage führt. Und zwar führend durch Motivation. Ich habe auch eine eigene Akademie gegründet.
(10:59 - 11:06)
Da ist alles dabei. Die baue ich langsam auf, nebenberuflich. Da gibt es auch Seminare, wie man richtig führt.
(11:06 - 11:21)
Wie führe ich durch Motivation? Jeder Mensch ist anders motivierbar. Wenn jemand sagt, gebe mehr Geld, und er ist motiviert, das stimmt nicht ganz. Vielleicht gewinnt er sich daran.
(11:21 - 11:27)
Jeder Mensch ist anders. Der eine möchte mehr Geld haben. Der andere möchte vielleicht nur einen anderen Namen auf der Visitenkarte haben.
(11:27 - 11:38)
Das ist mehr wert, wenn er dann irgendwie anderer heißt wie Senior irgendwas. Oder CEO oder wie auch immer. Das bedeutet mehr als 1.000 Euro mehr im Monat zu bekommen.
(11:39 - 11:52)
Die Kunst ist, zu schauen oder herauszufinden, wie kann ich die Mitarbeiter motivieren. Das hat mir damals schon Spaß gemacht. Deswegen habe ich hier meine eigene Akademie, die solche Seminare anbietet.
(11:53 - 12:04)
Das habe ich hergenommen als Geschäftsführer dort. Ich habe mich weiterentwickelt. Bis der Punkt gekommen ist, jetzt mache ich es selbstständig, weil ich möchte es komplett anders machen.
(12:05 - 12:14)
Das wäre meine Frage gewesen. Was war die Motivation, zu sagen, jetzt gehe ich raus? Ich wollte mit der Zeit mitgehen. Und vielleicht sogar einen Schritt weiter.
(12:15 - 12:42)
Alles Papier. Ich will es nicht mehr sehen. Ich hasse Papier.
Alles digital. Wir waren sogar vor der Zeit mit der E-Akte, der elektronischen Akte, schon. Dieses Diktieren.
Alles weg. Auch allein die Homepage sollte anders sein. Dass man buchbar ist.
Diese Aufqualität. Erklär es mal vielleicht anders. Wenn du zum Anwalt gehst, damit du siehst, wie ich denke als Unternehmer.
(12:42 - 12:56)
Auch wenn ich Anwalt bin, bin ich doch ein Unternehmer. Wenn du zum Anwalt gehst, das ist ein Mussprodukt. Du stehst nicht in der Früh auf und sagst, mir ist heute langweilig.
(12:56 - 13:01)
Ich gehe mal zum Anwalt. Ich gehe zum Anwalt, weil ich Bock habe. Wenn du das machst, dann hast du andere Probleme.
(13:02 - 13:15)
Normalerweise gehst du nicht zum Anwalt, wenn du aufstehst und sagst, was mache ich heute? Oder du stehst nicht auf und sagst, was mache ich heute? Ich gehe mal zum Zahnarzt. Natürlich nicht. Das ist ein Mussprodukt.
(13:16 - 13:31)
Du gehst zum Zahnarzt, wenn es wehtut. Du hast einen konkreten Bedarf. Genau.
Ein Mussprodukt. Wenn du zum Anwalt gehst, ich muss zum Anwalt. Wie kann man es machen, dass man daraus ein Willprodukt macht? Ich gehe gerne zum Zahnarzt.
(13:31 - 13:45)
Da musst du ein Willprodukt draus machen, indem du die Verpackung änderst. Wie unterscheidest du, ob es ein guter oder ein schlechter Anwalt ist? Es gibt sehr viele gute Anwälte, aber die Verpackung ist nicht da. Du merkst nicht die Sichtbarkeit des Anwalts.
(13:45 - 13:55)
Obwohl er mega gut drauf ist, gehst du lieber zu einem schlechteren Anwalt, weil die Verpackung nicht da ist. Da haben wir mit der Verpackung angefangen. Auch die Außenpräsenz.
(13:56 - 14:11)
Wie man das alles außenrum organisiert. Wenn man uns googelt, die Homepage, wer sind wir, diese Online-Buchung, das geht am Telefon weiter. Wenn jemand am Telefon anruft, da muss man sich wohlfühlen.
(14:11 - 14:21)
Da gibt es auch Seminare, die ich meinen Mitarbeitern näherbringe, wie man ans Telefon geht, wie man die Tür öffnet. So Kleinigkeiten. Das ist ganz wichtig.
(14:21 - 14:33)
Viele sagen 80-20. Wenn ich 80% erreiche vom Service, bin ich voll fine. Aber viele vergessen, dass die Details das sind, was den Unterschied macht.
(14:34 - 14:48)
Daran erinnerst du dich. An die Kleinigkeit. Wenn der Herr Müller anruft, und du sagst, sind Sie der Herr Müller? Wenn du deinen Namen hörst, fühlst du dich wohl.
(14:49 - 14:56)
Warum? Weil als Kind das Erste, was hieß, Dominik. Dominik, Dominik. Dominik.
(14:57 - 15:07)
Das heißt, der Name ist erwähnt. Das sind so Kleinigkeiten. Wenn er kommt, man schaut schon im Vorfeld, wer könnte es sein.
(15:08 - 15:14)
Oder er trinkt immer einen Espresso. Das ist wichtig. Wir beraten ja Unternehmer.
(15:16 - 15:21)
Wir machen auch Scheidungen. Wir haben zwei Anwälte, die machen Scheidungen. Nur Familienrecht.
(15:21 - 15:27)
Da kommen die Mandanten vielleicht ein paar Mal. Nach der Scheidung kommen sie nie wieder. Oder es ist ein längeres Verfahren.
(15:27 - 15:34)
Dann kommen sie ein paar Mal. Dann spielt es auch eine große Rolle. Aber als Unternehmer, wenn du einen Geschäftsführer hast, dann musst du schon wissen, was die wollen, was die trinken.
(15:35 - 15:38)
Da muss der Service passen. Da muss der erreichbar sein. Vielleicht auch am Samstag.
(15:38 - 15:51)
Solche Sachen sind diese Kleinigkeiten. Wenn er weiß, er kommt, er trinkt einen Espresso, einen doppelten, aber nur mit Schokogeschmack. Keine Ahnung, welche Variante man hat.
(15:51 - 15:56)
Das sind diese Kleinigkeiten. Die Verpackung, um das zu sagen. Ich möchte mal etwas anderes machen.
(15:59 - 16:07)
Und das funktioniert. Die Kanzlei als solche, die gibt es seit drei Jahren auf dem Markt. Wir haben so viele Bewertungen.
(16:07 - 16:14)
Wir haben so viele Mandanten. Ich habe sehr viele Betriebsräte damals mitgenommen. Als ehemaliger Geschäftsführer.
(16:15 - 16:23)
Aber das zeigt schon, dass wir doch etwas anderes machen. Als andere Kanzlei, was auch funktioniert. Lass uns da gleich tiefer reingehen.
(16:24 - 16:44)
Wenn du jetzt drei Jahre zurückschaust auf den Start, fällt dir das eine große Herausforderung ein? Das war ein Painpoint, der uns lang begleitet hat. Tatsächlich, was nach wie vor der Fall ist, Fachkräftemangel. Auch bei uns.
(16:47 - 17:03)
Wir wachsen schneller als gedacht. ich habe die Befürchtung, dass langsam die Qualität auch ein bisschen leiden könnte, weil wir die Manpower nicht haben. Jetzt muss ich tatsächlich auch einige Mandate ablehnen.
(17:03 - 17:08)
Das ist auch Kacke. Die freuen sich auf dich. Die haben dir auch eine Empfehlung bekommen.
(17:09 - 17:21)
Da muss man schauen, was nehmen wir. Da können wir nur solche nehmen, wo wir wissen, das ist eine langfristige Beziehung. Einzelmandate werden schwierig.
(17:21 - 17:31)
Aber das will ich ja nicht. Die Idee war ja, dass wir eine Boutique machen. Die Idee der Kanzlei ist, was die Großkanzlei macht, im Kleinen, als Boutique.
(17:31 - 17:37)
Dass man so 15, 20 Anwälte hat. Jeder ist spezialisiert. Jeder hat einen Fachanwaltstitel.
(17:38 - 17:47)
Wenn du irgendwas fragst, Familienrecht, dann muss ich scheiden lassen. Wie funktioniert das? Dann kann ich schon ein paar Sachen sagen. Aber ich bin kein Fachanwalt für Familienrecht.
(17:47 - 17:56)
Jetzt geht es ja auch bei Zahnproblemen zum Zahnarzt und nicht zum Ohrenarzt. Ich bin spezialisiert. Ich mache Arbeitsrecht, vor allem Betriebsräte, kollektives Arbeitsrecht.
(17:56 - 18:08)
Da gehöre ich tatsächlich zu den Top-Anwälten. Ansonsten würde ich nicht Anfragen bekommen, andere Fachanwälte zu schulen. Ich schule auch andere Fachanwälte.
(18:08 - 18:14)
Da muss man ein bisschen mehr können als andere. Aber man muss sich spezialisieren. Das ist auch eine Sache, dass man eine Boutique macht.
(18:14 - 18:20)
Im Kleinformat. Aber dafür jeder eine Spezialisierung. Verkehrsrecht machen wir zum Beispiel nicht da.
(18:20 - 18:27)
Vielleicht irgendwann, wenn man sagt, wir sind soweit, das nehmen wir auch mit auf. Aber du brauchst halt Leute. Fachleute, Fachanwälte.
(18:28 - 18:40)
Auch Leute, die sich auf deine Arbeitsweise kümmern. Und da brauchst du natürlich jemanden, der jetzt 20 Jahre Anwalt ist. Und der macht das Oldschool-Anwalt, so, was er sich vorstellt.
(18:40 - 18:54)
Und der ist bei uns. Der findet das vielleicht richtig sexy, aber wird sich auch denken, da muss ich mich mal dran gewöhnen. Wobei die ganzen Forschungsgespräche, also ich führe jeden Monat mindestens zwei, drei Forschungsgespräche.
(18:56 - 19:04)
Es war kein Anwalt da, der gesagt hätte, boah, das ist ja schlecht. Die waren alle begeistert. Das kannten sie halt nicht, wie wir arbeiten.
(19:04 - 19:21)
Aber das Problem, wir kommen dann in der Regel nicht zusammen, weil es entweder fachlich nicht passt oder menschlich nicht passt. Bei uns ist der Mensch, der Mitarbeiter, im Mittelpunkt. Weil im Zeitalter des Fachkräftemangels ist der Mitarbeiter umso wichtiger.
(19:22 - 19:30)
Er ist nicht einfach ersetzbar. Bei uns ist der Mitarbeiter tatsächlich im Mittelpunkt. Das fühlt sich an wie eine kleine Familie.
(19:31 - 19:40)
Der muss auch persönlich passen. Und wenn du zum Forschungsgespräch jemanden hast, der das persönlich nicht funktioniert, wird es schwierig. Dann machst du die kleine Familie auch ein bisschen kaputt.
(19:40 - 19:46)
Ich denke, da gleich noch mal so reingehen. Du hast vorhin kurz die Akademie erwähnt. Das geht wahrscheinlich genau in die gleiche Richtung.
(19:47 - 19:53)
Ihr habt die Akademie auch, um die Familie zu stürken. Dass sich die Mitarbeiter im Zentrum auch weiterentwickeln können. Genau.
(19:54 - 20:13)
Tatsächlich genau. Das Lustige ist, warum habe ich die Akademie gegründet? Das hört sich ein bisschen hochnäsig an, was ich jetzt hier erzähle. ich suche selbst ungefähr fünf, sechs Seminare für die Persönlichkeitsentwicklung.
(20:13 - 20:36)
Nicht als Anwalt, sondern Seminare, wie tue ich richtig führen? Oder zum Beispiel Mindset, Zeitmanagement, also praktisch, dass ich mich als Mensch weiterentwickele. Und da besuche ich fünf, sechs Seminare. Und wenn du es nicht machst, das ist meine Meinung, dann wächst du ja nicht mehr.
(20:36 - 20:49)
Und wenn die Pflanze oder irgendwas nicht wächst in der Natur, was passiert dann? Es ist wichtig, dass es in Bewegung ist. Ja, die muss in Bewegung sein, ansonsten, wenn die Pflanze nicht mehr wächst, dann wird sie etwas älter und dann stirbt sie ab. Das ist ganz normal.
(20:49 - 20:55)
Sie muss selber als Mensch wachsen. Und das habe ich mir damals eingebildet. Wie ich auf die sechs komme? Keine Ahnung.
(20:56 - 20:58)
Vielleicht liege die Zahl sechs. Keine Ahnung. Also fünf bis sechs.
(20:59 - 21:14)
Und da zwinge ich mich dazu, auch wenn ich blockiere ich schon, weil ich weiß, ich habe es mir so im Kopf gesetzt, wenn ich es nicht mache, wenn ich mich als Mensch nicht weiterentwickele, dann das war es. Und dann habe ich ein paar Anbieter gehabt. Ich will den Namen jetzt hier nicht sagen.
(21:14 - 21:32)
Und dann habe ich gedacht, das kann ja wohl nicht sein. Der Typ hat nie als Geschäftsführer gearbeitet, hat vielleicht bei der Agentur für Arbeit einen Coaching-Kurs gemacht und will uns hier, das waren mehrere Leute, erzählen, wie eine Führung funktioniert, aber der kommt überhaupt nicht aus der Praxis. Der hat ein Buch gelesen.
(21:33 - 21:54)
Das ist das Gleiche, als Beispiel, wenn du nicht schwimmst, als selber kein Schwimmer bist, kannst du nicht jemandem das Schwimmen beibringen. Oder einen Steuerberater, der dich in Steuerrechtsimmobilien beraten kann, wenn er selber keine hat. Das ist schwierig, als Nichtschwimmer jemandem Schwimmen beizubringen.
(21:56 - 22:13)
Es gibt tatsächlich, es gibt Fußballtrainer, die schlechte Fußballer waren, extrem schlecht, aber gute Trainer. Aber die wissen, wie ein Ball aussieht. Der Schwimmlehrer, der war vielleicht nicht in der Olympiade und alles, aber er war im Wasser.
(22:13 - 22:30)
Er weiß, wie es funktioniert, hat vielleicht das Talent nicht gehabt, aber er weiß, wie es funktioniert. Er kann es ansetzen. Das meine ich, nicht anders verstehen, wie du musst selber Superprofi sein, damit du es weitergeben kannst, aber du musst wissen, wie ein Ball aussieht und mal kicken drauf.
(22:31 - 22:39)
Das, was der macht, das kann ich besser. Deswegen habe ich gesagt, nicht zu hochnäsen. Da habe ich die Akademie gegründet.
(22:39 - 22:51)
Und dann das, was du machst, dich persönlich entwickeln, auch auf deine Mitarbeiter zu übertragen. Wir haben mittlerweile 12 oder 13 Referenten, die da mit dabei sind. Da ist alles dabei.
(22:51 - 23:06)
Es ist ein Drei-Säulen-Programm für die persönliche Entwicklung, aber auch, wie man andere Mitarbeiter motiviert. Auch rechtliche Themen sind dort. Die Leute, die dort bei mir arbeiten, als Referenten, sind aus der Praxis.
(23:06 - 23:12)
Ich wollte Leute haben, um genau das zu vermeiden. Die wissen, wovon sie sprechen. Wir haben zum Beispiel Richter dort.
(23:13 - 23:21)
Wir haben Professoren, die für größere Unternehmen den Datenschutz gemacht haben. Die wissen, wie es funktioniert. Solche Leute wollte ich haben.
(23:21 - 23:31)
Die Idee war, eine Akademie zu gründen, die elitär ist. Kleines Publikum hat er für. Lernst du was? Tatsächlich, ja.
(23:32 - 23:41)
Da schickt man auch große Mitarbeiter hin. Da spare ich mir Seminarkosten. Das macht total Sinn.
(23:41 - 23:54)
Lass uns mal einen Kontrast spinnen. Wenn du heute in dein Leben guckst, als Kanzleinhaber, Unternehmer, vergleichst du früher als Angestellter Anwalt. Wo siehst du die Unterschiede? Es kommt auf die Frage an.
(23:56 - 24:29)
Die Unterschiede. Meinst du von der Flexibilität her? Wie sind deine Tage? Bist du heute nicht mehr so tief in einzelnen Fällen drin wie damals? Mehr mit Führung beschäftigt? Erstgespräche führen? Mitarbeitergespräche? Wie hat sich das verändert? Wenn man mehrere Mitarbeiter hat, kommt man mehr in diese Führungsebene, Führungsposition. Man hat weniger Zeit für die Mandate.
(24:29 - 24:39)
Man nimmt nicht so viele eigene Mandate an. Man reduziert die Mandate. Bei uns sind alle Mandate wichtiger.
(24:40 - 24:50)
Aber dass man sagt, der ist bei uns schon 1-2 Jahre als Geschäftsführer oder als Betriebsrat. Die mache ich nach wie vor. Ich habe die 2-3 Jahre betreut.
(24:51 - 24:59)
Jetzt muss ich mich auf die Führung konzentrieren. Das macht mein Mitarbeiter weiter. Ich mache die alten Mandate weiter.
(25:00 - 25:11)
Du kannst nicht beides machen. Das ist schwierig. Du kannst nicht führen, den Mitarbeiter alles erklären und gleichzeitig neue Mandate annehmen.
(25:11 - 25:15)
Das geht zeitlich schon nicht. 24 Stunden hat der Tag. Das ist schwierig.
(25:15 - 25:23)
Wenn die 8 vor 8 schlafen, die Familie will auch was haben. Stimmt. Ich mache das, was mir Spaß macht.
(25:23 - 25:33)
Was mir Spaß macht, ist, was aufzubauen. Neue Mitarbeiter einzustellen, aufzubauen, menschlich, Persönlichkeitsschiene. Denen was zu erklären.
(25:33 - 25:39)
Das ist nicht rechtlich. Auch wenn die etwas nicht wissen. Aber mit Menschen zu arbeiten.
(25:39 - 26:01)
Was mir Spaß macht, dass die aufgrund meines Inputs wachsen. Was mich immer weiter treibt, ist, dass die zum Schluss sogar besser werden als ich. Wenn ich es geschafft habe, dass der andere, nicht nur juristisch, besser ist als ich.
(26:01 - 26:15)
Wo ich dann selber denke, das gefällt mir. Das werde ich auch so machen. Wo ist das Problem? Viele haben in der Führung das Problem, dass sie den anderen nicht erlauben, schlauer zu sein.
(26:16 - 26:27)
Es ist doch schön, wenn du siehst, dass was du tust, hat einen Impact. Passt auf gut zu meiner nächsten Frage. Wie gehst du mit dem Thema Verantwortung um? Im Hinblick auf Kunden, aber auch Mitarbeiter.
(26:28 - 26:39)
Wir haben Prinzipien. Jeder Mensch hat Prinzipien. Ich weiß nicht, ob es Zufall war, aber Verantwortung zu übernehmen, das ist einer meiner Prinzipien.
(26:40 - 27:04)
Ich bin der Meinung, und ich glaube, das sollten manche Menschen auch sein, aber ich kann es nicht erzwingen. Du bist selbst verantwortlich. Sobald du sagst, der andere ist schuld, ich bin doch nicht schuld, der andere ist schuld, dann übernimmst du die Verantwortung nicht.
(27:05 - 27:30)
Die Verantwortung musst du übernehmen, nicht nur für dich, auch für die Mitmenschen. Wenn du Entscheidungen triffst, musst du auch die Verantwortung übernehmen. Und sobald, das habe ich früh gelernt, sobald jemand sagt, ich bin doch nicht schuld, dass ich zu spät gekommen bin, ich bin doch nicht schuld, dass es funktioniert hat, das ist für mich so ein Prinzip, da kriegen wir Bauchschmerzen, weil du musst im Leben Verantwortung übernehmen, für dich, auch für die Mitmenschen.
(27:31 - 28:08)
Und jemand, der diesen Satz sagt, der kriegt Bauchschmerzen, weil es verstößt gegen eine meiner Prinzipien. Ich mache dir mal ein Beispiel, ich habe jetzt eine neue Rechtsanwaltfachangestellte als Beispiel, und die macht irgendwas falsch, dann erkläre ich ihr das, wie das funktioniert. Also Feedback, Verbesserungsvorschläge, machen wir das, wir kritisieren nicht, sondern wir machen ein Feedback, weil, wenn ich dir ein ehrliches Feedback gebe, dann weißt du, was du falsch gemacht hast, dann kannst du es ja künftig ja besser machen.
(28:08 - 28:27)
Richtig, du kannst dran wachsen. Ja, du musst ja wachsen. Wenn ich natürlich sage, Dominic, das, was du gemacht hast, ist scheiße, du bist ein Arsch, dann denkst du dir, was kann ich mit der Info jetzt anfangen, was soll ich damit anfangen? Überhaupt nichts, oder? Nur, dass du sagst, der Barone, ich bin ein Arsch, ich habe es falsch gemacht, aber was hast du falsch gemacht? Du wirst ja wachsen.
(28:27 - 28:47)
Und wenn natürlich, wenn derjenige intelligent ist, sieht das nicht als Kritik, sondern als Feedback und sagt, cool, das habe ich jetzt gesehen, ich mache es jetzt besser in der Zukunft. Jetzt macht es die Rechtsanwalt-Fachanstalt wieder falsch, obwohl ich ihr das erklärt habe. Hat zum Beispiel die Frist wieder falsch eingetragen.
(28:48 - 29:00)
Oder den Mandanten irgendwie was falsch geschickt. Und ich denke mir, das habe ich ihr doch zwei, dreimal erklärt. Natürlich kannst du jetzt auf einmal sagen, ich bin nicht schuld, ich habe es dir dreimal erklärt.
(29:00 - 29:13)
Oder der Mandant beschwert sich. Natürlich könnte der Mandant sagen, ich habe dir dreimal erzählt, dass es nicht geht, Feedbackgespräche, aber im Endeffekt, wer ist dafür verantwortlich? Wer hat sie eingestellt? Wer hat sie eingestellt? Ganz klar du. Ich habe sie eingestellt.
(29:14 - 29:29)
Das heißt, egal wie du es drehst und wendest, zum Schluss bist du verantwortlich, weil du hast sie ja eingestellt. Selbst wenn es die Verantwortung gegenüber deinen Kunden mündet, zu sagen, die Person ist nicht mehr tragbar. Im schlimmsten Fall.
(29:29 - 29:56)
Da bin ich schuld, ich habe sie eingestellt. Ich übernehme die Verantwortung. Ich finde das Thema Verantwortung auch so spannend, weil in der heutigen Zeit sträuben sich so viele Verantwortung zu übernehmen.
Ich sehe es eher so, man kann dankbar sein, dass man Verantwortung übernehmen kann, weil es zeigt, dass du was im Leben bewegst. Du übernimmst Verantwortung für deine Familie, für andere Menschen, ehrenamtliche Tätigkeiten, aber auch für deine Mitarbeiter. Es zeigt, dass du was im Leben bewegst und dafür kann man dankbar sein.
(29:57 - 30:20)
Ja, das... Ja, lass uns so ein bisschen jetzt einen Switch machen, mehr in das rechtliche Thema. Was siehst du so, wenn wir jetzt zum Hinblick auf das Thema Arbeitsrecht gehen, gerade auch bei Unternehmern ganz typische Fehler, die die einfach im Arbeitsrecht machen? Arbeitsverträge. Arbeitsverträge, die tatsächlich ... dass die Klauseln unwirksam sind.
(30:21 - 30:39)
Und es ist so in Deutschland, wenn die Klauseln unwirksam sind, dann immer zulasten des Arbeitgebers, weil der Arbeitgeber ist der Verwender. Und ich sehe jedes Mal, es gibt ganz wenige Arbeitsverträge, die halt sauber sind, die wirksam sind, weil es ändert sich. Arbeitsrecht ändert sich kontinuierlich.
(30:39 - 30:46)
Auch in Bewegung, wie die Natur. In Bewegung. Arbeitsrecht ist so, wenn du... Arbeitsrecht ist auch sehr viel Case Law.
(30:48 - 31:37)
Es ist nicht so, du hast einmal gelernt, fertig, sondern du musst dir jedes Jahr eine neue Entscheidung anschauen, was hat sich geändert. Bestes Beispiel. Nur ein Beispiel, dass man das mal sieht, was Unternehmen falsch machen können.
Früher, also du kannst als Arbeitgeber die alten Manifestationen von drei Jahren, kannst du daraus eine Ausschlussfrist machen. Wenn du Ansprüche hast gegenüber dem Arbeitgeber, hast du drei Monate Zeit, das gelten zu machen. Du kannst auch eine doppelte Ausschlussfrist machen.
Du hast drei Monate Zeit, dich zu beschweren, dass ich dein Weihnachtsgeld nicht gegeben habe, wenn ich ausbezahlt habe. Und danach ist es vorbei. Und danach, wenn ich sage, du bekommst es nicht, weil keine Ahnung, kein Geld, wie auch immer, dann hast du weitere drei Monate Zeit, das gerichtlich gelten zu machen.
(31:37 - 31:42)
Also sechs Monate. Das ist zum Beispiel eine Ausschlussfrist. Ist möglich, ist erlaubt.
(31:43 - 32:23)
Allerdings gab es 2015 eine Änderung im Gesetz, oder auch Rechtsprechung, dass diese Klauseln nur wirksam sind, wenn du im nächsten Absatz drinstehen hast, dass Mindestlohn oder das Mindestlohn hier nicht von der Ausschlussklausel gedeckt ist. Weil ansonsten verstößt gegen das Mindestlohngesetz und dann ist diese komplette Klausel unwirksam. Das heißt, wenn du neue Verträge hast, nach 2015, die Altverträge gelten noch, nach 2015 und als Unternehmer, wenn du keine Juristen hast oder keine gute Abteilung mit Juristen, das weißt du doch nicht.
(32:24 - 33:04)
Dann hast du mal dir Verträge machen lassen, vielleicht auch sehr gute Verträge von der Kanzlei, und wir befinden uns aber im Jahr 2025 und seit 2015 musst du dieses Passus praktisch hinzufügen. Und du warst dann einfach nicht drin. Und davon haben wir sehr viele auch, ich will den Namen nicht nennen, aber eine richtig große Versicherung.
Versicherung als Arbeitgeber hat es auch nicht gemacht. Und da haben wir ein paar Arbeitnehmer, die Anspruch hatten auf Lohnzahlungen, wie auch immer, und da hat der Arbeitgeber das alles verjährt. Also nicht verjährt, aber die Ausschlussfristen hier von drei Monaten.
(33:05 - 33:27)
Dann ist man natürlich angeschaut und da steht klar, naja, drei Monate, nach 2015, man muss hier in den Passus reinbringen, dass hier Mindestlohn hier davor nicht umfasst ist und somit das ganze Klausel unwirksam. Bedeutet allgemeine Verjährungsfrist drei Jahre. Und das war halt eine der größten Versicherungen.
(33:27 - 33:38)
Die haben es auch falsch gemacht. Die haben entweder keine Juristen gehabt, die haben aber Juristen, die haben Stimmbewegungsrechtsanwälte, aber die waren glaube ich mit was anderes beschäftigt, an sich die Verträge anzuschauen. Das ist zum All.
(33:41 - 34:23)
Lass uns mal so weitermachen. Was bedeutet aus deiner Sicht gutes Arbeitsrecht, wenn man so auf den Unternehmer schaut? Wie ist er arbeitsrechtlich gut aufgestellt? Also wichtig, Arbeitsrecht, im Arbeitsrecht ist es so, nur weil du Recht hast, heißt nicht, dass du es jetzt gerichtlich geltend machen solltest. Das ist auch der Grund, warum ich da im Arbeitsrecht mich spezialisiert habe und auch, ich würde sagen, auch so erfolgreich bin mit dem Mandanten, weil ich sehr wirtschaftlich denke.
(34:24 - 34:50)
Und im Arbeitsrecht soll man wirtschaftlich denken. Man muss abwägen. Man muss hier, die Beratung ist nicht nur rechtlich, sondern die Beratung ist tatsächlich mit wirtschaftlichen Aspekten.
Wenn jemand sagt, du, pass auf, rechtlich wird der Arbeitnehmer, also wenn man jetzt Arbeit jährfällt oder andersrum, wird er gewinnen, der Arbeitnehmer. Vor Gericht wird er uns zerlegen. Der kann sich den schlechtesten Anwalt holen, das hätte man ein Problem, wenn auch.
(34:51 - 35:09)
Wirtschaftlich gesehen aber, macht das auch keinen Sinn, weil, und da kommen die Argumente, das ist immer Einzelfall natürlich, wirtschaftlich gesehen, macht keinen Sinn, komm, einigen wir uns. Wir haben zum Beispiel eine Vergleichsquote und das ist natürlich krass, von 95%. Mein Ziel war 100, aber vergiss es.
(35:10 - 35:56)
Aber vielleicht auch eine direkte Rückfrage, ist es da einfach beim Arbeitsrecht ein bisschen so wie im Mieterrecht, dass die Gerichte eher so ein bisschen auf der Mieterseite sind und nicht so stark auf der Vermieterseite? Ja, also tatsächlich ist es so, Deutschland ist nochmal arbeitnehmerfreundlich. Ist auch dem Umstand geschuldet, dass wenn man halt irgendwann zum BAG-Richter gewählt wird, man sich halt schon wie hat er entschieden, eher arbeitgeberfreundlich, weil die Gewerkschaft auch ein Wörtchen mitzureden hat und wenn dann die Gewerkschaft sieht, dass der Richter immer arbeitgeberfreundlich ist, dann wird er die Karriere nicht so machen. Aber ja, um deine Frage zu beantworten, als Arbeitnehmer hast du immer im Zweifel, sagen wir so, im Zweifel für den Arbeitnehmer tatsächlich.
(35:57 - 36:26)
Klar, und dann sagen die Arbeitgeber, okay, wir machen lieber einen Vergleich, weil wahrscheinlich vor Gericht wird es schwierig. Ja, aber auch, das meine ich, auch wenn die gewinnen, machen wir Vergleiche, weil dann wirtschaftliche Erwägungen zum Ergebnis führen, nee, es ist besser, wenn er irgendwie Geld bekommt, ein sehr gutes Zeugnis, aber geh einfach, wirtschaftliche Erwägungen, aber das ist immer Einzelfall. Klar, sind natürlich auch oft dann, dass die Beziehung eh schon beschädigt ist, die Zusammenarbeit nicht mehr funktionieren wird.
(36:26 - 36:57)
Ja, die vertrauensvolle Zusammenarbeit auch, und ja, das ist das, was mir halt Spaß macht, tatsächlich. Nicht nur das Rechtliche, natürlich muss tatsächlich alles können, weil wenn der Arbeitnehmer sagt, mir geht es ums Prinzip, das ist das Schlimmste überhaupt, wenn der Arbeitgeber, Arbeitgeber meistens nicht, Arbeitgeber tatsächlich, außer es ist, da wird das vorgefragt. Ja, oder familiengeführtes Unternehmen, das kann ja wohl nicht sein, und die sexuelle Belästigung, der muss raus und so, ja, dann haben die vielleicht mal so ein Exempel statuiert.
(36:58 - 37:27)
Ja, sowas ist, aber in der Regel Arbeitgeber, der denkt ja wirtschaftlich und der sagt, nee, es geht ums Prinzip. Arbeitnehmer, kann passieren, ja, aber wenn es ums Prinzip geht, dann musst du schon wissen, was du machst als Anwalt, ja. Ja, vielleicht da auch so ein Hinblick auf Führungskräfte, wie können sich die rechtliche Sicherheit verschaffen im Arbeitsrecht, oder hast du vielleicht so ein, zwei, drei Tipps, die man einhalten sollte, so als Führungskraft, damit man sich richtig verhält im Arbeitsrecht oder im Umgang mit Arbeitsrecht? Da fragst du das.
(37:29 - 38:22)
Das ist so weit, weit, da muss man sich kurz fragen vielleicht, überlege gerade. Ich meine, als Führungskraft bist du ja nicht automatisch leitender Angestellter zum Beispiel. Und wenn du Führungskraft bist, sich ja irgendwie arbeitsrechtlich abzusichern, so verstehe ich jetzt die Frage, gehen wir davon aus, da würde man eigentlich keine großen Gedanken machen, weil auch wenn du einen Arbeitsvertrag bekommst als Führungskraft, wenn die Klausel unwirksam sind zu deinen Gunsten, dann würde ich jetzt ehrlich, als Führungskraft würde ich nur schauen, dass ich halt da irgendwie das Höchste raushole hinsichtlich der Vergütung oder anderer schöner Sachen, die man hat, aber mich da jetzt irgendwie so verharren auf den Arbeitsvertrag und ist das wirksam oder nicht, weil es ja immer zu seinen Gunsten ist.
(38:23 - 38:48)
Arbeitgeber ist andersrum, Arbeitgeber müsste sich schon dann, wenn er sowas macht, sich eine Kanzlei suchen, die ein bisschen Ahnung haben und sagen, kann ich diesen Arbeitsvertrag hier so unterschreiben lassen, ist es wirksam, weil ansonsten ist die komplette Klausel unwirksam, genau wie diese Ausschlussfristen, weil sie gesagt haben, da hast du ein Problem, da hast du drei Jahre Verjährungsfrist, ja, Prost, Danke, ja, solche Sachen. Ne, verstehe ich. Lass uns vielleicht auch nochmal gleich wieder in die Praxis gucken.
(38:48 - 39:03)
Stell dir vor, ein Geschäftsführer hat jetzt einen Konfliktfall. Was würdest du ihm raten, was er machen soll? Mit einem Arbeitnehmer von ihm beispielsweise. Was würdest du ihm empfehlen, wie soll er vorgehen? Direkt zu seinem Anwalt gehen oder Es kommt ja auch auf was passiert ist tatsächlich drauf an, ja.
(39:04 - 39:37)
Also, was ich nicht empfehlen würde, weil das kann man als Grundsatz her nehmen, weil die Frage ist ein bisschen schwierig, weil es kommt immer drauf an, was genau passiert ist, ja. Ja, ja, klar. Aber als Grundsatz, das kann ich schon dir sagen, was er machen sollte.
Egal, wenn er zum Anwalt geht, wichtig ist, dass der Anwalt nie nach außen auftritt. Weil, wenn ein Anwalt den Arbeitnehmer anschreibt und irgendwas macht, was wird er machen? Der wird auch zum Anwalt gehen. Das heißt, die Fronten verhärten sie sich.
(39:38 - 40:00)
Klar, da ist wie so so ein Gegenpolier aufgebaut wird, hat der einen Zweiten dazugeholt, dann hole ich mir jetzt auch einen Zweiten dazu, damit dieses Gleichgewicht wieder eingeführt wird. Und dann ist es vorbei, weil dann ist die Kommunikation nur zwischen Anwälten, ja. Und wir machen es immer so, wir beraten tatsächlich dann, also Arbeitgebervertreter, wir haben die Frau Erbel bei uns, die Frau Obermeier, die machen ja nur Arbeitgeber.
(40:00 - 40:30)
Also, ich mache hauptsächlich Betriebsräte und Arbeitnehmer. Und die zwei machen Arbeitgeber. Und bei uns ist es so Usus, dass wir sagen, wir sind im Hintergrund.
Also, wir arbeiten im Hintergrund, wir beraten ihn. Das ist wie ein Consultant. Das ist die Situation, die analysieren wir.
Was sind deine Möglichkeiten? Wie kannst du agieren? Genau, und mach du das. Wir sind im Hintergrund, wir machen einen Plan, was er zu tun hat. Spätestens, wenn der andere dann sich auch einen Anwalt holt, dann kommen wir aus der Deckung raus.
(40:30 - 40:59)
Dann sagen wir, pass auf, also, jetzt machen wir weiter, weil dann ist ja dieses Ungleichgewicht wieder da. Klar, wenn du auf der anderen Seite einen Anwaltskanzler hast gegen einen Geschäftsführer, das ist schwierig. Der hat andere Baustellen, als sich jetzt mit dem Kanzler hier zu streiten.
Aber das als Grundsatz, das ist dann, glaube ich, eine gute Antwort auf deine Frage. Bei solchen Sachen immer deeskalieren alles im Hintergrund, damit man da sauber rauskommt. Ja, das leitet eigentlich schon super zur nächsten Frage über.
(41:00 - 41:50)
Ich habe auch so gelesen, dass du auch so in der Mediation aktiv bist. Da würde mich auch so interessieren, was ist da vielleicht auch so zentral für dich oder entscheidend? Also ich bin ein zertifizierter Mediator, das habe ich damals gemacht, weil es mich tatsächlich schon interessiert hat, wie so Menschen ticken, also auch diese Persönlichkeit. Wie kann ich rausfinden, wo ist eigentlich das richtige Problem, also der Gefühlsebene? Wie komme ich da hin? Was will der eigentlich? Will er tatsächlich nur diese 1.000 Euro einklagen? Was ist sein Problem tatsächlich? Was ist im Hintergrund? Was ist tatsächlich die Motivation deines Handelns? Was sind die Beweggründe? Da muss man an die Gefühlsebene gehen.
(41:50 - 42:17)
Und deswegen habe ich damals diese Ausbildung gemacht, um natürlich mit den richtigen Fragen zu schauen, was eigentlich das Problem ist. Und du wirst lachen, irgendwann, wenn du das machst, geht es nicht nur um die 1.000 Euro, die er jetzt haben möchte, sondern es geht darum, dass der Vorsitzende oder die direkte Führungskraft ihn vielleicht einmal nicht begrüßt hat und das fand er unverschämt. Das würde er aber niemals sagen.
(42:18 - 42:34)
Aber das hat sich bei ihm so reingesetzt, dass er diese Unhöflichkeit, das siehst du ja nicht, das ist bei ihm ein Unterbewusstsein und dann sagt er jetzt, was kann ich machen? Er schult ihm eh noch Geld, das will ich jetzt haben. Und dann klage ich ein. Und eigentlich ist im Hintergrund die mangelnde Wertschätzung vielleicht.
(42:34 - 42:49)
Genau, und dann ist da die mangelnde Wertschätzung im Hintergrund. Und deswegen halt diese Meditationsausbildung, das ist der Grund, warum ich sie gemacht habe. Und das hat natürlich Vorteile, weil dann man anders agieren kann.
(42:49 - 43:12)
Man geht dann, ist es ein Vorwand, oder ist es tatsächlich ein Einwand? Solche Sachen. Vielleicht auch da noch mal reinzugehen. Gibt es da so bei dieser Konfliktklärung einen Unterschied, wo du sagst, generell zwischenmenschlich, wie man es im privaten regeln würde und dann im rechtlichen Rahmen? Also man kann tatsächlich das ganze Zeug auch im privaten Bereich benutzen.
(43:13 - 43:25)
Also mache ich daheim auch. Mit meiner Frau nehme ich natürlich diese Techniken. Manipulation ist nicht das richtige Wort, weil im Endeffekt das, was du lernst, ist eigentlich so, wie man halt mit Menschen reden sollte.
(43:26 - 43:33)
Ich sage zum Beispiel zuhören. Du musst zuhören. Finde ich nicht richtig.
(43:34 - 43:42)
Ich würde das zu ersetzen mit hinhören. Nicht nur zuhören. Viele sagen, du musst zuhören.
(43:43 - 43:48)
Nee, muss ich nicht. Ich muss hinhören. Hinhören heißt, habe ich sie richtig verstanden.
(43:48 - 44:05)
Und das kannst du auch im privaten Bereich benutzen. Wenn deine Frau, Ehemann, Partnerin dir was erzählt oder irgendwas, dann indem du darüber hinhörst, indem du es wiederholst. Du, habe ich dich richtig verstanden? War das echt so und so? Dann siehst du genau, wie sich die Augen auch öffnen.
(44:05 - 44:10)
Vom Gegenüber. Der hört hin. Es steht in der Verbindung.
(44:11 - 44:20)
Ja, habe ich dich richtig verstanden? Ja, kein Wahnsinn. Das ist das Hinhören. Natürlich kannst du es im privaten benutzen, aber auch im Geschäft.
(44:20 - 44:34)
Du musst wissen, was der Mandant will und was geht es dir überhaupt an. Du musst eine Bedarfsanalyse machen. Wenn du eine Bedarfsanalyse hast, dann kannst du auch richtig beraten.
(44:36 - 45:15)
Vielleicht gleich ganz wieder in Richtung Praxis. Fällt dir da ein konkreter Fall ein, wo diese Mediation extrem viel bewirkt hat? Nur so ganz grob. Ja, das ist meistens tatsächlich, weil wir sehr viele Betriebsräte vertreten.
Wir machen auch Sozialpläne, auch für größere Firmen haben wir es gemacht. Da ist es tatsächlich so, dass irgendwann der Arbeitgeber Geld sparen möchte bzw. der Geschäftsführer auch nur nach Vorgabe handelt, weil vielleicht der Inhaber ihm Regelungen gegeben hat und er sich nicht weiter verhandeln kann, weil ihm Hände gebunden sind.
(45:15 - 45:49)
Dass man dann tatsächlich durch diese Kenntnisse den Betriebsrat und den Geschäftsführer, dass man dann doch zu einer vernünftigen Lösung kommt, wenn man die Bedürfnisse des Betriebsrats für die Arbeitnehmer, in der Regel Sicherheit, Arbeitsplatzsicherung, wenn man die Bedürfnisse hier analysiert hat, von beiden Seiten, dann kann man hier zu einem anderen Ergebnis kommen. Also nicht so, okay, ich muss jetzt einen Sozialplan machen, wir wollen hohe Abfindungen haben, 2,0 pro Beschäftigungsjahr. Kannst du machen.
(45:50 - 46:15)
Mach es doch am Anfang. Wenn du weißt, wie viele Rücklagen die haben, alles, dann klar gehst du mit solchen Forderungen rein, du musst einen Anker hochsetzen. Aber wenn du siehst, dass es nicht weiter geht und du siehst tatsächlich, der kann nicht mehr, du hast alles versucht, dann gehst du auf die andere Schiene, was wollen wir jetzt eigentlich tatsächlich? Gar nicht am Anfang hier so pokern und Anker hochsetzen.
(46:16 - 46:35)
Und wenn du natürlich rausfilterst, naja, wir haben so viele alte Mitarbeiter, das heißt alte sind ein Wort, kurz vor der Rente, aber mittlerweile 65, 67. Lange Betriebszugehörigkeit. wir wollen nicht, dass die jetzt kurz vor der Rente jetzt hier arbeitslos werden.
(46:35 - 46:45)
Ja, nochmal Veränderungen, neue Jobs, finde ich vielleicht auch ein bisschen befreundlich. Dann machen wir doch irgendeine Altersteilzeitregelung. Bevor man hier die hohe Abfindung zahlt.
(46:46 - 46:56)
Der ist noch bis zum Schluss da, der ist happy. Oder wir machen fünf Jahre eine Absicherung, dass er Leute nicht betriebsbedingt kündigen darf. Dafür gehen wir mit Abfindung runter.
(46:56 - 47:03)
Klar, das wird dann wieder verhandelt. Ja, aber die Frage ist, was wollen die eigentlich? Aber dann auch wieder nehmen und geben. Genau, so ist das.
(47:03 - 47:28)
Und dann musst du halt wissen, was will der Betriebsleiter? Und das checkst du nur, wenn du die Strukturen dort kennst. Fällt dir was ein, wo du so ganz kurz vor dem Ihr wartet schon kurz davor, dass es jetzt gleich vor Gericht geht und man konnte es noch abwenden? Ja, das kommt oft vor. Das kommt tatsächlich oft vor, weil die Gegenseite versucht natürlich, das dann durchzusetzen.
(47:29 - 47:57)
Da ist immer ein Kammertermin und wir hatten schon ein paar Verhandlungen, wo wir die Schriftsätze schon alles geschrieben haben. Hier vierzehn Seiten, die andere Seite wieder mit der Großkanzlei 70, 80 Seiten, abzudoppelt schreiben, Doppelkassieren habe ich das Gefühl, aber bei der Großkanzlei ja. Und dann, das war sogar vor drei Monaten, am gleichen Tag hatten wir eine Gerichtsverhandlung um 14 Uhr in Regensburg.
(47:58 - 48:31)
Was, Regensburg? Doch, Regensburg. Ich habe den frühen gegnerischen Anwalt noch einmal angerufen, weil Kammertermin bedeutet, es wird entschieden, wir können uns noch einmal vergleichen, wir können versuchen, uns im Kammertermin eine Lösung zu finden, weil das Gericht, vor allem Arbeitsgericht, die haben sehr viel zu tun und ein Richter, wenn er alles entscheiden müsste, das ist ja Wahnsinn, im Monat könnte er gleich drei, vier Bücher rausbringen, weil er so viel schreiben müsste. Das Gericht hat auch ein großes Interesse, das muss vergleichen, auch im Kammertermin.
(48:31 - 48:54)
Also eigentlich nur so, wie so betreutes Vergleichen. Ja, also nur mal vorstellen, obwohl wir alles fertig gemacht haben, also eigentlich müsste das Gericht jetzt entscheiden, wir haben alles geschrieben, vielleicht haben auch Zeugen eingeladen, wie auch immer, und selbst dann will das Gericht, dass wir uns einigen, ansonsten müsste das Gericht ja entscheiden, und entscheiden bedeutet viel schreiben. Und wenn wir uns einigen, dann muss er nichts schreiben.
(48:54 - 49:07)
Und das ist natürlich, wenn auf einmal der Richter 40, 50, 60, 70 Seiten schreiben muss, ja, holler die Waldfee. Da geht was, wenn er so viel schreiben müsste, und das war jeden Tag. Deswegen ist die Vergleichsquote auch sehr hoch dort.
(49:07 - 49:32)
Und um deine Frage zu beantworten, da habe ich in der Früh angerufen und gesagt, pass auf, ich habe jetzt keine Lust, um 14 Uhr hinzugehen, wir gehen von unserem Angebot ein bisschen runter, einfach eine Abfindung, aber auch nur, wenn wir jetzt nicht vor Gericht gehen, weil ich habe auch jetzt keine Lust, nach Regensburg zu fahren, dann müsste ich jetzt gleich los. Ja, gut, dann ich schaue, was ich machen kann. Und am gleichen Tag haben wir uns verglichen.
(49:32 - 49:51)
So etwas kommt schon vorher. Vielleicht auch so, da die Kostenschiene noch mal zu betrachten, macht es da noch mal was aus, wenn es so kurz vor der Verhandlung stoppt, spart es 30% der Kosten, oder macht es keinen großen Unterschied mehr? Nein, es wird auch teurer sein. Okay, also der Vergleich ist dann noch eher teurer? Ja.
(49:52 - 50:01)
Du musst dir bedenken, die Anwälte bekommen eine Vergleichsgebühr. Beide. Also wenn wir uns vergleichen, bekommen wir eine Vergleichsgebühr.
(50:02 - 50:40)
Und da ist natürlich die Frage, die man sich stellt, ja Moment mal, also ich verstehe, was du meinst, wenn ich nicht vor Gericht war, und das Gericht nicht entschieden hat, warum muss ich jetzt meinem Anwalt so viel Geld zahlen, also mehr als wenn ich eine Entscheidung hätte. Naja, die Idee damals vom Gesetzgeber ist, um die Gerichte zu entlasten, dass man sagt, wenn sich die Anwälte vergleichen, bekommen die praktisch, ich tu es mal untechnisch aussprechen, mehr Geld als Motivation für die Anwälte. Sind quasi wie ausgelagerte Richter.
(50:40 - 50:52)
Ja, weil die Idee ist, um die Justiz zu entlasten. Also muss sich halt der Anwälte eine Motivation geben, dass sie sich halt vergleichen. Und da ist diese Vergleichsgebühr natürlich entstanden.
(50:52 - 51:03)
Und man versucht schon gerne zu vergleichen, weil wir halt mehr Geld bekommen. Die 30% gehen auch andersrum, würde ich sagen. Du bekommst teilweise 30% mehr mitvergleichen.
(51:03 - 51:14)
Die Gerichte finden es auch klasse, weil sie kriegen weniger Arbeit, sind eh schon überlastet. Das ist die Motivation dahinter. Eigentlich auch wieder so eine Art Steuerung, was der Gesetzgeber ganz oft versucht.
(51:14 - 51:23)
Ganz oft. Und das ist natürlich für uns als Anwälte, weil du denkst auch, die Anwälte haben doch alles geschrieben. Die haben die ganze Arbeit gemacht.
(51:23 - 51:39)
Warum vergleichen sie es noch? Die können es einfach entscheiden lassen jetzt. Weil die zum Beispiel die Vergleichsgebühr bekommen. Und du hast immer das Risiko, beim Arbeitsgericht, dass das, was du vorgetragen hast, auch wenn das 5 Gerichte das schon so sehen wie ich, dass du verlieren kannst.
(51:39 - 51:44)
Weil jedes Gericht ist unabhängig. Und das ist das Problem. Auf hoher See vor Gericht bist du in Gottes Hand.
(51:44 - 51:51)
Und das ist tatsächlich so. Du kannst den Mandanten nie garantieren, dass wir gewinnen. Du kannst sagen, pass auf.
(51:51 - 52:01)
Das Einzige, was ich sehe, ist der Tod. Du kannst den Mandanten sagen, pass auf, es sieht gut aus. Garantie kannst du nie übernehmen.
(52:01 - 52:07)
Vielleicht 90%. Ja, das kannst du sagen. Pass auf, mehr als 50%.
(52:07 - 52:14)
Weil hier haben wir drei, vier Entscheidungen. Das ist schon alles ausgelutscht. Aber du weißt nicht, wie die Kammer es gerichtet.
(52:15 - 52:26)
Die können sagen, das ist uns auch schon mal passiert. Na ja, was das BAG sagt, BAG ist das höchste Gericht, ist mir egal. Ich mache es hier anders.
(52:27 - 52:35)
Da waren wir jetzt im Mülldorf. Ein Richter gibt es zum Beispiel nicht mehr. Aber so wie es macht, macht es auch Richter.
(52:35 - 52:45)
Jeder Richter ist ja unabhängig. Aber es muss sein Gewissen verpflichtet, oder? Genau, und es muss natürlich eine Begründung da sein. Da kann ich nicht sagen, das sehe ich anders, verloren.
(52:45 - 52:53)
Da brauchst du eine Begründung, warum du es anders siehst. Wie du siehst, das BAG ist das höchste Gericht. Das andere Gericht sagt ja, sehen wir anders.
(52:53 - 53:08)
Auch andere Gerichte, ab und zu in Landshut, vertreten eine andere Meinung. Deswegen macht es schon Sinn, dass man Mandanten sagt, es ist 50-50, oder 60-40. Wir wissen nicht, wie das Gericht so tickt.
(53:09 - 53:22)
Und da ist man natürlich bereit, sich eher zu vergleichen, als wenn man es durchzieht. Das ist halt im Arbeitsrecht auch so. Was mich noch interessieren würde, jetzt auch so Themen aktuell in der Zeit, Remote Work, vielleicht auch KI, New Work.
(53:23 - 53:43)
Was hat das für Auswirkungen auf das Arbeitsrecht? Es ist so, als kleine Kanzlei, oder mittelständische Kanzlei, ist KI natürlich mega geil. AI ist mega, weil es entlastet tatsächlich. Entlastet, und man kann es teilweise benutzen.
(53:43 - 54:03)
Vielleicht in 3-5 Jahren kann man es mehr benutzen, weil das, was da rausgespuckt wird, das stimmt nicht. Die Urteile sind nicht die richtigen, die Argumentation ist auch nicht perfekt, aber sie entlastet zum Beispiel, den Sachverhalt hier schneller zusammenzufassen. Man spart sich halt Zwischenschritte zum Beispiel.
(54:03 - 54:07)
Die Assistenz wird vielleicht doch entlastet. Ja, entlastet. Die kann sich um wichtige Sachen kümmern.
(54:08 - 54:25)
Es ist nicht so, dass wir jetzt unsere Refers, alle Rechtsanwaltsveranstalter ausgeschmissen haben. Nein, sie machen andere Themen, die der Kanzlei sogar mehr Wert bringen. Früher hast du ein Diktiergerät, da müsstest du die praktisch zusammenschreiben, dann Rechtscheidfehler raus, dann habe ich es wiederbekommen, dann müsste ich es mir wieder auch anschauen.
(54:26 - 54:37)
Also drei Schritte fallen da weg. Die KI, dass die ohne Rechtscheibung fehlerfrei zusammenfasst, das kann sie sehr gut. Dieser Schritt fällt da weg.
(54:38 - 54:53)
Irgendwann, auch in 3-5 Jahren, wird das Ding auch soweit sein, dass er rechtliche Probleme auch lösen kann. Aber solange wir in Deutschland Anwaltzwang haben, musst du zum Anwalt gehen. Also ab 5.000 Euro im Zivilgericht musst du zum Anwalt gehen.
(54:53 - 55:09)
Ein Anwalt darf nicht vor Gericht gehen. Im Arbeitsgericht ist es so, in der ersten Instanz brauchst du keinen Anwalt, aber ab der zweiten. Und es ist so, dass der Anwaltsberuf sich wegbewegt, oder dahingehend bewegt, zum Qualitätmanager.
(55:10 - 55:19)
Ja, auch so ein bisschen wie der Consulting. Ja, Pirat und Qualitätmanager, das heißt, das, was das Ding rausspuckt, passt es. Feinsteuerung.
(55:20 - 55:32)
Feinschliff, du hast einfach die Erfahrung, Praxisfälle im Hintergrund. Genau, du hast die Praxiserfahrung, das hat die KI nicht. Die KI kann nicht, die Praxis geht nicht, die ist nicht vor Gericht und alles.
(55:35 - 55:42)
Menschen wollen mit Menschen interagieren. Genau, und das wird auch so bleiben. Das heißt, der Anwaltsberuf entwickelt sich dahingehend, dass du halt zum Qualitätmanager wirst.
(55:43 - 56:02)
Qualitätmanager, Feinschliff und diese Kommunikation zwischen Menschlichen, sich da vertieft. Also, du hast da mehr Kommunikation mit dem Mandanten, eher Erwägungen, wie man praktisch vorgeht. Sowas ändert sich auf jeden Fall.
(56:02 - 56:27)
Bei allen ändert sich die Tätigkeit. Ja, lass uns auch noch mal auf das Thema Mobile Office, Remote Work, ich denke, es ist auch in den Arbeitsverträgen ein ganz schwieriges Thema, was ja auch jetzt so über Corona sehr stark kam. Was sind da so Besonderheiten, auf die man vielleicht achten sollte? Du meinst jetzt mobiles Arbeiten? Genau.
(56:28 - 56:51)
Mobiles Arbeiten, das kommt ja auf deine Branche drauf an, wo du bist. Aber jetzt als auf das Anwaltsberuf oder auch eure Kunden, Arbeitgeber vielleicht, was sollten die da beachten in ihren Verträgen? Vielleicht auch in die Richtung. Hier kommt es wieder drauf an, weil der Jurist immer sagt, es kommt drauf an.
(56:54 - 57:15)
Habe ich dort ein Betriebsrat oder nicht? Wenn ich da ein Betriebsrat habe als Arbeitgeber, ist diese Möglichkeit, mobiles Arbeiten, das ist ja Zustimmungspflicht. Ich will jetzt keine Paragraphen hier nennen, das würde dann ein bisschen trocken alles sein hier, aber du brauchst halt die Zustimmung des Betriebsrates, wenn du es einführen möchtest. Das muss man natürlich beachten.
(57:16 - 57:53)
Das wissen dann vielleicht Arbeitgeber, wo erstmalig ein Betriebsrat installiert worden ist, wissen es vielleicht nicht, dass man jetzt die Zustimmung des Betriebsrates benötigt, um hier mobiles Arbeiten anzubieten. Klar, dann kann man über so eine Hürde stolpern. Genau, das ist halt wichtig, weil wenn man davor nicht mal wusste, was ein Betriebsrat ist, auf einmal, weil wir haben jetzt im Mai, im März 2026, einen Betriebsratswahl, das heißt, wir haben eine neue Betriebsräte, es werden bestimmt auch Betriebsräte gegründet, die kann man immer gründen, aber das soll die Arbeitgeber dann schon wissen, mobiles Arbeiten, ich brauche die Zustimmung des Betriebsrates.
(57:55 - 58:13)
Vielleicht auch da so wieder eine persönliche Richtung, wisst du zu dem Thema Remote Arbeiten, mobiles Arbeiten, siehst du da das so, bist du eher Team Vertrauen oder Kontrolle? Mischung. Die Mischung macht das. Also unsere Anwälte zum Beispiel, die können 100% Homeoffice machen, 100%.
(58:14 - 58:58)
Mir ist auch egal, wo der Schriftsatz geschrieben wird, ob das daheim geschrieben wird oder Kanzlei, du musst, ist mir auch egal, wenn jetzt irgendwo daheim jetzt kurz eine Pause macht, also Pause nicht, die Zeit läuft weiter, aber Wäsche wäscht, oder jetzt sich irgendwie kurz einen Kaffee macht. Ja, ja, das wäre Arbeitszeitbetrug, ja, aber ganz ehrlich, im Büro, im Büro, wie oft die dann hier mit der Zentrale oder mit der anderen Anwälte sich zwar über ein Thema austauschen und dann hier 20 Minuten diskutieren, was die gemacht haben, wie toll das war und was machen wir jetzt irgendwie nächste Woche, also das ist Ablenkung. Ein Büro ist tatsächlich mehr, als wenn du daheim bist.
(58:58 - 59:35)
Natürlich hast du die gleiche Ablenkung, jetzt mach ich mir einen Kaffee oder was auch immer, aber da hast du ein bisschen schlechtes Gewissen auch daheim. Da hast du ein schlechtes Gewissen und denkst dir, hab ich heute irgendwie nicht viel gemacht, doch, du hast sogar mehr gemacht, als wenn du im Büro wärst, weil im Büro da fangst du an zu reden, also das ist halt, es kommt auch immer auf deinem Branche drauf an, wo du bist, ja. Und die Mischung, also du kannst jetzt, es kommt auf die Verträge an, wenn du sowas machst, wenn du jemandem mobiles Arbeiten anbietest, 100%, dann musst du schauen, wie du das mit der Vergütung machst, dann musst du natürlich die Fixum etwas niedriger machen, dafür die Variable etwas höher.
(59:36 - 59:53)
Damit auch Motivation weiterbleibt. Motivation ist, okay, die Gefahr, dass dann doch vielleicht den ganzen Tag Wäsche gewaschen wird, nichts gemacht, ja, dass man sagt, gut, wenn du das machst, kontrolliert wirst du ja nicht, aber dafür hast du halt doch einen etwas niedrigen Fixum und wenn du nicht arbeitest, bekommst du weniger Geld mit der Variable. Die Mischung macht's aus, ja.
(59:53 - 1:00:21)
Ja, ich denke, ist auch ganz wichtig, es gibt ja teilweise wie zwei Lager, ich denke, du musst es verheiraten und ich denke, gerade in den Konzernen erlebt man es auch ganz oft, dass Leute halt dann nur Dienst nach Vorschrift machen, ich denke, es ist wichtig, auf die Ergebnisse zu achten. Die Ergebnisse sind wichtig, weil, wenn die Ergebnisse stimmen, doch wurscht, was er macht, der Ergebnis ist es. Klar, und dann trotzdem die Flexibilitätszeiten, gut, wir treffen jetzt den Kunden, Person, dann klappt das mit dem Remote an dem Tag halt nicht.
(1:00:21 - 1:00:42)
Ja, das ist schwierig. Also, klar, wenn die Mandanten Gespräche haben oder ein Mandat in den Kanzlei kommen, dann müssen die vor Ort kommen, die müssen da sein, logisch, aber das können sie selber steuern, die haben diese Flexibilität, ja, und das ist natürlich, das wissen die auch zu schätzen. Wir haben eher ein anderes Problem, dass die trotz dieser Möglichkeiten, mobiles Arbeiten, in die Kanzlei kommen zu arbeiten, weil sie es bei uns toll finden.
(1:00:42 - 1:01:05)
Ja, aber es ist so super hier und schön und die Räumlichkeiten sind toll. Ich denke mal eher, wir haben keinen Platz, wir erarbeiten die Räumlichkeiten, weil wir doch schneller wachsen als gedacht. Und klar, auch ein bisschen das Thema Leben wie es gefällt.
Manche mögen es halt auch viel vor Ort zu sein. Ja, ich möchte aber hier arbeiten. Ja, wir haben jetzt keinen Platz, wir müssen ja weiter, wir müssen uns einen Schreibtisch teilen.
(1:01:05 - 1:01:11)
Sag ich, mach mobiles Arbeiten. Nein, aber nur einmal in der Woche. Was ist los mit euch? Es gibt auch die andere Entwicklung.
(1:01:13 - 1:01:29)
Ja, spannend. Lass uns mal nochmal auf die Unternehmerperspektive wechseln. Was gibt es so einen Erfolgsfaktor, der dir gleich so, wenn du daran denkst, in den Sinn kommt? Was ist dein Erfolgsfaktor für jemanden, der sagt, er will erfolgreicher Unternehmer werden? Disziplin.
(1:01:31 - 1:01:34)
Disziplin. Beharrlichkeit, Disziplin. Dranbleiben.
(1:01:36 - 1:01:48)
Wieder aufstehen tatsächlich. Egal was du machst, es braucht ein bisschen Zeit. Du kannst nicht sagen, von heute auf morgen bist du reich oder morgen auf morgen hast du ein Unternehmen gegründet.
(1:01:48 - 1:01:54)
Ich finde, so viele deutsche Sprichworte da immer sehr, sehr zutreffen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Genau.
(1:01:55 - 1:02:10)
Man sagt hier, fünf Jahre brauchst du bis deine Idee, die du hast, deine Vision, dass sie Früchte trägt. Und nicht die ersten fünf Jahre. Du musst halt ein bisschen schauen.
(1:02:10 - 1:02:20)
Fehler, Verbesserungen. Wichtig ist, du brauchst eine Idee, eine Vision. Und Geld darf nie dein Motiv sein.
(1:02:20 - 1:02:25)
Das ist keine Vision, das ist gar nichts. Da brennst du aus. Das Geld ist gar nichts.
(1:02:25 - 1:02:37)
Wenn du für was brennst, weil die Klimatik dich reizt, weil es dir Spaß macht, dann ist Arbeit keine Arbeit mehr. Genau. Also wenn jemand so etwas sagt, ey, mein Ziel... Aber dann klappt auch die Disziplin nicht.
(1:02:38 - 1:02:54)
Vollkommen richtig, ja. Ja, passt sehr gut zu meiner nächsten Frage. Was würdest du einem jungen Gründer, einem jungen Geschäftsführer raten an der Stelle? Was würdest du ihm mitgeben? Ganz wichtig ist, um keine Fehler zu machen, weil es danach teurer sein werden.
(1:02:55 - 1:03:04)
Er braucht einen guten Steuerberater, einen guten Anwaltskanzler. Weil das Geld, was du am Anfang investierst, sparst du dir im Nachhinein. Sparst du dir.
(1:03:05 - 1:03:18)
Du kannst so viel falsch machen. Vor allem mit der Haftung. Was passiert, wenn ich über 10 Mitarbeiter habe? Kann ich ihn dennoch kündigen? Probezeit, wie geht es mit der Probezeit? Befristung.
(1:03:18 - 1:03:30)
Ich habe ein Start-up, kann ich Leute befristen? Ja, aber du musst aufpassen, niemals befristet. Es bedarf der Schriftform, bevor sie anfangen. Und wenn jemand sagt, ja geht schon, komm morgen zur Arbeit, aber du darfst nur zwei Jahre arbeiten.
(1:03:30 - 1:03:43)
Weil ich bin ein Start-up und nachträglich unterschreiben sie einen Vertrag mit der Befristung, ist sowas unwirksam zum Beispiel. Du musst es davor unterschreiben und nicht danach. Wenn es ein Datum ist nach meinem Eintritt, dann ist es ja unbefristet.
(1:03:44 - 1:03:58)
So Kleinigkeiten, das weißt du als Laie nicht. Du bist ja nicht der Zahnarzt oder der Experte in dem Gebiet. Du bist ein Start-up, du hast eine geile Idee, du musst dich auf das Kerngeschäft konzentrieren.
(1:03:59 - 1:04:08)
Kerngeschäft ist deine Idee voranzubringen, deine Vision. Ganz umherum, die ganzen Sachen, wir steuern rechtliche Aspekte. Es ist auch nicht deine Baustelle, du bist doch ein Anwalt.
(1:04:08 - 1:04:19)
Das ist richtig, wobei ich da leicht reingrinschen muss. Ich denke, man muss so ein bisschen ein Grundverständnis haben. Sonst kannst du ja mit deinem Anwalt, mit deinem Steuerberater nicht sprechen, wenn du so die Rahmenbedingungen kennst.
(1:04:19 - 1:04:28)
Nicht das Detail, aber dass du so eine grobe Richtung hast, wo du hinmöchtest. Das musst du halt wissen. Ansonsten kann man dich nicht individuell beraten, vollkommen richtig.
(1:04:29 - 1:04:43)
Mir war jetzt noch gerade das Bild vor Augen, was du gesagt hast, mit Frühstarten sich da unterstützen zu lassen. Es ist wie mit einem Haus. Wenn ich ein Haus auf Sand baue, dann kann ich ein schönes Haus zu mir bauen, aber das Fundament ist scheiße, und dann würde ich das Haus halt einstürzen.
(1:04:43 - 1:04:55)
Lieber lege ich richtig schöne Grundsteine auf Felsen, dann läuft die Sache. Ich schaue noch mal drüber. So, vielleicht noch eine abschließende Frage.
(1:04:56 - 1:05:35)
Auch so noch mal ein Blick auf Mediation. Gibt es so eine konkrete Sache, die du in der Mediation gelernt hast, wo du eigentlich täglich für dich anwenden darfst? Mediation ist immer so ein großer Begriff. Aber was ich täglich anwende, ist diese Ruhephase.
Du brauchst tatsächlich, was jetzt mit der Mediation hat, ist eigentlich wenig zu tun. Aber auch gut für das Unternehmertum generell. Aber tatsächlich mal, dass du mal abschaltest.
(1:05:36 - 1:05:51)
Es reicht vollkommen aus, wenn es nur sieben Minuten sind. Weil sieben Minuten abzuschalten, an nichts denken, einfach mal atmen, Nase rein, Mund raus, dass du mal runterkommst. Ja, bei dir sein, dich sammeln.
(1:05:51 - 1:06:00)
Ja, dich sammeln. Meditieren, wobei das dann auch wieder ein sehr dehnbarer Begriff ist, kann alles sein. Das kannst du mal, wie du willst, aber du musst runterkommen.
(1:06:00 - 1:06:15)
Weil du bist eine Maschine, ja, aber die Maschine muss auch kurz abkühlen. Weißt du, was ich meine? Ich sage tatsächlich immer, wir sind keine Maschine. Also, wir denken immer, wir sind Maschinen, aber wir sind halt biologische Wesen.
(1:06:16 - 1:06:29)
Und die brauchen halt auch Ruhe, oder sie müssen sich mal ein bisschen durch den Wald bewegen, weil dieses nette Grün halt uns hilft, runterzukommen, dass wir diese ganzen Eindrücke auch verarbeiten können. Wie du das machst, ist eigentlich egal, dass du dich wohlfühlst. Du kannst auch spazieren gehen, ja.
(1:06:29 - 1:07:23)
Oder einfach so, wie ich das mache, mal sieben Minuten die Augen zu machen, mich einfach auf gar nichts. Klar, die Sinnes-Eindrücke noch reduzieren, so eine Augen ist schon mal eins weg, du hörst vielleicht nur noch was. Ja, also das tatsächlich, viele denken, ich habe keine Zeit, ich muss weiter machen.
Nein, versuch's mal, hier mal runterzukommen, sieben Minuten reicht vollkommen aus, bei mir zumindest, ja. Und danach machst du wieder die Augen auf und hast diese Energie wieder, weil du wieder ein bisschen so ein Update gemacht hast kurz, ja. Oder spazieren gehen im Wald, kannst auch machen.
Das ist wichtig, weil das bringt ja nichts, wenn du immer auf 120 hier Vollgas gibst. Richtig, und das ist auch, ich denke, der Punkt ist entscheidend, in diesen Momenten wirst du kreativ, weil Kreativität braucht Ruhe, die kommt nicht, wenn du operativ am Wurschteln bist, zwischen zwei Terminen hin und her und wirklich so unter Druck stehst. Die kommt in der Ruhe, in den Spann, und dann kommen plötzlich solche Einfälle, die ich wieder voranbringe.
(1:07:24 - 1:07:33)
Das unbedingt beachten. Ja, David, oder Davide, mich freut es sehr, dass du da warst. War ein unglaublich tolles Gespräch.
(1:07:34 - 1:07:50)
So viele spannende Insights, aber auch toll im Bus. Ich danke dir. Auch jetzt ein Hinblick auf die Zuschauer, Zuhörer.
Kommen weitere spannende Podcastfolgen mit Unternehmerpersönlichkeiten hier bei Backbone. Und ich denke, es war ein unglaublich spannender Einblick ins Arbeitsrecht. Danke.
